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Neustadt Der Unterricht läuft, aber der letzte Bus ist weg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Der Unterricht läuft, aber der letzte Bus ist weg
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18:21 28.11.2018
Die Unterrichtszeit hat sich für einige Schüler nach hinten verschoben. Doch dann fährt kein Bus mehr. Quelle: Matthias Anke
Neustadt

Die Erweiterung der Unterrichtszeit in den Nachmittag hinein besonders für Elftklässler der Neustädter Homburg-Schule sorgt dort seit einiger Zeit für erheblichen Unmut. Grund ist seit Schuljahresbeginn auch eine neunte Stunde, die 15.55 Uhr endet. Der letzte Bus verlässt das Gelände zehn Minuten zuvor, und selbst der führt nur über Plänitz und Wusterhausen sowie Kampehl bis Nackel. Und die Busse all derer, die alle anderen Himmelsrichtungen müssen, fahren noch weitaus zeitiger ab.

Die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel sei desaströs

Auch in der Schulkonferenz soll das unlängst Thema gewesen sein. Seither gab es offensichtlich eine Reihe von Lösungsversuchen. Doch die gehen einigen Betroffenen nicht weit genug. „Uns platzt jetzt der Kragen. Es reicht“, sagt Justin Schulz, Klassensprecher der 11 a: „Die Anbindungen an öffentliche Verkehrsmittel sind desaströs, Busanschlüsse nach etwa nach Barsikow, Dreetz, Babe, Wusterhausen und Bantikow sind in einigen Fällen bei dem späten Schulschluss gar nicht mehr gegeben, was vor allem in der Wintersaison ein Skandal ist.“

Ursache sei die neue Oberstufenverordnung

Laut Schulleiter Ronald Roggelin liegt die Ursache für den späten Schulschluss in einer neuen Oberstufenverordnung, wonach die Schüler mit Blick auf das Abi Kurse anwählen müssen, die erst zu dieser Zeit angeboten werden können. Den Schultag ziehen aber auch Freistunden in die Länge, für die es verschiedene Gründe gebe. „Schüler, die in unserem Landkreis wohnen, bekamen daraufhin einen Sonderverkehr genehmigt“, sagt Roggelin mit Blick auf fünf Fälle. Wer indes aus Nachbarkreisen wie der Prignitz oder dem Havelland kommt, müsse das mit seinem eigenen Landkreis klären.

Zudem kam es laut Roggelin zu Sonderregelungen, wonach Schüler den Unterricht eine Viertelstunde eher verlassen dürfen. So würde niemand vor der Schule stehen müssen und nicht wissen, wie er nach Hause kommt.

Eltern fahren ihre Kinder und nehmen andere mit

Doch für Justin Schulz sei das Ausmaß des Problems womöglich nur nicht sichtbar, weil sich viele Schüler auf die Situation einstellten. Von den fast 60 in Klassenstufe 11 sei ein gutes Dutzend besonders betroffen. Manche haben an zwei, manche an drei Tagen bis zur neunten Stunde. „Viele fuhren in dem langen Sommer mit dem Rad, ich kam mit Moped aus Dreetz. Und seit es kälter wurde, fahren Eltern ihre Kinder und nehmen andere mit. Dabei haben wir doch aber ein Recht auf einen vernünftigen Schulbus.“

Seitens der Personennahverkehrsgesellschaft ORP, die einen seit Jahren ausgefeilten Plan fährt, der komplexe Umläufe und Anschlüsse beinhaltet und nicht nur Schülern dient, könne deshalb aber nicht einfach alles umgeworfen werden. Zudem wird auf das Schulverwaltungsamt und den Landkreis als Auftraggeber verwiesen. Dieser erachtet Änderungen als ebenso schwierig. Auf Nachfrage wird bestätigt, dass ein Sonderverkehr für drei Schüler bis Ende des Halbjahres eingerichtet wurde. Zwei Schüler bekommen Fahrkosten erstattet.

Erst spät soll das Amt um Hilfe gebeten haben

Bedauert wird laut der Kreisverwaltung, dass nicht schon im Vorfeld des neuen Schuljahres neuer Bedarf angemeldet wurde. Erst Mitte September habe das Amt Neustadt als Schulträger den Kreis um Hilfe gebeten. „Der Schulleiter wurde dazu angehalten, bei der zukünftigen Stundenplanung die Fahrzeiten zu berücksichtigen“, heißt es. Ohnehin seien bei der Festlegung von Unterrichtsbeginn und -ende gemäß Schulbetriebsverordnung des Landes durch die Schulleitung die ÖPNV-Fahrzeiten zu beachten.

Von Matthias Anke

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