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Neuruppiner hat Schredder-Firma etabliert

Existenzgründer Thorsten Ludwig Neuruppiner hat Schredder-Firma etabliert

Bei der Bundeswehr bekam Thorsten Ludwig einst einen Industrieschredder zu Gesicht. Nach dem Ende seiner Dienstzeit überlegte er kurz, dann machte er sich selbstständig. Im Neuruppiner Ortsteil Nietwerder hat er vier Jahre nach der Gründung seine Firma „Datenwächter“ etabliert. Hier werden im großen Stil Akten gelagert und vernichtet.

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Thorsten Ludwig in seinen Lagerräumen in Nietwerder.

Quelle: Peter Geisler

Nietwerder. Zehn Jahre war Thorsten Ludwig bei der Bundeswehr. Als Zugführer der Artillerie war er im Dienst, unter anderem in Afghanistan. Mit dem Ende seiner Dienstzeit stand Ludwig vor der Entscheidung, was danach kommen sollte.

In seinem gelernten Beruf Dachdecker wollte Ludwig nicht arbeiten, stattdessen bei der Feuerwehr oder Polizei einsteigen, „doch dafür war ich schon zu alt“, sagt der Neuruppiner im Rückblick. So drückte er mit Anfang 30 noch einmal die Schulbank an der Bundeswehrfachschule.

Ziemlich bald habe er aber realisiert, dass das Lernen binomischer Formeln und der neusten Rechtschreibregeln für ihn nicht das richtige gewesen sei.

Ludwig wollte etwas anderes machen. Bei der Bundeswehr hatte er einen großen Aktenvernichter im Betrieb gesehen. Alte Unterlagen für Unternehmen und Verwaltungen zu schreddern, das konnte sich Ludwig auch in Neuruppin gut vorstellen.

Mit der Idee im Gepäck besuchte Ludwig ein Existenzgründerseminar der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Neuruppin. „In diesem Seminar kriegt man die Bestätigung, ob das eigentlich Sinn macht, was man sich in den Kopf gesetzt hat“, sagt er. Ludwigs Idee kam gut an bei den Coaches. Sie unterstützen ihn bei den ersten formalen Schritten in die Selbstständigkeit. „Bei den Verträgen mit der Bank hätte ich mich jahreslang reinlesen müssen, was die eigentlich von mir wollen“, erklärt Ludwig. Er akquirierte erste Kunden und bekam seinen Gewerbeschein.

Seit Mitte 2011 ist er als „Datenwächter“ unterwegs, holt Akten von öffentlichen und privaten Einrichtungen ab, um sie zu vernichten. „Bei zwölf bis 15 Ordnern geht es los, darunter lohnt es sich nicht“, sagt Ludwig. Oft liegen die Mengen deutlich darüber. Beim Schreddern gelte es, bestimmte Normen einzuhalten, erklärt der 37-Jährige. Die Sicherheitsstufen 1 und 2, die beispielsweise auch mit Schreddern zu Hause erreicht werden, eigneten sich nicht für größere Firmen. Für vertrauliches Schiftgut sieht die Deutsche Industrienorm die Sicherheitsstufe 3 vor. Wenn die Schnipsel aus der Maschine kommen, ist nicht mehr viel zu erkennen. Vier Jahre nach der Gründung hat Thorsten Ludwig gut zu tun. Für einen Mitarbeiter reichen die finanziellen Sicherheiten noch nicht, sagt der Chef, dafür hat er mittlerweile ein zweites Standbein gefunden: Er vernichtet Akten nicht nur, er lagert sie auch ein. Unternehmen, die gesetzlich verpflichtet sind, Unterlagen über Jahre oder Jahrzehnte aufzubewahren, können bei ihm Regalmeter anmieten. Ludwig ist gerade dabei, das Depot in Nietwerder zu erweitern und zu modernisieren.

Nicht alle Existenzgründer haben es so weit geschafft wie Ludwig. Manche hätten keine überzeugende Idee gehabt, andere schon – aber ohne die Fähigkeit, das Produkt zu verkaufen, so Ludwig. „Persönliches und starkes Auftreten gegenüber den Kunden ist wichtig“, sagt Ludwig. „Man muss für die Sache brennen.“

Von Mischa Karth

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