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Neuruppins gefährliche Straßenbäume

Pilz zerstört das Grün der Stadt Neuruppins gefährliche Straßenbäume

Die Stadtverwaltung von Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) entdeckt offenbar immer mehr Straßenbäume, die eine akute Gefahr bilden. Jetzt mussten auch an der Schifferstraße alle alten Traubenkirschen fallen. Ein Pilz hatte ihr Holz fast ganz zerstört. Bei Nietwerder muss noch in diesem Jahr eine ganze Allee fallen.

Neuruppin, Schifferstraße 52.9201847 12.8059104
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Auch an der Neuruppiner Schifferstraße mussten alle alten Bäume fallen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Offenbar sind in Neuruppin noch mehr Straßenbäume in bedenklichem Zustand als zuletzt bekannt. Noch in einer weiteren Straße hat die Stadtverwaltung jetzt sämtliche alte Bäume fällen lassen. An der Schifferstraße musste insgesamt sechs Bäume weichen – und das schnell.

„Die Bäume waren von einem Schimmelpilz befallen“, sagt Neuruppins Baudezernent Arne Krohn. Bei einer Kontrolle hatte der Baumwart der Stadt den Parasiten entdeckt und veranlasst, dass die Traubenkirschen gleich am nächsten Tag gefällt wurden.

An diesem Stumpf ist zu sehen, wie krank der Baum war

An diesem Stumpf ist zu sehen, wie krank der Baum war.

Quelle: Peter Geisler

Laut Arne Krohn war zuvor schon ein Baum an der Rudolf-Breitscheid-Straße umgestürzt. Die Stadt befürchtete, dass das auch bei den anderen Bäumen an der benachbarten Schifferstraße droht. Die Stämme der Bäume waren schon stark zerfressen. „Die Restwandstärke der Bäume betrug teilweise weniger als einen Zentimeter“, so Rathaussprecherin Michaela Ott.

Die Straße sieht zurzeit sehr kahl aus – so soll sie aber nicht bleiben. „Natürlich werden wir wieder Bäume nachpflanzen“, versicherte Arne Krohn im Bauausschuss.

Bei Kontrollen in den vergangenen Monaten hatten Fachleute festgestellt, dass Dutzende Straßenbäume in Neuruppin eine akute Gefahr bilden. Zwischen Neuruppin und Nietwerder wird die Stadt deshalb sogar eine ganze Allee abholzen lassen. Viele der alten Bäume dort sind mit dem sogenannten Brandkrustenpilz befallen. Der Schädling ist eher unscheinbar, setzt aber dem Wurzelwerk derart zu, dass die Bäume den größten Teil ihrer Standsicherheit verlieren. Bei starkem Sturm könnten sie jederzeit umstürzen. Auch das Julius-Kühn-Institut, eine Forschungseinrichtung des Bundes, warnt vor dem gefährlichen Schädling. Von außen sei der Pilz oft schwer zu erkennen und selbst Holzproben aus dem Stamm liefern nicht immer Klarheit. „Ein Bruch von Bäumen, die keinerlei Kronenschäden aufweisen, ist nicht selten“, hießt es vom Kühn-Institut.

Die Schifferstraße wirkt nun ziemlich kahl

Die Schifferstraße wirkt nun ziemlich kahl.

Quelle: Peter Geisler

Mitarbeiter der Stadtverwaltung kontrollieren den Zustand der Bäume regelmäßig. Aber auch sie sind mit manchen Problemfällen überfordert. In diesem Jahr hatte die Stadt deshalb mehrere Gutachter beauftragt, Bäume an neural­gischen Punkten genauer zu untersuchen. Ein Ergebnis: Auch an der Fehrbelliner Straße müssen 20 der 150 bis 200 Jahre alten Eichen und Linden gefällt werden, weil sie nicht mehr stabil stehen. Die Stadtverwaltung sieht keine andere Alternative, um die Sicherheit weiter gewährleisten zu können.

Erst vor einem Jahr war an der Fehrbelliner Straße vor den Ruppiner Kliniken eine alte Eiche umgestürzt, zum Glück ging das glimpflich aus. 2014 waren ein halbes Jahr lang Teile der Wallanlagen gesperrt, weil die Stadtverwaltung fürchtet, dass dort Äste abbrechen oder ganze Bäume umstürzen könnten. Im besonders heißen Sommer 2013 war am Rheinsberger Tor die halbe Baumkrone einer Kastanie abgerissen und hatte mehrere Menschen verletzt.

Inzwischen gibt Neuruppin mehrere zehntausend Euro für die Kontrolle der 30 000 städtischen Bäume aus. Bürgermeister Jens-Peter Golde sieht keine Chance, dabei in den nächsten Jahren irgendwie zu sparen. Das Risiko, dass weitere Menschen verletzt werden könnten, werde er auf keinen Fall eingehen, sagt der Rathauschef mit Blick auf die aktuelle Diskussion um den engen Stadthaushalt für 2016.

Die Allee bei Nietwerder und die unsicheren Bäume an der Fehrbelliner Straße sollen noch in diesem Jahr fallen, sagt Michaela Ott.

Von Reyk Grunow

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