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Ostprignitz-Ruppin Neustadt will Internat übernehmen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt will Internat übernehmen
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00:31 05.11.2015
Sowohl im Schloss als auch in der Mühle (im Hintergrund) sind Internatsplätze frei. In Neustadt hofft man aber auf steigende Nachfrage. Quelle: Beckmann
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Neustadt

Die Frage nach der Zukunft des Neustädter Reitschülerinternats im Schloss Spiegelberg ist noch immer nicht abschließend beantwortet. Im September hatte es einige Aufregung gegeben, als es hieß, das Schloss solle für die Unterbringung von Asylbewerbern genutzt werden. Das hatte sich dann ziemlich schnell geklärt.

Doch Ausgangspunkt war die generelle Absicht des Internatsbetreibers Zühlke Betriebsgesellschaft, den Internatsbetrieb zum Jahresende aufzugeben. Dieses Vorhaben steht nach wie vor im Raum. Der Internatsbetreiber sieht sich im Wettbewerb um die Gunst der Schüler (und ihrer Eltern) finanziell klar im Nachteil. Im Land Brandenburg übernehmen nämlich die Heimatlandkreise der Schüler einen Teil der Internatskosten – im Neustädter Fall rund 400 Euro im Monat. Lange Zeit hatte die Neustädter Amtsverwaltung die entsprechenden Formalitäten für den Betreiber des Schlosses Spiegelberg mit erledigt. Dann wurde dieser Service eingestellt. Einen Grund vermutet der Schlossbetreiber in dem Umstand, dass das amtseigene Internat Mühle Spiegelberg nicht zufriedenstellend ausgelastet war. Für die Zühlke Betriebsgesellschaft bedeutet die ausbleibende Unterstützung nach eigenen Angaben einen erheblichen Wettbewerbsnachteil. Die Zahl der Anmeldungen vor allem brandenburgischer Schüler sei deutlich gesunken.

Das Internat soll erhalten werden

Der Neustädter Amtsausschuss hat jüngst allerdings den Willen geäußert, das Internat im Schloss unbedingt erhalten zu wollen – zur Not eben unter eigener Regie. Inzwischen sei der Amtshaushalt entsprechend überarbeitet, erklärte Amtsdirektor Dieter Fuchs am Montag auf Nachfrage. Ein Mietvertrag mit dem Eigentümer des Hauses sei in Vorbereitung und soll möglichst zum Beginn des neuen Jahres in Kraft treten.

Bei seiner Sitzung am Dienstag (18 Uhr, Amtsverwaltung) wird sich der Hauptausschuss des Amtes damit befassen. Unter anderem geht es auch um eine Gebührensatzung für das Internat: 690 Euro im Monat soll ein Platz inklusive Betreuung kosten. So schlägt es die Amtsverwaltung vor. Das wären 100 Euro mehr als bisher. Im benachbarten kommunalen Internat Mühle Spiegelberg werden nur 590 Euro fällig. „Ich denke, das ist angemessen“, sagt Dieter Fuchs. „Wir haben da ja auch eine andere Unterbringungsqualität.“

Momentan sind 25 der 30 Plätze im Schloss belegt. Im Internat Mühle sind von den 80 Plätzen aktuell noch etwa 30 frei. Die abschließende Entscheidung über Mietvertrag und Eigenbetrieb liegt wie immer beim Amtsausschuss. Er tagt erst am 30. November wieder.

Der Amtsausschuss hatte übrigens ursprünglich sogar für den Kauf des Schlosses plädiert. Offenbar hatte der Eigentümer die Bereitschaft zum Verkauf signalisiert. „Aber das war in der Kürze der Zeit nicht zu machen“, sagt Amtsdirektor Dieter Fuchs. Der Internatsbetrieb solle schließlich möglichst nahtlos fortgesetzt werden und vor einem Kauf seien noch viele Dinge zu klären. Mit dem Mietvertrag habe man sich vorerst bis Juli nächsten Jahres Zeit verschafft. „Die Machbarkeit des politischen Beschlusses wird natürlich geprüft“, kündigt Fuchs an und äußert sich zugleich optimistisch: „Wenn der Trend zur steigenden Nachfrage nach dem Reiten in der Schule anhält, dann ist der Bedarf durchaus vorhanden.“

Das erste Internat Neustadts

Das Schloss Spiegelberg wurde um 1700 als Wohnsitz des Direktors der Neustädter Spiegelmanufaktur errichtet. Nach dem Niedergang der Manufaktur Ende des 18. Jahrhunderts wechselte das Haus mehrfach die Besitzer.

Nach 1945 war das Schloss kommunales Eigentum und wurde als Wohnhaus sowie als Kita genutzt.

In den 90er Jahren kam es in private Hand und wurde umfassend saniert. Seit 2003 dient es als Internat für Teilnehmer am „Reiten in der Schule“, das 2005 reguläres Unterrichtsfach wurde.

2010 eröffnete das Amt Neustadt in der benachbarten ehemaligen Mühle ein eigenes Internat.

Die Zahl der Internatsschüler stieg von anfangs 20 auf zeitweise über 100.

Von Alexander Beckmann

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