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Neuruppins Feuerwehr mit Ausstellung geehrt

Neuruppin Neuruppins Feuerwehr mit Ausstellung geehrt

Die Neuruppiner Wehr wird 150 Jahre alt: das würdigt das Museum mit einer Extra-Ausstellung, die sich neben 150 Jahren Wehrgeschichte auch dem Stadtbrand 1787 sowie dem Minimax-Feuerlöschgerätewerk widmet. Zeitgleich ist ein Chronik von Peter Pusch erschienen.

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Andrang bei der Vernissage: Die Ausstellung aus rund 200 Exponaten und etlichen Schautafeln beleuchtet in drei Teilen den großen Stadtbrand, das Feuerlöschgerätewerk sowie 150 Jahre Neuruppiner Feuerwehr-Geschichte.

Quelle: Regine Buddeke

Neuruppin. Der Andrang war enorm. Mehr als 100 Menschen kamen am Sonntagmittag ins Museum Neuruppin zur Eröffnung der neuen Ausstellung „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ – eine Schau, die die Museumsmitarbeiter anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Neuruppiner Feuerwehr zusammengestellt haben. Stadtbrandmeister Reinhard Jachnick war mit einem Großteil seiner Männer und Frauen vor Ort. Neben Vizelandrat Werner Nüse und dem Bürgermeister der Fontanestadt Jens-Peter Golde war als Vertreterin des Landes Katrin Lange (SPD), Staatssekretärin im Innenministerium, gekommen, um die Neuruppiner Retter zu beglückwünschen.

Feuerlöscher in allen Formen und verschiedensten Baujahres

Feuerlöscher in allen Formen und verschiedensten Baujahres.

Quelle: Regine Buddeke

„Feuerwehrgeschichte ist neben Stadtgeschichte auch Familientradition“, hob Jens-Peter Golde hervor. Fast die Hälfte aller jetzigen Feuerwehrleute seien bereits in zweiter oder gar dritter Generation Brandschützer aus Überzeugung. „Sie sind von Klein auf mit der Feuerwehr verbunden“, lobt er und hofft, dass sowohl die Ausstellung als auch das zeitgleich erschienene Buch von Stadthistoriker Peter Pusch und dessen Mitstreitern das Interesse und die Lust auf Feuerwehr wecken werden. „Feuerwehrmann sein ist nicht nur Schlauch in der Hand halten – da gehört auch viel Idealismus dazu. Und darüber hinaus auch ein weitreichendes technisches Know-how“, führt er aus und fügt mit Blick auf die Staatssekretärin noch einen Wunsch ans Innenministerium hintenan: „Bis zum 200. Jubiläum werden noch viele Millionen nötig sein, um die Wehr weiterhin einsatzfähig zu halten.“

Schlauch aus alter Zeit

Schlauch aus alter Zeit.

Quelle: Regine Buddeke

Katrin Lange ist sich der Tatsache bewusst, dass es immer schwerer wird, als Freiwillige Wehr rund um die Uhr einsatzfähig zu sein. „150 Jahre Feuerwehr bedeuten tausende Stunden ehrenamtliche Arbeit, viele Einsätze, viele gerettete Leben“, lobt sie. Die Nachwuchsgewinnung sei ein Problem, räumt sie ein. Die Jungen zu begeistern, sei eine wichtige Aufgabe. „Feuerwehr ist ein besserer Ort für die Freizeitgestaltung als das ganze virtuelle Gedöns“, bricht sie eine Lanze für das Ehrenamt. Im Landtag habe man das Problem erkannt und 2016 per Beschluss Veränderungen im Brand- und Katastrophenschutz auf den Weg gebracht. Derzeit werde beraten, welche neuen Lösungen hilfreich seien. „Retten, löschen, bergen, schützen“ sei mehr als nur ein Werbe­slogan.

Tragbare Spritze von 1839

Tragbare Spritze von 1839.

Quelle: Regine Buddeke

Stadtbrandmeister Reinhard Jachnick, der wie sein Vor-Vorgänger Karl-Heinz Köppen vor Ort ist, bekennt: „Ich bin stolz, Mitglied der größten und leistungsfähigsten Wehr des Kreises zu sein.“ Und dazu eine mit derart langer Tradition. Die hat Stadtchronist Peter Pusch in einer Chronik gewürdigt. Die Präsentation steht noch bevor. Man habe ihn im September gefragt, ob er eine solche Chronik erstellen könne. „Ich wusste nicht, worauf ich mich da einlasse“, erzählt Pusch, der selbst einmal zusehen musste, wie sein Haus von der Wehr gerettet wurde. Es gab etliche Aktenordner Archiv-Material zu wälzen. Bereits 1912 habe es eine umfangreiche Dokumentation gegeben, auch die Presse habe stetig über die Feuerwehr berichtet. Insgesamt zehn Ordner Chronik seien zwischen Ende der 70er Jahre bis 2007 entstanden, weitere 15 Ordner habe Kreisbrandmeister Wolfgang Hohenwald beigesteuert. „Zweieinhalb Meter Akten: eine Mammutaufgabe, das alles zu sichten“, so Pusch. Unterstützt haben ihn dabei Jachnick, Köppen und Hohenwald, dazu Christian Hohenwald und Christian Genz.

Krad aus DDR-Zeiten

Krad aus DDR-Zeiten.

Quelle: Regine Buddeke

„Peter Pusch hat uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden“, bedankt sich Museumsleiterin Maja Peers-Oeljeschläger. Für sie sei es die erste Ausstellung über Stadtgeschichte in ihrer Amtszeit. Schon lange war geplant, dem Feuerlöschgerätewerk eine Schau zu widmen. Nun reiht sich dieses Kapitel Neuruppin als dritte Säule der Ausstellung ein: neben der Geschichte zum großen Stadtbrand vom 26. August 1787 sowie der 150-jährige Geschichte der Neuruppiner Wehr, die 1867 – 80 Jahre nach dem Brand – aus einem Turnverein heraus gegründet wurde. „Mit 30 Turnern und 120 Verpflichteten“, erzählt Jachnick. Mehr als 200 Exponate gibt es zu sehen: Uniformen und Helme, Dokumente und Ausrüstung, ein Motorrad, Löscheimer, Feuerlöscher – vieles Leihgaben von Privat sowie der Dierberger Wehr. Mittendrin das Verdienstkreuz am Bande, das Karl-Heinz Köppen 1997 von Bundespräsident Roman Herzog verliehen wurde. Und – der ganze Stolz: eine tragbare Wasserspritze von 1839. Mit der hätte aber der Stadtbrand, der in zwei Stunden hunderte Häuser verschlang, auch nicht gelöscht werden können.

Von Regine Buddeke

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