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Ostprignitz-Ruppin Neuruppins Frauenkabarett hat einen „Plan B“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppins Frauenkabarett hat einen „Plan B“
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00:17 16.03.2016
„Gutmensch“ versus „Konsumfuzzi“: Dörte Börs (l.) und Doreen Vogelei zum Thema „Flüchtlinge“. Quelle: Regine Buddeke
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Neuruppin

„Quatschen Sie nicht dazwischen, das ist ne Sache zwischen mir und dem Jüngelchen da“, herrscht Rosemarie Fürsprecher alias Freifrau von Zupp alias Doreen Vogelei die Moderatorin Anne Ev an, die ihr die Sicht auf Roland Gegner versperrt. Immerhin geht es um TTIP und dazu hat die Greisin in Tussi-Pink-Fummel, zentnerschwerem Geschmeide, Handtasche a la „schwarzes Loch“ und den meterdicken Gläsern vor den Maulwurfsaugen allerhand zu sagen. Auch wenn sie die Talkshow über das Freihandelsabkommen für ihre Demenz-Untersuchung hält. „Erwerbsarmut?“, höhnt sie. „Ich habe genug zu tun, in meiner Tasche zu wühlen und nach Männern zu gucken“, tönt die lüsterne Seniorin, die auf andere Meinungen schlichtweg gar nichts gibt. „Moral – was fürn Scheiß! Die wird doch erst spannend, wenn man das M weglässt“, dröhnt sie und das Publikum kriegt sich nicht mehr ein. Freifrau von Zupp ist Kult – in jedem Programm des Frauenkabaretts „Unverblümt“ hat sie ihren Starallüren-Auftritt und die Fans lieben Doreen Vogelei dafür. Egal ob sie „Woah, ist das langweilig“, krächzt oder in aufreizend quälender Langsamkeit die Bühne besteigt – Knochen für Knochen, mit narzisstischer Gebrechlichkeit.

Kult: Freifrau von Zupp alias Doreen Vogelei Quelle: Buddeke

Am Freitag stellten Doreen Vogelei, Dörte Börs und Anne Ev Hodel ihr neues Programm „Plan B“ im Neuruppiner Restaurant „Rosengarten“ vor – wie immer anlässlich der Brandenburger Frauenwoche und wie immer spenden sie die Erlöse einem gemeinnützigen Verein. Der wird diesmal von den 100 Zuschauern bestimmt – jeder darf einen Vorschlag in den Hut werfen. Gezogen wird die Neuruppiner Tafel.

Dass die Frauen „unverblümt“ ihre Meinung sagen, ist Programm. Dass sie auch vor brisanten Themen nicht zurückschrecken, ebenso. Die Flüchtlingsumfrage in Neuruppin fällt recht klar aus. „Es ist gut, wenn der Mensch arbeitet – hab ich nicht recht-s?“, fragt „Frauke Petry“ mit kerniger Stimme einen Mann. „Mich stören die Flüchtlinge eigentlich nicht“, antwortet der auf Nachfrage. „Schon mal über Alternative für Deutschland nachgedacht?“ Petry wedelt mit einem Flyer. „Nö, ick fühl mich hier wohl“, sagt der Gefragte. „Aber gib mal her den Wisch – mir hat grad ein Vogel aufs Auto geschissen.“

Chantal bekommt beim Ostereierbemalen Erziehungstipps von ihrer Mutter. Quelle: Buddeke

Auch die ganz normalen Familienkomödien sezieren Börs, Hodel und Vogelei mit Lust und Leidenschaft. Etwa die schwangere Schülerin Chantal, die von der Hartz-IV-Oma in spe schon gute Erziehungsratschläge bekommt: „Das wichtigste, was de brauchst, is ein großer Flachbildschirm. Und wenns dann immer noch nich ruhig is – ich sag nur: Likörchen.“

Auch die schrittweise Demontage der Frutarierin gerät zum Vergnügen. „Kein Tier soll Schmerzen erleiden“, haucht sie. „Deine Nahrungsergänzungsmittel sind per Tierversuch getestet“, entgegnet Fleischesserin“ Rossi ihrer scheinheiligen Freundin, die gerade kreischend eine Spinne zertritt.

Das Publikum hat viel zu lachen. Quelle: Buddeke

Von Regine Buddeke

Fünf Jahre lang wollen die vier Musiker des Armida Quartetts sich an Mozart abarbeiten – und sämtliche seiner Streichquartette einstudieren. In diesem Jahr sind die preisgekrönten Jung-Musiker zur Rheinsberger Hofkapelle bestellt worden – bei ihrem Eröffnungskonzert im Schlosstheater überraschten sie mit Mozart vom Feinsten: in Note und Wort.

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