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Ostprignitz-Ruppin Neuruppiner Schüler als Flüchtlingspaten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppiner Schüler als Flüchtlingspaten
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00:17 06.10.2016
Nele Peters, Elisa Kaufmann und Maurice Ryba (hintere Reihe v. l.) mit einigen der Zirkus-Kids. Quelle: Buddeke
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Neuruppin

Gut, Regen ist im Herbst normal. Aber musste das ausgerechnet am Sonnabend sein? Für fünf Schüler des Schinkel-Gymnasiums hieß das, dass die Präsentation ihres Zirkus-Projektes schlichtweg ausfallen musste. Denn in Pfützen und Nieselregen lässt sich nun mal weder Einrad fahren, noch mit Flattertüchern tanzen oder menschliche Pyramiden bauen. Die Zirkus-Show wäre das Sahnehäubchen für das Herbstfest im Treskower Asylbewerberheim gewesen, das gleichzeitig die Abschlussveranstaltung der bundesweiten Interkulturellen Woche war, die im Landkreis bereits ab 12. September mit Veranstaltungen wie der Tour de Tolerance, Ausstellungen, Kreativ-Workshops und Gesprächsforen lockte.

Das Herbstfest war zwar eine nasse Angelegenheit – wurde aber gefeiert, wie es sich geziemt: mit Multi-Kulti-Büfett, Musik aus aller Herren Länder, ausgelassenem Tanz in den Pfützen und vielen Gesprächen unter Regenschirmen oder dem Partyzelt.

„Dancing n the rain“ – der guten Laune tut das keinen Abbruch. Quelle: Regine Buddeke

Für die Schinkel-Schüler und deren Zirkus-Kids war die Arbeit dennoch nicht umsonst – frei nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“. Die Arbeit mit den Kindern habe unheimlich Spaß gemacht, erzählen Nele Peters, Elisa Kaufmann und Maurice Ryba, die von ihrer Mitschülerin Alessa Bollack mit ins Boot geholt wurden. „Alessa hat Hilde beim letzten Sommerfest kennengelernt und uns dann angesprochen“, erzählt Nele. Hilde – das ist Hilde Leiser-Kilian, eine Ehrenamtlerin, die sich schon seit Langem um die Kinder im Übergangswohnheim kümmert und auch schon eine Zirkus-Schau mit ihnen einstudiert hat. Daher kam ihr auch die Idee, das den Schülern zu übertragen. Das Zirkus-Projekt sei ohnehin Teil der Patenschaftshilfe, die die fünf Schinkelschüler in Treskow leisten. Früher waren es Schüler der Evangelischen Schule, die als Paten etwas mit den Kindern unternahmen. „Unser Projekt läuft seit einem Dreivierteljahr“, erzählt Elisa, die die Erstklässlerin Fatima und deren zwei kleine Brüder als Patenkids betreut, mit ihnen spielt, malt, bastelt. „Wo man halt nebenher ein bisschen Deutsch spricht“, sagt sie. „Sie fragen mich dann immer, ob ich wiederkomme.“ Und freuten sich jedes Mal, sie zu sehen. „Ich wusste am Anfang gar nicht, ob ich die Verantwortung übernehmen will“, erzählt Nele, die sich für Ilda entschied, die vor einiger Zeit wieder in ihr Land zurückgeschickt wurde.

FSJ-lerin Katrin Lenz beim Kinderschminken. Quelle: Regine Buddeke

Wie viele Zirkuskinder beim Projekt mitmachen, wissen Nele, Elisa und Maurice gar nicht so genau: „Ungefähr zehn“, schätzen sie. Beim ersten Treffen seien es auf einmal 20 gewesen. Kein Wunder, finden alle drei: „Die Kids hier haben wenig Spielzeug. Die wollten alle mit den Sachen spielen, die wir mit dabei hatten“, sagt Elisa über die Bälle und Kostüme, Tücher, Reifen, Musikinstrumente und das Einrad.“Die Kinder sind so bei der Sache gewesen – voller Energie“, schwärmt Maurice von der Arbeit mit den hauptsächlich Grundschülern. „Sie haben immer so gestrahlt, das war toll.“ Elisa pflichtet ihm bei: „Es war auch total charakterbildend – selbst wenn man keinen Sozialberuf anstrebt“, sagt sie und erinnert sich, als sie einmal Filzstifte zum Malen mitbrachte. „Meine Patenkids haben sich von oben bis unten damit angemalt, kaum dass ich mich mal kurz umgedreht habe“, erzählt sie. „Ja, die Nerven trainiert es auch“, sagt Maurice und lacht.

Frohes Treiben auf dem Hof des Asylbewerberheims. Quelle: Regine Buddeke

Auch wenn die Drei jetzt nicht als Dompteur oder Zirkusdirektor in die Manege durften: Das Paten-Projekt geht weiter, sind sich alle einig. „Wir machen das ja nicht für die Präsentation“, sagt Nele. „Sondern um für die Kinder da zu sein.“

Von Regine Buddeke

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