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Ostprignitz-Ruppin Neuruppiner Kleiderkammer stark frequentiert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppiner Kleiderkammer stark frequentiert
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02:15 24.08.2015
Petra Finger behält in der Kleiderkammer des DRK in Neuruppin alles im Blick. Rund 30 000 Kleidungsstücke liefen hier 2014 durch. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Nimmt man die Zahlen des Roten Kreuzes als Maßstab, dann sind die Menschen im Ruppiner Land eifrige Spender von alter Kleidung. Rund 30 000 Stücke haben die DRK-Mitarbeiter allein in der Neuruppiner Kleiderkammer im vergangenen Jahr verzeichnet: Herren, Damen- und vor allem Kindermode, aber auch Haushaltsgegenstände. Auch in Wittstock, Fehrbellin und Rheinsberg unterhält die Organisation Kleiderkammern. An allen Orten wird die Ware sortiert und anschließend an Interessenten kostenlos beziehungsweise gegen eine Spende abgegeben.

Fünf Tage die Woche sind die Räumlichkeiten in der Fehrbelliner Straße in Neuruppin geöffnet, an drei Tagen wird Kleidung entgegengenommen, an zwei Tagen ausgegeben. „Gerade Dienstagmorgen herrscht hier mitunter großer Andrang“, sagt Mitarbeiterin Petra Finger. Die Interessenten kämen aus unterschiedlichen Gruppen, Hartz-IV-Bezieher seien darunter, zunehmend auch Flüchtlinge.

Damit die Anfragen überschaubar bleiben, gilt beim DRK inzwischen die Regelung, dass Kunden nur alle vier Wochen die Kammer nutzen können. „Mancher war ein oder zwei Mal die Woche hier“, sagt Peter Falkenberg, verantwortlich für die Kammern, „aber so oft geht doch auch niemand ins Kaufhaus.“ Um Missbrauch vorzubeugen, werden die Besuche nun auf einer Karte vermerkt.

Spenden werden oft direkt abgegeben

Die Spenden werden zum Teil direkt vor Ort abgegeben, zusätzlich hat das Rote Kreuz eine Reihe von Containern im Landkreis aufgestellt. Wöchentlich, sagt Falkenberg, werden die Kästen abgefahren und geleert. Teilweise fände sich unbrauchbares Material oder sogar Müll darin. Kleidung in zu schlechtem Zustand für die Kammer werde weiterverkauft. Das diene zur Kostendeckung und zur Finanzierung der Kleiderkammer, sagt Falkenberg und betont: „Wir wollen keine Gewinne erzielen.“

Das Rote Kreuz ist nicht die einzige Organisation, die Container aufgestellt hat. Die GAB aus Protzen ist ebenso dabei wie Texaid, die Tochter eines Schweizer Unternehmens. Allein in Neuruppin hat das Ordnungsamt 15 Standorte registriert – hierfür werden Sondernutzungsgebühren fällig. Wer genauer hinsieht, findet in der Stadt aber deutlich mehr Standorte. Der Hintergrund: Auf privaten Grundstücken muss die Aufstellung nicht von der Stadt genehmigt werden.

Kein Container-Wildwuchs wie in Berlin

So gibt es beispielsweise auf dem Areal des Einkaufszentrums Reiz mehr als ein halbes Dutzend der Metallboxen. „Der Umwelt zuliebe, gebrauchte Bekleidung und Schuhe bitte hier einwerfen“ steht auf ihnen. Welche Firma in diesem Fall dahinter steht, ist für den Spender nicht ersichtlich. Wer eine angegebene Handynummer für „Reklamationen“ wählt, landet im Nichts. Reiz-Manager Frank Nieguth sieht in der fehlenden Auszeichnung kein Problem. „Es ist ja seit zehn Jahren ein offenes Geheimnis, dass gute Ware verkauft wird“, sagt er. Ihm sei es allemal lieber, wenn die Besucher des Reiz Kleidung in die kommerziellen Container werfen, anstatt sie wild zu entsorgen. Mit der Aufstellerfirma sei ein Vertrag geschlossen, schließlich müssten die Boxen in einem ansehnlichen Zustand gehalten werden. Der Entsorger zahle einen „minimalen Obolus“ an den Grundstücksinhaber.

Ein Wildwuchs illegaler Altkleidercontainer auf öffentlichen Flächen – wie beispielsweise in Berlin – ist in Neuruppin nach Ansicht des Ordnungsamtes derzeit kein Problem. In der Vergangenheit seien durchaus unerlaubt aufgestellte Container festgestellt worden. Das Aufkommen dieser unliebsamen Boxen in Neuruppin gehe allerdings eher zurück.

Von Mischa Karth

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