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Neuruppiner haben mehr geheizt

Mehr Umsatz mit Fernwärme Neuruppiner haben mehr geheizt

Die Stadwerke Neuruppin haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Fernwärme verkauft als 2014. Das ist zum einen dem massiven Ausbau des Netzes in der Altstadt geschuldet – zum anderen aber auch dem Wetter, glaubt das Unternehmen. Jetzt bekommen die Stadtwerkekunden die Rechnung. Rund 21 000 werden in diesen Tagen verschickt.

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In vielen Altstadtstraßen wurden Fernwärmerohre verlegt.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Für die Stadtwerke Neuruppin zeigen die Investitionen der vergangenen Jahre erste Folgen. Seit 2013 ist das Unternehmen dabei, sein Netz an Fernwärmeleitungen in der Neuruppiner Innenstadt deutlich auszubauen. Immer wieder sorgten die Bauarbeiten für Ärger bei Autofahrern, weil Straßen plötzlich gesperrt waren oder Bagger den Weg verbauten. Das dürfte jetzt vorbei sein. In den allermeisten Straßen sind die nötigen Fernwärmerohre jetzt in der Erde, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Thoralf Uebach.

Vertriebsleiter Guido Gerlach

Vertriebsleiter Guido Gerlach.

Quelle: Peter Geisler

Gebaut wird trotzdem noch, allerdings in kleinerem Rahmen. „Wir sind jetzt vor allem dabei, Hausanschlüsse zu verlegen“, erklärt Guido Gerlach, der die Vertriebsabteilung des städtischen Energieversorgers leitet. Lediglich an der Präsidentenstraße fehlt zwischen Puschkin- und Rosa-Luxemburg-Straße noch ein Stück Leitung. Außerdem wollen die Stadtwerke in diesem Jahr noch zwei kleinere Heizkraftwerke bauen: eines an der Trenckmannstraße gegenüber dem Sportcenter, ein zweites auf dem Firmengelände an der Heinrich-Rau-Straße.

Die Folgen des Ausbaus werden jetzt mit den Abrechnung für das Jahr 2015 deutlich. In diesen Tagen verschickt das Unternehmen die Bescheide an alle seine Kunden. Zehn Mitarbeiter hatten im Dezember rund 36 400 Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmezähler abgelesen. Am Freitag sollten die ersten der insgesamt 21 000 Rechnungen bei den Kunden angekommen sein.

Zwar war auch 2015 ein eher mildes Jahr, doch bei weitem nicht so mild wie 2014 – jedenfalls nicht aus Stadtwerkesicht. Viele Haushalte haben mehr Gas- und Fernwärme verbraucht, im Durchschnitt zwei bis drei Prozent.

Insgesamt haben die Stadtwerke aber noch mehr verkauft. Der Absatz bei Erdgas stieg um etwa fünf Prozent gegenüber 2014. Das dürfte unter anderem dem Ausbau des Netzes in den Ortsteilen zu schulden sein, glaubt Gerlach. In Gnewikow, Nietwerder, Karwe, Lichtenberg und Radensleben hat das Unternehmen neue Leitungen verlegen lassen.

Fernwärme-Absatz ist um elf Prozent gestiegen

Bei der Fernwärme ist der massive Ausbau noch deutlicher zu spüren. Der Fernwärme­absatz ist in Neuruppin um rund elf Prozent gegenüber 2014 gestiegen. Das lag am größeren Netz, aber auch am Wetter, sagt Uebach: „Global gesehen war 2015 das wärmste Jahr seit Aufzeichnung der Wetterdaten, aber nicht so in unseren Breitengraden.“

Etlichen Neuruppinern flattert wohl eine Nachforderung ins Haus. Aus den vergangenen Jahren wissen die Stadtwerke, dass die einige Kunden schnell in Bedrängnis bringen kann. Vor allem Geringverdiener und Hartz-IV-Empfänger, sagt Gerlach: „Manchen werfen schon 100 Euro Nachforderung aus der Bahn.“ Jedes Jahr haben einige Zahlungsprobleme, wenn im Januar die Rechnungen verschickt werden. „Zwei bis drei Prozent unserer Kunden trifft das schon“, schätzt Geschäftsführer Uebach.

Stromsperrungen versuchen die Stadtwerke trotzdem zu vermeiden, sagt er: „Ohne Strom kann man heute doch nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.“ Dringender Rat an alle, die Probleme haben, Nachzahlungen zu begleichen: Sie sollten sich schnell bei den Stadwerken melden. Und noch einen Rat gibt Guido Gerlach: Niemand sollte an der Haustür angebliche Nachforderungen an einen angeblichen Mitarbeiter der Stadtwerke bar bezahlen. Jedes Jahr wieder versuchen Betrüger, mit dieser Masche an Geld zu kommen.

Von Reyk Grunow

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