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Neuruppiner Schüler basteln eigene Oper

Kultur-Experiment für Achtklässler Neuruppiner Schüler basteln eigene Oper

Drei Tage lang ist die Taschenoper Lübeck zu Gast an der Evangelischen Schule Neuruppin, um den Schülern das Musiktheater spielerisch näher zu bringen. Die Schüler dürfen sich eigene Geschichten und Texte zur Oper „L’Orfeo“ ausdenken und das Stück am Ende einstudieren. Vorgeführt werden sollen die insgesamt drei Kurzopern bei den Aequinox-Festtagen im März.

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Pianist Daniel Trumbull spielt auf dem Cembalo.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Das Schweigen der Schlager – so haben die Schüler der Evangelischen Schule Neuruppin ihre erste eigene Kurzoper am Ende genannt. Drei Stunden zuvor hatte die 8. Klasse noch nichts außer der Vorlage aus Claudio Monteverdis Oper „L’Orfeo“ in der Hand. In einem Workshop mit vier Mitarbeitern der Taschenoper Lübeck interpretierten sie eine Arie aus dem Stück neu. Fleißig texteten, probten und inszenierten sie zwei Duette und zwei Soli und erschufen eine eigene Geschichte. Den Gesang übernahmen die Profis der Taschenoper. Aufgeführt werden soll das fertige Fünf-Minuten-Stück bei den Aequinox-Festtagen im März in der Kulturkirche Neuruppin.

Seit Montag und bis Mittwoch sind die Leiterin Margrit Dürr und ihr Team von der Taschenoper Lübeck zu Gast an der Evangelischen Schule Neuruppin. Entstanden sind dabei drei unterschiedliche Stücke, angelehnt an die Musik aus der Oper „L’Orfeo“. „Wir machen seit elf Jahren Musiktheater für Kinder und Jugendliche an Kitas und Schulen “, sagte Dürr.

Sänger Titus Witt (r) hilft den Schülern beim Umschreiben der Texte

Sänger Titus Witt (r.) hilft den Schülern beim Umschreiben der Texte. Als Vorlage dienten die Originaltexte der Oper „L’Orfeo“ von Monteverdi.

Quelle: Peter Geisler

Bekannte Opern werden dabei nach den Ideen der Kinder umgeschrieben und einstudiert. „Sie suchen sich aus, an welchem Ort die Oper spielt, welche Personen darin vorkommen und wie die Handlung abläuft“, erklärt die Taschenintendantin. Die Geschichte, die sich die Schüler ausgedacht haben, spielt im Knast. Ein Schlagersänger ist seiner Karriere müde geworden und wird von einem Psychopathen vor seinem nächsten Auftritt unter der Dusche ermordet. Der Psychopath, der genug von seinem wirren und sinnlosen Leben hat, tritt nun in die Fußstapfen des Schlagersängers und wird vom Publikum gefeiert.

Bariton Titus Witt, Pianist Daniel Trumbull und Regisseur Sascha Mink saßen wie auch Margrit Dürr selbst mit den Schülern zusammen und halfen beim Texten. „Wir wollen lebhafte und zeitgemäße Texte, mit denen jeder Jugendliche etwas anfangen kann“, sagte Dürr. Innerhalb einer Stunde waren die Ideen verschriftlicht und die vier Taschenoper-Künstler schrieben die Texte auf große Pappen. „Wir können die Texte ja noch nicht auswendig, müssen das Ganze aber einmal durchsingen und spielen“, so Dürr. Dafür machte sich Regisseur Sascha Mink unter den Schülern auf die Suche nach Schauspiel-Talenten. „Die Freude daran hielt sich erst etwas in Grenzen, aber wir konnten sie dazu motivieren“, so Mink. Schnell wurde klar: Improvisation ist alles. Der Garderoben-Ständer musste als Dusche herhalten und die leere Colaflasche wurde zum Duschbad und Mikrofon umfunktioniert. Kurzerhand verwandelte sich das Klassenzimmer in eine Bühne.

Die Texte waren schnell geschrieben

Die Texte waren schnell geschrieben.

Quelle: Peter Geisler

Schon als Bariton Titus Witt und Sopranistin Margrit Dürr die Solos und Duette probten, war deutlich zu hören, dass die Kinder es mit Profis zu tun hatten. Auch Sascha Mink achtete bei der Inszenierung des Stücks genaustens auf Mimik, Gestik und Sprache. Die Sopranistin und der Bariton selbst übernahmen die beiden Hauptrollen in der Geschichte. Die Schüler spielten das Publikum, hielten die Texte hoch oder standen als Komparsen bereit. Zum Ende des Opernbaustellen-Workshops drehte der Regisseur die Kurzoper mit der Videokamera ab.

Aus diesem Material wird ein Teaser entstehen, der für die Aufführung der drei Schülerprojekte zu den Aequinox-Festtagen werben soll, sagte Margrit Dürr. Musiklehrerin Annett Voge, die das Projekt seitens der Schule betreut, war begeistert vom Auftakt am Montag: „Ich bin gespannt, welche Geschichten sich die anderen Gruppen ausdenken.“

Drei Kurzopern

Die drei Kurzopern , die in Zusammenarbeit mit der Taschenoper Lübeck an der Evangelischen Schule in Neuruppin entstehen, werden am Sonnabend, 19. März, um 11 Uhr bei den Aequinox-Musiktagen in der Kulturkirche gezeigt.

Tickets kosten 9,80 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren ist der Eintritt frei.

Von Luise Fröhlich

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