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Neustadt will Bahnhofstoilette loswerden

Bewirtschaftungskosten belasten den Haushalt Neustadt will Bahnhofstoilette loswerden

Die finanziell Not leidende Stadt Neustadt hat beantragt, dass das Amt die Bewirtschaftungskosten für die Toilette am Bahnhof der Stadt übernehmen möge. Doch bei den anderen Amtsgemeinden stößt das auf wenig Gegenliebe.

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Die Toiletten am Neustädter Bahnhof gehen ins Geld.

Quelle: Beckmann

Neustadt. Manchmal können sie sozusagen lebensrettend sein. Öffentliche Toiletten gelten allgemein jedenfalls als nützliche Angelegenheit.

Die Stadt Neustadt allerdings hadert mit ihrer Anlage auf dem Bahnhofsvorplatz. Die war Anfang der 2000er Jahre im Zuge der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes entstanden. Die Bahn sah damals keine Möglichkeit, auf ihrem Bahnhof Toiletten unterzubringen – wohl aus gutem Grunde: Die Anlage erweist sich als echter Kostenfaktor.

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Stadt für Unterhaltung und Betrieb Ausgaben von fast 7600 Euro. Die im Spätsommer eingebauten Münzautomaten brachten Einnahmen von gerade mal 260 Euro. Das deckte die Kosten des Einbruchsversuchs vom März nicht einmal zur Hälfte.

Neustadt wirtschaftet sowieso schon tief in den roten Zahlen und greift nach jedem Strohhalm. 2014 fragte die Stadt in Kyritz an, ob man nicht die Toilettenkosten übernehmen wolle. Die Antwort fiel wenig überraschend aus: Nein.

Touristen nutzen die Toilette

Jetzt gab es den nächsten Anlauf – diesmal beim Amt Neustadt. Zwei Gründe brachte die Stadt für ihr Ansinnen vor. Zum einen nutze die Amtsverwaltung das Toilettenhäuschen offiziell als Behinderten-WC, weil es so etwas im Verwaltungsgebäude nicht gibt. Zum anderen dient die Toilette nach Aussage von Bürgermeisterin Sabine Ehrlich vor allem Besuchern und Touristen. Und Dinge wie der Tourismus und die Wirtschaftsförderung seien nun einmal Sache des Amtes und nicht der Stadt.

Der Hauptausschuss des Amtes zeigte sich bei seiner jüngsten Sitzung allerdings skeptisch. Man ist offenbar nicht gerade versessen auf das Groschengrab. Gerhard Wilke, Bürgermeister von Stüdenitz-Schönermark, verwies auf die Diskrepanz zwischen Einnahmen und Ausgaben: „Ich bin ja dafür, aber wir werden an einen Punkt kommen, wo es schwer wird, all die Dinge noch zu finanzieren.“ Für den Dreetzer Bürgermeister Bernd Schindler war die Sache ganz klar: „Es ist nicht Aufgabe des Amtes, eine öffentliche Toilette zu betreiben.“ Hermann Haacke, Bürgermeister von Sieversdorf-Hohenofen, sieht vor allem Kyritz in der Pflicht: „Als Mittelzentrum muss Kyritz endlich mal zu irgendwas Ja sagen.“

Der Hauptausschuss sprach sich mit vier zu drei Stimmen gegen die Übernahme der Toiletten aus. Das letzte Wort in der Sache hat allerdings der Amtsausschuss. Er tagt am 6. Juni.

Von Alexander Beckmann

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