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Ostprignitz-Ruppin Neuruppins große Chance
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppins große Chance
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02:15 09.04.2016
Lange lag das wertvolle Seetorviertel weitgehend brach. Quelle: Peter Geisler/Archiv
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Neuruppin

Wohnungen für 300 bis 500 Menschen, ein großes Pflegeheim, eine Erweiterung des bestehenden Hotels samt Restaurant, ein Ärztehaus, dazu eine Spezialklinik für Sportmedizin oder Hautkrankheiten: Was in den nächsten Jahren im Neuruppiner Seetorviertel entstehen soll, dürfte landesweit für Aufsehen sorgen. Davon ist Neuruppins Baudezernent Arne Krohn überzeugt: „Das ist eine Einmaligkeit. Ich glaube, es gibt nicht viele Standorte in Brandenburg, die so viel Potenzial haben und eine so hervorragende Baufläche entwickeln können.“

Erst vor wenigen Tagen hatte er die neuesten Bauideen für das rund fünf Hektar große Filetgrundstück am Ufer des Ruppiner Sees öffentlich vorgestellt (die MAZ berichtete). Jetzt haben die Stadtverordneten den Entwurf des Rahmenplanes abgesegnet.

Ein Aushängeschild für Neuruppin

Sie waren am Montag sehr angetan von den Plänen. „Man kann der Stadt und Herrn Krohn nur gratulieren, dass sie ein so großes Bauvorhaben noch 25 Jahre nach der Wende vor der Nase haben und hier noch mal große Stadtentwicklung für Neuruppin machen können“, fasste es Siegfried Pieper (SPD) zusammen. „Das wird auf jeden Fall eines der Aushängeschilder für Neuruppin sein.“

Linken-Fraktionschef Ronny Kretschmer kann sich vorstellen, dass die Stadt bei der Entwicklung des Gebietes aktiver mitspielen könnte als bisher geplant. Die NWG könnte ein städtisches Grundstück dort für sozialen Wohnungsbau nutzen, schlug er vor. Dass teure Eigentumswohnungen entstehen, dürfte sicher sein. Aber was ist mit Mietwohnungen?

Sven Deter (CDU) hält das für keine gute Idee. Für sozialen Wohnungsbau habe die Stadt genügend andere Plätze, findet er. Das Seetorviertel sollte für eine anderen Klientel vorbehalten bleiben. Krohn stimmt Kretschmer zu: „Das Gebiet ist viel zu wichtig für Neuruppin, um es allein nach der maximalen Rendite zu entwickeln.“

Konkrete Pläne folgen erst später

Der Rahmenplan ist nur eine grobe Richtschnur. Er sagt, auf welchen Fläche Gebäude entstehen sollen. Damit wirklich gebaut werden darf, müssen die Stadtverordneten später konkrete Bebauungspläne beschließen.

Die Neuruppiner sollen möglichst früh mitreden können. Der Rahmenplan wird in den kommenden Monaten öffentlich ausgelegt. Geplant ist außerdem eine Einwohnerversammlung, bei der die Bauvorhaben noch einmal öffentlich erläutern werden.

Von Siegfried Wittkopf (Linke) gab es Lob, wie Stadtverwaltung und Investoren mit den Vorhaben umgehen. Er erinnerte sich noch an den Streit um die Pläne für das Hotel und die Therme: „Man stellt fest, dass bei den früheren Bauvorhaben in den Jahren 1998 bis 2002 eine große Intransparenz geherrscht hat und viele Informationen gefehlt haben. Wir sind heute ein ganzes Ende weiter.“

Von Reyk Grunow

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