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Neuruppins Museum wird doch teurer

Stadt braucht eine halbe Million mehr Neuruppins Museum wird doch teurer

Knapp sechs Millionen Euro hat die Stadt Neuruppin in den Um- und Ausbau ihres Museums gesteckt. Ein knappes Jahr nach der Eröffnung wird jetzt klar: Dieses Geld reicht nicht. Neuruppin muss wohl noch weitere 600 000 Euro zahlen.

Neuruppin, August-Bebel-Straße 52.925527435607 12.800135079346
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Skulptur vorm Wusterhausener Rathaus

Für sechs Millionen Euro hat Neuruppin sein Museum umgebaut und erweitert.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Der Bau des Neuruppiner Museums wird um rund 600 000 Euro teurer als zuletzt bekannt. Knapp ein Jahr nach der Eröffnung des Baus stimmten die Stadtverordneten am Montagabend hinter verschlossenen Türen einer entsprechenden Zahlung zu. Bei der Summe handelt es sich um einen Kompromiss. Ursprünglich wollte die Baufirma sogar noch deutlich mehr Geld haben.

Mehrfach hatten Stadtverordnete in den vergangenen Monaten nach der Endabrechnung für den Museumsum- und -anbau gefragt, aber mehr oder minder ausweichende Antworten bekommen. Dass auf die Fontanestadt wohl noch Kosten zukommen werden, konnten sich die Abgeordneten allerdings ausrechnen. Der Baudezernent Arne Krohn hatte schon vor Monaten erklärt, dass eine Baufirma „erhebliche Nachforderungen“ gegenüber der Stadt aufgemacht hat. Da die Stadt nicht bereit war zu zahlen, drohte das Ganze vor Gericht zu landen. Am Montagabend stimmten die Stadtverordneten einem Vergleich in Höhe von rund 594 000 Euro zu.

Die Neuruppiner Stadtverwaltung will sich dazu nicht äußern. Weder bestätigt Rathaussprecherin Michaela Ott die Summe, noch erklärt sie, warum die halbe Million zusätzlich nötig ist. Die Stadt werde erst dazu Stellung nehmen, wenn der Vorgang abgeschlossen ist, heißt es aus dem Rathaus – sprich: wenn der Vergleich abgeschlossen und das Geld überwiesen ist.

Der moderne Anbau des Neuruppiner Museums Im Hintergrund der historische Tempelgarten mit dem Apollotempel

Der moderne Anbau des Neuruppiner Museums. Im Hintergrund der historische Tempelgarten mit dem Apollotempel.

Quelle: Peter Geisler

Die Stadtverordneten reagierten am Montag ganz unterschiedlich. Der SPD-Fraktionschef Nico Ruhle sieht die Sache eher gelassen. „Natürlich ist das ärgerlich“, sagt er. Andererseits habe die Stadt vor einem Jahr schon sicherheitshalber eine halbe Million Euro für den Fall der Fälle zurückgelegt. Die Stadtverordneten hätten schließlich vor Jahren mehrheitlich für den Bau des Museums gestimmt. „Wenn wir jetzt zahlen müssen, dann ist das nur die logische Konsequenz.“ Sein Fraktionskollege Siegfried Pieper hält die Summe von 600 000 Euro auch für vertretbar: „Es ist zwar schade, dass das jetzt einen fahlen Beigeschmack bekommt“, sagt er. „Aber es war die richtige Entscheidung für Neuruppin, dieses Museum zu bauen.“ Auch Andreas Haake von den Bündnisgrünen ist gelassen. Beruflich hat er öfter mit großen Verträgen zu tun. „Man rechnet mit sechs bis zehn Prozent Mehrkosten“, sagt er aus Erfahrung. Bei sechs Millionen Euro Baukosten sei die Summe im Rahmen.

Siegfried Wittkopf von der Linken weiß nichts davon, dass die Stadt angeblich eine halbe Million für den Museumsstreit zurückgelegt hat: „Das stimmt nicht. So eine Rücklage gibt es nicht.“ Für ihn war die Zahl am Montag überraschend. Erst vor wenigen Wochen hatte er gefragt, ob die Fördermittel für den Museumsbau schon abgerechnet wurden. Von so hohen Zusatzausgaben war da keine Rede. Was Wittkopf vor allem sauer macht: Erst vor wenigen Jahren hatte es beim Umbau des Alten Gymnasiums richtig geknallt, als überraschend bekannt wurde, dass das Vorhaben viel teurer wird. Die Stadtverwaltung gelobte damals mehr Kontrolle und bessere Informationen.

Tatsächlich bekommt der Bauausschuss seitdem regelmäßig eine Kostenübersicht der Bauvorhaben. In der war zuletzt zwar von „erheblichen Nachforderungen“ die Rede und von einem Vergleichsangebot. Zahlen wurden dort dazu aber nicht genannt.

Von Reyk Grunow

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