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Neuruppiner Wäscherei vor der Schließung

Mitarbeiter bangen um ihre Jobs Neuruppiner Wäscherei vor der Schließung

Das Angebot, das den Beschäftigten der Neuruppiner Wäscherei Promint gemacht worden war, klang zunächst gut: Wer am neuen Standort in Bernau weiterarbeiten will, soll die Extra-Fahrzeit vergütet bekommen. Ein Neuruppiner Anwalt zweifelt jedoch an der Seriosität der Offerte und warnt davor, übereilt Verträge zu unterschreiben.

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So viel Dreckwäsche: Ab Oktober soll eine Wäscherei in Bernau die Aufträge übernehmen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Erst der Schock, dann die Verunsicherung. Nachdem die Neuruppiner Promint-Wäscherei vor zwei Wochen völlig überraschend angekündigt hatte, Ende September zu schließen, ist noch immer unklar, wie es für die 73 Beschäftigten weitergeht. Vier von ihnen haben inzwischen den Rat des Neuruppiner Rechtsanwalts Richard Klein gesucht. Klein warnt davor, übereilt neue Verträge zu unterschreiben. „Es liegt noch vieles im Dunkeln“, sagt der Jurist.

Promint ist Teil der Marseille-Unternehmensgruppe in Hamburg. Das Unternehmen hatte den Beschäftigten eigenen Angaben zufolge angeboten, ab Oktober in einer anderen Wäscherei in Bernau weiterarbeiten zu können – die Fahrtzeiten dorthin sollen vergütet werden. Ulrich Marseille, der Aufsichtsratvorsitzende der Konzern-Muttergesellschaft, versprach zudem kostenlose Fahrzeuge für die Strecke nach Bernau. Klein befürchtet, dieses Angebot könne „eine Blendgranate“ sein. Denn noch sei völlig unklar, wie die Offerte vertraglich abgesichert werden soll.

Die Wäscherei hat keinen Betriebsrat

Einige der Beschäftigten arbeiten schon seit mehr als 30 Jahren an dem Wäscherei-Standort in der Gerhart-Hauptmann-Straße. Doch auch langjährige Mitarbeiter brauchen Kleins Einschätzung zufolge nicht auf eine Abfindung zu hoffen. Die Promint-Wäscherei habe keinen Betriebsrat: „Wenn es keinen Betriebsrat gibt, kann es auch eine Abfindung nach Sozialplan geben“, sagt er.

Die Proment-Wäscherei in Bernau, die die Aufträge aus Neuruppin übernehmen soll, wäre für die Beschäftigten aus Neuruppin ein neuer Arbeitgeber. Klein befürchtet, dass den Mitarbeitern ein Aufhebungsvertrag vorlegt werden soll, mit dem sie ihren Anspruch, in Neuruppin arbeiten zu können, aufgeben. In den Arbeitsverträgen, die Klein kennt, ist Neuruppin als Arbeitsort eingetragen. „Niemand muss in den Bus nach Bernau steigen“, sagt er. Würde Mitarbeitern, die nicht nach Bernau gehen wollen, gekündigt, so müsste der Arbeitgeber binnen der Kündigungsfrist weiterhin ein Entgelt gezahlt – bei längeren Kündigungsfristen auch über mehrere Monate in Neuruppin.

Eigentlich sollte der Standort sogar erweitert werden

Die Marseille-Kliniken selbst hatten die plötzliche Schließung der Promint-Wäscherei mit der unsicheren Zukunft am Neuruppiner Standort begründet. Schon lange hatte das Unternehmen den Neuruppiner Standort erweitern wollen, weil die Mitarbeiter dort immer mehr Aufträge bearbeiten mussten. 2,3 Millionen Euro sollten in die Erweiterung der Wäscherei investiert werden. Im Juni hatte Promint eine Baugenehmigung bekommen – doch die Firma rückte von den Ausbauplänen wieder ab. Zwei Anwohner hatten sich mit Klagen gegen Lärm und Geruchsbelästigungen durch die Wäscherei zur Wehr gesetzt.

Die Marseille-Kliniken selbst waren am Freitag für eine Nachfrage nicht zu erreichen. Auf seiner Internetseite kündigte das Unternehmen indes an, die Wäscherei-Einheit für Berufsbekleidung am Neuruppiner Standort erhalten zu wollen. Das Unternehmen hatte zunächst davon gesprochen, die gesamte Wäscherei zu schließen. Jetzt hieß es, lediglich „große Teile der Produktion“ sollen geschlossen werden. Unklar blieb, wie viele Beschäftigte für die Reinigung der Berufsbekleidung künftig benötigt werden.

In der Promint-Wäscherei wird es voraussichtlich in der kommenden Woche eine Betriebsversammlung geben, bei der es auch um die Zukunft der Mitarbeiter gehen soll. Klein rät dazu, jeden Vertrag vor der Unterzeichnung von einem Fachmann prüfen zu lassen.

Von Frauke Herweg

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