Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Neuruppiner Öko-Vizeweltmeister

Teams bauen sparsame Autos und überzeugen damit bei Wettbewerb Neuruppiner Öko-Vizeweltmeister

Mit einem lauten und entsprechend würdigem Empfang sind am Dienstag in Neuruppin zwei Schülergruppen begrüßt worden, die bei einer Weltmeisterschaft für Öko-Fahrzeuge den zweiten bzw. den vierten Platz belegt haben. Die Schüler konnten mit ihren Modellen überzeugen und so wichtige Erkenntnisse in Sachen Sparsamkeit liefern.

Voriger Artikel
Gefahrenbereiche zum Angucken
Nächster Artikel
Neuruppiner Rettungswache wird erst 2017 fertig

Mit einem riesigen Applaus sind am Dienstagmittag die Teams „Ruppin-Jet“ (vorn) und „Evi Neuruppin“ empfangen worden.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Mit ohrenbetäubendem Lärm sind am Dienstag die zwei erfolgreichen Teams in der Fontanestadt begrüßt worden, die am Wochenende beim Shell-Eco-Marathon in Rotterdam (Niederlande) für Schlagzeilen gesorgt haben. „Ich bin begeistert: Wir sind Vize-Weltmeister“, freute sich Christian Wenger-Rosenau. Der Geschäftsführer von Jetcar Zukunftsfahrzeuge in Nietwerder hat wohl den größten Anteil daran, dass das Team von „Ruppin-Jet“ des Oberstufenzentrums (OSZ) beim Wettbewerb der sparsamsten selbst gebauten Elektrofahrzeuge den zweiten Platz erreichte und die Mannschaft der Evangelischen Schule in der „Urban-Concept-Klasse“ Vierter wurde. Denn die Ideen für die Autos gehen auf Wenger-Rosenau zurück. Er machte vor neun Jahren auch erst auf den Shell-Eco-Marathon aufmerksam. „Wir hatten noch nie zuvor was von dem Wettbewerb gehört“, bekannte Detlef Gebert, Projektleiter am OSZ. Das änderte sich schnell. Schüler des OSZ basteln seitdem ständig mit Wenger-Rosenau und dessen Mitarbeitern an den Fahrzeugen, seit 2014 beteiligen sich ebenfalls Schüler der Evangelischen Schule. Das gemeinsame Ziel: Die Autos sollen immer sparsamer und leichter werden. Die in Neuruppin entwickelten Modelle können dabei durchaus mit denen mithalten, die von Studenten an Universitäten zusammengeschraubt werden. „Die Uni München hat bei uns immer mal reingeschaut“, sagte Gebert stolz.

Diese holte sich im letzten Lauf auch den Sieg. Bis dahin hatte der „Ruppin-Jet“ vorne gelegen. Pilot Joseph Schulze (19) aus Lindow schaffte es auf dem 1,6 Kilometer langen Rundkurs, der zehnmal durchfahren werden musste, mit einer Kilowattstunde Strom umgerechnet 816 Kilometer zurückzulegen. „Umgerechnet auf einen Liter Sprit wären das 7245 Kilometer“, betonte Wenger-Rosenau. Selbst bei den Wettbewerben in Asien und Amerika sei kein Team besser gewesen – bis eben das aus München. Traurig war deshalb am Dienstag keiner. Vielmehr wurde auf dem Hof der Evangelischen Schule in der Schifferstraße ausgelassen gefeiert.

Pilot Joseph Schulze war besonders erleichtert: Er hatte am Vormittag seine letzte mündliche Prüfung absolviert. In Geschichte. Der Lindower war etwas unsicher, ob er zu den Themen (Widerstandsgruppen in der Nazizeit und die französische Revolution von 1789) die Lehrer mit seinen Vorträgen überzeugen konnte. Kein Wunder: Die Vorbereitung auf die Prüfung gestaltete sich etwas schwierig. Schließlich waren die Teams bereits vor gut einer Woche nach Rotterdam aufgebrochen und erst am Montag zurückgekommen. „Als Fahrer habe ich nicht mehr viel an dem Auto gebastelt und konnte mich etwas zurückziehen.“ Ruhe zu finden, war dennoch nicht einfach. Schließlich kamen 50.000 Besucher, um die Wettkämpfe der fast 200 Teams von Schülern und Studenten aus 26 Ländern zu verfolgen. Aber das OSZ-Team, zu dem Daniel Rauhut, Alexander Stoltzenburg, Tim Hoffmann und Nicolas Strehl gehören, konnte seinen Piloten gut abschirmen. Der 19-Jährige, der Lehrer für Sport und Biologie werden will, erfuhr am Nachmittag, dass er die Prüfung bestanden hat.

Zufrieden zeigte sich ebenfalls Mark Müller, Team-Manager der Evangelischen Schule. „Wir haben uns im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz verbessert“, sagte der 18-Jährige, der Schiffsbauingenieur werden will. Zu seinem Team gehörten Georg Müller und Arik Noack.

Trotz des Jubels schauten Christian Wenger-Rosenau und Detlef Gebert bereits voraus. Denn 2016 findet der Shell-Eco-Marathon in London statt. „Da werden wir sicher Unterstützung von der Stadt benötigen“, so Gebert. Grund: Bisher konnten die Teams dank der Sponsoren mit Autos zu den Wettkämpfen ins französische Nogaro und nach Rotterdam fahren. Das wird nächstes Jahr nicht funktionieren. Vermutlich müssen die Autos per Container nach London transportiert werden. Zudem überlegt Tüftler Wenger-Rosenau, dann ein Diesel-Auto ins Rennen zu schicken. Auch das soll natürlich möglichst sparsam und effizient sein.

Von Andreas Vogel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg