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Christoph Ransmayr auf Fontanes Spuren

Neuruppiner Fontane-Preise 2014 Christoph Ransmayr auf Fontanes Spuren

Er zählt zu den renommiertesten österreichischen Gegenwartsautoren: Christoph Ransmayr wird den Fontane-Preis der Stadt Neuruppin 2014 für Literatur erhalten. Am 6. Juni kommt er in die Stadt, um aus dem preisgekrönten Werk "Atlas eines ängstlichen Mannes" zu lesen.

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Christoph Ransmayr erhält den mit 5000 Euro dotierten Fontane-Preis.

Quelle: dpa

Neuruppin. Ausgezeichnet wird Ransmayr für seinen "Atlas eines ängstlichen Mannes". Das 2012 erschienene Werk ist "ein Reisebuch der ganz besonderen Art", wie die fünf Juroren finden, die den 60-jährigen Autoren für den mit 5000 Euro dotierten Reiseliteraturpreis der Fontanestadt auserkoren haben. Christoph Ransmayrs "Atlas eines ängstlichen Mannes" ist weniger ein Roman als eine Sammlung von 70 Episoden aus aller Welt, die der Autor aus mehr als 40 Jahren Reiseerfahrung zusammenträgt. Jede Begebenheit beginnt mit einem "Ich sah...", dem Anfang der biblischen Offenbarung des Johannes. Ransmayr reist in seinem Buch in entlegene Gegenden der Welt und in nahe Orte, immer aber zu besonderen Menschen. Er ist unterwegs, wie auch Theodor Fontane es vor 150 Jahren war. "Wie Fontane sich und seinen Lesern die märkische Topografie in ihrer Breite und ihrer Tiefe erzählend erschloss, so skizziert Ransmayr in seinem Erzählwerk die Größe und die Schönheit, die Tiefe und die Tragik des 'globalen' Menschen", so die Jury.

Zu ihr gehören neben Peter Böthig, dem Leiter des Tucholsky-Literaturmuseums Rheinsberg, auch Regina Dieterle als Vorsitzende der Theodor-Fontane-Gesellschaft, Delf von Wolzogen vom Fontane-Archiv Potsdam, Hendrik Röder vom Brandenburgischen Literaturbüro und Jürgen Schlaeger vom Großbritannien-Zentrum an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Ransmayr ist oft ausgezeichnet worden. Unter anderem hat er den Bertolt-Brecht-Literaturpreis der Stadt Augsburg, den Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln und 2012 den Brüder Grimm-Preis in Hanau gewonnen. Den Neuruppiner Preis erhält er zur Eröffnung der Fontane-Festspiele am 5. Juni.

Eine Stadt, drei Preise

Die Fontanestadt Neuruppin vergibt alle zwei Jahre drei Preise: einen Fontane-Preis für Literatur an Autoren aus dem europäischen Raum mit einem besonderen Bezug zur Tätigkeit Theodor Fontanes und zwei Fontane-Preise für Kunst und Kultur für Kulturschaffende aus der Region.
Verliehen werden die Preise jeweils zur Eröffnung der Fontane-Festspiele in der Neuruppiner Pfarrkirche. Sie finden alle zwei Jahre zu Pfingsten statt, diesmal vom 5. bis 9. Juni.

Am selben Tag vergibt Neuruppin auch die beiden Fontane-Preise für Kunst und Literatur mit jeweils 1000 Euro. Sie gehen an Menschen, die sich vor allem in der Region Verdienste um die Kultur erworben haben. Die Jury hat sich in diesem Jahr für drei Preisträger entscheiden: für die Kuratorin und Kulturmanagerin Cornelia Lambriev-Soost aus Neuruppin und für die Heimatforscher, Chronisten und Autoren Elli und Siegfried Schwanz aus Karwe.

Cornelia Lambriev-Soost konzipiert und begleitet seit langem Projekte, in denen sie Künstler und Unternehmen zusammenbringt, die Internationalen Lichtworkshops in Neuruppin, die Lange Nacht der Wirtschaft und die Galerie am Bollwerk. Elli und Siegfried Schwanz erforschen seit vielen Jahren die Region und die Handwerks- und Industriegeschichte Preußens. Sie haben mehrere Ortschroniken verfasst und die Arbeit des Neuruppiner Orgelbaumeisters Albert Hollenbach erkundet.

Von Reyk Grunow

Lesung: Preisträger Christoph Ransmayr liest am Freitag, 6. Juni, ab 18 Uhr in der Siechenhauskapelle aus seinem "Atlas eines ängstlichen Mannes".

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