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Neuruppins Schulessen muss jetzt weit reisen

Anbieter kocht künftig in Werder (Havel) Neuruppins Schulessen muss jetzt weit reisen

Dass das Neuruppiner Schulessen teurer wird, war klar. Wenn sie schon mehr bezahlen müssen, wollten Eltern dafür aber auch bessere Qualität und möglichst viele regionale Zutaten. Der Anbieter fürs Essen bleibt auch nach einer öffentlichen Ausschreibung derselbe wie bisher. Gekocht wird aber nicht mehr in Neuruppin, sondern eine Autostunde entfernt in Werder (Havel).

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Mit der Qualität des Schulessens waren viele Kinder und auch viele Eltern in der Vergangenheit unzufrieden

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Hoffnung vieler Eltern war groß, als die Stadt Neuruppin vor Monaten dem bisherigen Anbieter des Schulessens kündigte. Der Vertrag wurde neu ausgeschrieben. Wichtigste Forderung dabei: Das Essen soll unbedingt besser werden, im Idealfall auch noch billiger. Für viele Eltern war auch klar: Der bisherige Anbieter soll es eigentlich nicht wieder werden.

Dass die bisherige Lieferfirma auch künftig das Mittagessen für die städtischen Schulen kochen wird, ist schon seit einigen Monaten klar (die MAZ berichtete). Jetzt stellt sich zusätzlich heraus, dass das Essen künftig durch halb Brandenburg gefahren werden muss, bis es in Neuruppin auf den Tisch kommt. Die Firma Sodexo hat mit ihrem Angebot die Ausschreibung der Fontanestadt für das Schulessen gewonnen. Das Unternehmen kochte schon in den vergangenen Jahren für die Neuruppiner Schüler. Als Sodexo eine deutliche Preissteigerung ankündigte, befragte Neuruppin die Eltern nach ihrer Sicht. Die meisten waren dafür, einen neuen Anbieter zu suchen – einen, der mit deutlich mehr regionalen Produkten kocht und so oft wie möglich Bio-Waren einsetzt.

75 Prozent der Produkte sollen aus der Region kommen

Dazu haben sich die Sodexo-Köche jetzt verpflichtet. 75 Prozent der Produkte fürs Schulessen sollen künftig aus der Region kommen, 50 Prozent müssen Bio-Qualität haben. Allerdings hat Sodexo das Essen bisher in einer Küche an der Franz-Mehring-Straße gekocht. Die kann das Unternehmen künftig nicht mehr nutzen. Ab sofort kommt Neuruppins Schul­essen deshalb aus Werder (Havel), bestätigte Neuruppins Stadtsprecherin Michaela Ott.


Maximal 90 Minuten darf das Essen warm gehalten werden, so ist es im Vertrag vereinbart. Die Zeit beginnt mit dem „Fertigkochen“ und endet mit dem Servieren der insgesamt 1200 Mahlzeiten, heißt es aus der Stadtverwaltung. Das Essen werde täglich frisch in Werder gekocht und nach Neuruppin geliefert, teilt Sodexo mit: „Bei Bedarf wird auch mehrfach angeliefert.“

Die Schulen müssen mithelfen, damit die 90-Minuten-Frist zu halten ist. „Es obliegt der Schule, auch entsprechend der Räumlichkeiten die Pausenzeiten so zu organisieren, dass die Essenausgabe für alle Schüler funktionieren kann“, so Neuruppins Rathaussprecherin Michaela Ott.

Essen für die Kitas wird in Neuruppin gekocht

In der Küche an der Mehringstraße 9 kochen seit dieser Woche die Mitarbeiter der Neuruppiner Firma Zuerbel und Lingk das Essen für die städtischen Kindergärten. Die Fontanestadt hatte die Mittagsversorgung für Schulen und Kitas getrennt ausgeschrieben. Sodexo hat den Zuschlag für die Schulen bekommen, das Unternehmen Zuerbel und Lingk den Zuschlag für die Kitas der Fontanestadt.

Von Anfang an war klar, dass nur ein Anbieter die Küche nutzen kann. Das ehemalige Kita-Gebäude, in dem sich die Küche befindet, gehört der Fontanestadt. Sie hatte in der Ausschreibung festgelegt, dass dort kochen soll, wer den Zuschlag für die 650 Mittagessen in den Kindergärten bekommt, sagt Michaela Ott. Für die städtischen Kitas dürfen die Mahlzeiten höchstens 75 Minuten lang warm gehalten werden. Die Zutaten müssen zu 80 Prozent aus der Region stammen und zu 39 Prozent Bio-Qualität haben.

Das Mittagessen in den Schulen kostet künftig 2,99 Euro pro Mahlzeit, in den Kindergären sind es 2,75 Euro. Im vergangenen Jahr kostete ein Mittagessen noch zwischen 1,91 Euro für Krippenkinder und 2,31 Euro in den Oberschulen und am Schinkelgymnasium.

Von Reyk Grunow

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