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Neuruppin Molchow bekommt seine Millionenbrücke
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Molchow bekommt seine Millionenbrücke
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17:57 28.08.2018
Die Reste der alten Brücke stehen mitten im Rhin – ohne Anschluss ans Ufer. Quelle: Christian Schmettow
Neuruppin

Für den Neuruppiner Stadtverordneten Frank Borchert (Bündnisgrüne) ist die Sache klar: Eine Brücke zu bauen, die statt vorhergesagter 740.000 Euro jetzt gut 2,1 Millionen Kosten soll, hält er für unverantwortlich. Erst recht, wenn es sich um eine reine Fußgänger- und Radfahrerbrücke in einem so kleinen Ort wie Molchow handelt.

Die 1,4 Millionen, die für die Molchowbrücke jetzt zusätzlich gebraucht werden, könnten an anderer Stelle sinnvoller ausgegeben werden, findet er, und seine Fraktionskollegen sehen das ebenso. Borchert: „Wir sind der Meinung, dass die 2,1 Millionen Euro nicht vertretbar sind.“ Die Fraktion von Bündnis90/Grüne, Kreisbauernverband und dem Einzelkandidaten Hartmut Pieper stimmte am Montag geschlossen gegen den geplanten Bau der neuen Molchowbrücke, wie sie bisher her geplant ist.

Die alte Brücke ist nicht mehr benutzbar

Fast zwei Stunden stritten die Neuruppiner Stadtverordneten über die Frage. Ob die neue Molchowbrücke angesichts des explodierenden Kosten tatsächlich gebaut werden soll oder nicht. Seit Jahren schiebt die Stadt das Projekt schon aus diversen gründen vor sich her. 2017 ließ die Stadt die Brücke schließlich sperren und später teilweise abreißen. Zuvor hatte ein Gutachter erhebliche Zweifel an ihrer Standfestigkeit geäußert.

Die Stadtverwaltung hatte die Kosten für einen Neubau auf rund 740.000 Euro geschätzt. Inzwischen ist klar, dass dieses Geld bei Weitem nicht ausreichen wird. Nach der Ausschreibung des Auftrages sind mehr als 2,1 Millionen Euro nötig, musste Neuruppins Baudezernent Arne Krohn inzwischen einräumen.

Krohn: Überall steigen die Baukosten

Viele Stadtverordnete gaben sich schockiert – auch wenn die meisten längst damit gerechnet hatten, dass der Bau teurer wird. Die Baukosten seien allgemein gestiegen, erklärte Krohn. Auch bei anderen Vorhaben und auch in anderen Orten sei zu sehen, dass die Kosten zuletzt um 30 bis 70 Prozent höher liegen als noch vor einem oder zwei Jahren. Wie allerdings eine Verteuerung auf 300 Prozent zustande kommt, konnte Krohn nicht erklären.

„Wir gehen davon aus, dass das ein Marktpreis ist.“ Immerhin hätten drei Firmen ein Angebot für den Brückenbau abgegeben, die alle ähnlich hoch lägen. Die Kosten seien enorm gestiegen, räumte Krohn ein: „Aber was sollen wir dagegen machen?“

Noch einmal planen und hoffen, dass es diesmal billiger wird? Ein zweites Mal ausschrieben? Gar nicht bauen? Für Linken-Fraktionschef Ronny Kretschmer sind das alles keine Optionen. Dass die Preise bald sinken werden, sei nicht zu erwarten, hatte Krohn erklärt.

Neue Planung bedeutet jahrelange Verzögerung

Den Bau umzuplanen – etwa nach einem Vorschlag aus dem Ortsbeirat – würde weitere ein bis zwei Jahre ohne Brücke bedeuten und es wäre immer noch fraglich, ob es am Ende billiger wird, so Kretschmer. Zudem stünden dann die 745.000 Euro Fördermittel infrage, die Neuruppin jetzt zugesagt bekommen hat, weil die Brücke ein wichtiger Teil des Radwegenetzes in Ostprignitz-Ruppin ist.

Am Ende entschied sich die große Mehrheit der Neuruppiner Stadtverordneten für den Bau. Am 1. Oktober soll er offiziell losgehen, bis 30. April soll die neue Molchowbrücke fertig sein. „Lieber ein Ende mit Schrecken ...“, befand SPD-Fraktionschef Nico Ruhle: „Fakt ist, dass wir die Brücke brauchen.“ Das Geld hat die Stadt auch in der Kasse: Neuruppin nimmt derzeit deutlich mehr Steuern ein als erwartet.

Von Reyk Grunow

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