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Neuruppiner im Trödelfieber

Antikmarkt in der Pfarrkirche Neuruppiner im Trödelfieber

Am Wochenende strömten die Neuruppiner in die Kulturkirche, um in alten Kisten zu stöbern, schöne Dinge aus Silber und Porzellan zu entdecken oder nach besonderen Sammelstücken Ausschau zu halten.

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Die 5-jährige Charleen entdeckt auf dem Trödelmarkt Schätze. Sie sucht sich einen Ring aus, den ihr der Händler schenkt.

Quelle: Cornelia Felsch

Neuruppin. Schon am frühen Morgen strömen die Kunden am Wochenende in die Pfarrkirche zum Antik- und Trödelmarkt. Für viele Händler läuft das Geschäft erfreulich gut. Weniger angenehm war es hingegen dann für ein Händlerpaar, dass ihnen die Brieftasche mit den Einnahmen gestohlen wurde.

Für viele Händler sind derartige Erfahrungen nicht neu. Im großen Gewühle von mehr oder weniger wertvollen alten Sammelstücken haben Diebe oft leichtes Spiel. Dieter Lorkowski ist aus Dessau angereist. Er kennt dieses Problem und hat seinen Geldbeutel immer dicht am Körper. Doch Sammelstücke sind auch ihm schon abhanden gekommen. „In manchen Städten gibt es ganze Banden, die sich darauf spezialisiert haben“, erzählt er. „Während sich ein Gauner beraten lässt, steckt der andere die Sachen ein.“ In Neuruppin ist der Händler zum ersten Mal.

Das Ambiente ist ein besonderes

Ihm gefällt das Ambiente in der großen Kirche und auch mit der Kundschaft und dem Umsatz ist er zufrieden. „Ich werde auf alle Fälle wiederkommen“, sagt er.
Bei der Firma Schmidt aus dem Erzgebirge gibt es alles, was das Sammlerherz begehrt. Töpfe, kleine Fernsehgeräte für die Puppenstube, Novum-Reinigerseife für 1,25 DDR-Mark und Ölbilder mit mediterranen Motiven. Zwei dieser farbenfrohen „Kunstwerke“ hat sich ein Kunde herausgefischt. Sie scheinen ihm zu gefallen, doch die Rahmen betrachtet er etwas skeptisch. „Wenn die Bilder an der Wand hängen, fällt es nicht mehr auf, dass der eine Rahmen aus Plaste und der andere aus Holz ist“, sagt der Händler. Er schwärmt von den alten Dingen, die früher mit soviel Liebe hergestellt wurden und wesentlich länger hielten. „Der DDR-Küchenmixer RG 28 hat ewig gehalten. Viele Kunden erzählen mir, dass sie das Gerät heute noch benutzen.“, sagt er. Doch er ist sich sicher, dass der Trödel weniger werden wird. „Die heute produzierten Dinge, die so schnell und lieblos hergestellt werden, will doch später keiner mehr haben.“ Schade – doch noch gibt es ausreichend Relikte aus den vergangenen Jahren, und die Tische in der Kulturkirche sind zum Bersten gefüllt. Komplette Jahrgänge der Mosaikhefte mit den Geschichten der Abrafaxe türmen sich neben verrosteten Schlüsseln, Hutschenreuter Porzellan, Spielzeug und einer großen alten Bibel „Gottes Wort im Hause,“ eine Ausgabe mit Stammbaum der ehemaligen Besitzer.

Reiches Angebot an Münzen und Briefmarkten

Für Spezialsammler gibt es ein reiches Angebot an Münzen, Geldscheinen, alten Postkarten, Briefmarken und philatelistischen Belegen. Mit ernster Mine und hochkonzentriert geht es hier zur Sache. Die Veranstaltung ist eine gute Gelegenheit um zu fachsimpeln, Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Der Berliner Hans Peter Nabbefeld handelt mit Büchern, Zeitschriften und alten Ansichtskarten. Auch den Neuruppiner Verleger Peter Pusch versorgt er ab und zu mit alten Ansichten aus dem Kreis Ostprignitz-Ruppin. Alte Kreiskalender des Ruppiner Regionalverlags gehören zu seinem Angebot.

Von Cornelia Felsch

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