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Neuruppiner Schüler gehen Arabisch essen

Der andere Rosenmontag Neuruppiner Schüler gehen Arabisch essen

Während viele Jecken am Montag den Rosenmontag feierten, verzichteten Fünftklässler der Neuruppiner Rosa-Luxemburg-Schule aufs Faschingskostüm. Sie schmissen sich stattdessen in Schale und gingen gemeinsam in einem Restaurant essen, um arabische Speisen zu probieren.

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Die Schüler der 5a wollten am Montag etwas Besonderes erleben – und hatten sich dafür auch herausgeputzt.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Ungewöhnlich viele junge Gäste hatte am Montag Gamal El-Sirwy zu bewirten. Dabei hat seine Gaststätte „Mediterran“ in der Virchowstraße montags eigentlich geschlossen. Doch am Montag machte El-Sirwy, der aus Ägypten stammt und seit 1997 in Deutschland lebt, gern eine Ausnahme: Hatte sich doch die 5b der Neuruppiner Rosa-Luxemburg-Schule bei ihm angemeldet. „Wir wollten mal sehen, wie arabisches Essen aussieht, und probieren, wie es schmeckt“, sagt Erik Robert Müller. Der Zehnjährige ist Klassensprecher der 5a.

Die 29 Schüler hatten vor den Ferien überlegt, wie sie in diesem Jahr den Rosenmontag begehen wollen: Eine Faschingsfeier mit Verkleiden wie in den Vorjahren oder etwas anderes? Die Wahl fiel nicht ganz zufällig auf ein gemeinsames Essengehen, um die arabische Küchen kennen zu lernen. Zum einen lernt seit Kurzem auch Mohamad in der 5a. Der Zehnjährige ist mit seinen Eltern vor dem Bürgerkrieg aus der syrischen Stadt Homs geflüchtet. Zum anderen verfügt die 5a durch den zehnjährigen Jamen über gute Kontakte ins „Mediterran“. Er ist der Sohn von Gamal El-Sirwy.

Kleid und Schlips statt Faschingskostüm

„Die Schüler haben demokratisch abgestimmt“, sagte Klassenleiter Manfred Köhn. Dabei sprach sich die große Mehrheit ebenfalls dafür aus, nicht etwa im Faschingskostüm zum Essen zu gehen, sondern sich so schick wie möglich herauszuputzen. Viele der Mädchen trugen deshalb am Montag ein Kleid. Einige Jungs kamen mit Schlips oder eine Fliege.

Gamal El-Sirwy hatte nichts gegen den Besuch der Klasse am Rosenmontag bei ihm. „Ich bin immer froh, wenn Kinder hier sind.“ Er bereitete am Montagvormittag das Essen zu: als Vorspeise eine kalte Platte mit verschiedenem Gemüse wie Zucchini, Aubergine und Paprika, dazu Karottensalat, Schafskäse und Tomaten sowie ein spezieller Weizen-Salat, der mit Kräuter und mit Zitrone eingelegt wird. Dazu konnten die Schüler als Fingerfood geschnittenes Gemüse, Falafel (frittierte Bällchen aus Kichererbsen) sowie zwei Nudelgerichte probieren: Eines mit Gemüse und dann mit Käse überbacken, das andere mit orientalischem Hackfleisch, also Rind und Lamm, und dann ebenfalls mit Käse überbacken. Die Hackfleisch-Variante war bei den Schülern besonders begehrt. „Alle waren glücklich“, freute sich El-Sirwy.

Der Wirt könnte bald ein paar neue Gäste bekommen. Haben doch viele Fünftklässler am Montag angekündigt, demnächst noch einmal im „Mediterran“ vorbeischauen zu wollen, dann mit ihren Eltern. Das hatte Klassensprecher Erik Robert Müller bereits vor dem Essen versprochen. „Wenn es gut schmeckt, gehe ich hier noch mal essen.“

Von Andreas Vogel

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