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Neuruppins Oldiemarkt zieht nach Wulkow um

Mehr Platz für Händler und Besucher Neuruppins Oldiemarkt zieht nach Wulkow um

Die 32. Auflage des Oldie- und Teilemarktes in Neuruppin wird in Wulkow vor den Toren der Fontanestadt stattfinden. Der Mietvertrag für 20 Hektar verfestigte Pferdewiese wurde am Dienstag geschlossen. Damit muss hoffentlich keinem Händler abgesagt werden, weil alle Plätze ausgebucht sind. Das war im Vorjahr geschehen. Damals kamen 740 Händler und 8000 Besucher.

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Tauschen, trödeln, Teile kaufen: Der Oldiemarkt in Neuruppin zieht seit Jahren tausende Besucher aus Nah und Fern an.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Erstmals findet der weit über die Stadtgrenzen von Neuruppin beliebte Oldie- und Teilemarkt in Wulkow statt, und zwar am 7. und 8. November. „Wir haben 20 Hektar verfestigte Pferdewiese gemietet, die dem Reiterhof von Bernd Deter gehört“, sagte am Dienstag Monika Goldschmidt, Chefin der Entwicklungs- und Arbeitsfördergesellschaft Neuruppin (EAN).

Am Mittwoch will Goldschmidt mit dem Ordnungsamt und der Polizei besprechen, wie die Wege und Parkplätze am besten ausgewiesen werden können. Denn die EAN erwartet zum Teilemarkt wieder hunderte Händler aus Nah und Fern sowie tausende Besucher. Allein im vergangenen Jahr hatten 740 Händler angeboten, was das Schrauberherz so begehrt: Moped-Schutzbleche, Original-Teile von Robur, Simson, Trabant oder Wartburg, alte Motorräder und, und, und. Gut 8000 Besucher waren in das Gewerbegebiet Temnitzpark in Werder geströmt und hatten nach fehlenden Teilen für ihre alten Schätze gesucht. Der Oldie- und Teilemarkt findet zwar seit Jahren eigentlich auf dem Gelände hinter der Panzerkaserne an der Alt Ruppiner Allee in der Fontanestadt statt. Doch sorgte das immer wieder für Beschwerden, weil es nicht genügend Parkplätze für die vielen Besucher gab; die B 167 zwischen Neuruppin und Alt Ruppin und alle umliegenden Straßen waren mit parkenden Autos vollgestellt. Die an- und abreisenden Händler und Besucher sorgen regelmäßig für lange Staus.

Die Wiesen waren für die schweren Fahrzeuge der Händler zu feucht

Im vergangenen Jahr war zudem an der B 167 gebaut worden. Deshalb war die EAN mit dem Teilemarkt ins Gewerbegebiet Temnitzpark umgezogen. Als Dauerlösung ist der aber nicht geeignet, die 16 Hektar große Fläche an der A 24 zwischen Dabergotz und Werder war schlichtweg zu klein. „Wir mussten erstmals Händler abweisen, weil wir keinen Platz mehr hatten“, sagt EAN-Chefin Goldschmidt. Zudem waren die Wiesen für die schweren Fahrzeuge der Händler zu feucht.

Zurück an die Panzerkaserne kann der Teilemarkt auch nicht ziehen. Das Land vermietet die Fläche vorerst nicht, weil diese womöglich für das Unterbringen von Flüchtlingen gebraucht wird. „Wir haben immer wieder die Auskunft bekommen: Fragen sie Ende des Monats wieder nach.“ Noch länger warten wollte die EAN aber nicht und sah sich nach anderen Flächen um. Den neuen Standort in Wulkow hält Goldschmidt für gut geeignet. Zum einen, weil die Wiesen im Gegensatz zu denen im Temnitzpark verfestigt sind; zum anderen, weil die EAN auch noch mehr Fläche mieten kann, wenn der Ansturm noch größer als erwartet sein sollte. „Wir müssen diesmal sicher niemanden abweisen“, so die EAN-Chefin.

Eine Anfrage des Stadtverordneten André Ballast im Neuruppiner Rathaus hatte allerdings in den vergangenen Tagen für einige Aufregung gesorgt. Ballast wollte wissen, ob es stimmt, dass der deutschlandweit beliebte Neuruppiner Teilemarkt nach Jahrzehnten plötzlich vor dem Aus steht. Er verwies auf im Internet kursierende Gerüchte. Angeblich gebe es keine Fläche, die für den riesigen Oldtimermarkt geeignet wäre.

Bürgermeister Jens-Peter Golde dementierte das am Montag in der Stadtverordnetenversammlung – und betonte ausdrücklich, dass die Stadt mit der Organisation der riesigen Veranstaltung eigentlich gar nichts zu tun hat: „Es ist nicht Aufgabe der Stadtverwaltung, den Teilemarkt zu organisieren. Das ist Aufgabe der EAN.“ Die EAN stellt das Treffen seit vielen Jahren auf die Beine. Vor allem, weil es ein lohnendes Geschäft ist. Die Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Standgebühren braucht die EAN, um andere Projekte zu finanzieren. Die Fontane­stadt ist zwar Hauptgesellschafter der EAN, räumte Golde ein. Doch in die Geschäfte der Firma dürfe sich die Stadt deshalb noch lange nicht einmischen.

Bürgermeister Golde hatte zwar die Stadtwerke aufgefordert, ihre Flächen im Gewerbegebiet Treskow für den Oldiemarkt anzubieten. Aber darauf muss die EAN nicht zurückgreifen. Sie setzt auf den Standort Wulkow – wenn er sich bewährt, vielleicht auch in den nächsten Jahren.

Den Markt gibt es seit 1983

Gegründet wurde der Oldie- und Teilemarkt 1983. Damals veranstaltete der MC Neuruppin am zweiten November-Wochenende einen ersten KFZ-Veteranen-Teile-Tausch- und Verkaufsbasar. 25 Händler waren dabei, außerdem etwa 70 bis 80 Besucher.

Der Markt fand auf dem Gelände der Betriebssportgemeinschaft Medizin des damaligen Bezirkskrankenhauses statt. Das Areal wurde schnell zu klein. Die Veranstaltung wuchs rasant und musste immer wieder umziehen. 1994 fand der Markt erstmals auf dem Neuruppiner Flugplatz statt.

Der Aufwand wurde dem Motorsportclub irgendwann zu groß. 1999 organisierte der Verein zum letzten Mal einen Teilemarkt auf dem Flugplatz. Damals wurden schon 6000 Oldtimerfans aus ganz Europa gezählt, zunehmend auch professionelle Händler.

Im Jahr 2000 übernahm die Entwicklungs- und Arbeitsfördergesellschaft Neuruppin (EAN) die Organisation und verlegte den Markt aus Sicherheitsgründen vom Flugplatz auf das Gelände der alten Panzerkaserne.

Von Andreas Vogel und Reyk Grunow

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