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Neustadt Mehr Ladesäulen für E-Autos auf dem Land
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Mehr Ladesäulen für E-Autos auf dem Land
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14:36 30.10.2018
Steckdose gesucht: Außerhalb von Zentren wie beispielsweise Neuruppin ist das Netz öffentlicher Ladesäulen noch ausgesprochen dünn. Quelle: Peter Geisler
Neustadt

Viele Postzusteller sind längst elektrisch unterwegs – auch in der Region um Kyritz, Neustadt und Wusterhausen. Das leise sausende Geräusch ihrer Spezialfahrzeuge ist Alltag. Ganz normale Pkw ohne Verbrennungsmotor sind hingegen noch echte Exoten. Das liegt nicht nur am Preis der Fahrzeuge.

Nach wie vor ist ihre Reichweite deutlich geringer als die herkömmlicher Autos: je nach Modell vielleicht 200 oder 300 Kilometer. So ein E-Mobil lässt sich zwar relativ problemlos über Nacht am heimischen Stromanschluss aufladen. Aber bei knappen Reserven mal eben unterwegs „nachzutanken“, das ist auf dem Land gegenwärtig kaum drin. Die einschlägigen Online-Verzeichnisse führen beispielsweise im gesamten Altkreis Kyritz genau eine öffentliche Ladesäule auf: am „Hotel am Untersee“ in Bantikow. Elektroautofahrer werden um die Region also eher einen Bogen machen.

Erst in diesem Sommer gingen die ersten Ladestationen der Neuruppiner Stadtwerke in Betrieb. Quelle: Peter Geisler

Das soll sich ändern. Seit gut zwei Jahren feilen der Landkreis Ostprignitz-Ruppin, die Stadtwerke Neuruppin und weitere Partner an einem Konzept, das die Elektromobilität voranbringen will. Es geht darum, mehr Gelegenheiten zum Aufladen zu bieten.

Die Stadtwerke übernahmen sozusagen den kompletten organisatorischen Teil: Fördermittelanträge, Beschaffung der Technik, Stromlieferung aus regenerativen Quellen. Vergangenes Jahr stellte die Kreisverwaltung das erste eigene E-Auto in Dienst. In der Kreisstadt wurden im Zuge der Initiative von Landkreis und Stadtwerken inzwischen auch die ersten öffentlichen Ladesäulen ganz in Grün installiert. Ihr besonderer Vorteil: Anders als manche herstellergebundene Lösung stehen sie jedem E-Mobil-Fahrer zur Verfügung.

Bezahlt werden kann auch per Handy

Bezahlen kann er über diverse Abo-Modelle oder auch spontan per Handy. Und mit einer Leistung von mindestens 22 Kilowatt ermöglichen die Stationen auch ein deutlich schnelleres Aufladen als viele bisherige Lösungen.

Nun sucht das Vorhaben die Verbreitung in der Fläche. Neben Wittstock – nicht zuletzt in Vorbereitung auf die Landesgartenschau – stehen derzeit Rheinsberg, Fehrbellin, Lindow und Kyritz auf der Liste.

Ladesäule soll auf Pendlerparkplatz aufgestellt werden

Am Montag stellte Stadtwerke-Mitarbeiterin Claudia Weiß das Ladesäulenprojekt zudem den Neustädter Stadtverordneten vor. Aktuell plane man, im dritten Ausbauschritt kreisweit rund 580.000 Euro in zwölf weitere Anlagen zu investieren. Das Land Brandenburg habe dafür eine 60-prozentige Förderung in Aussicht gestellt. Neustadt könnte ein Standort sein. Sogar einen konkreten Bauplatz haben die Stadtwerke schon im Blick: auf dem Pendlerparkplatz direkt am Bahnhof.

Allerdings wäre das Angebot für die Kommune nicht kostenlos. Die Stadtwerke übernähmen zwar die komplette Vorbereitung, Installation, den Betrieb und die Wartung der Ladestation für zwei Pkw, doch Neustadt müsste ebenfalls einen finanziellen Beitrag leisten. Von 13.000 Euro verteilt über sechs Jahre war am Montag die Rede.

Ein dritter Ausbauschritt soll 2019 erfolgen

In Kyritz wie auch in Neuruppin, Wittstock und Rheinsberg als Standorte des derzeit laufenden Ausbauschrittes unterstützen unter anderem der Landkreis und die Regionalentwicklungsgesellschaft den Ladesäulenbau.

Solche Unterstützung ist bei der bevorstehenden dritten Etappe, die 2019 umgesetzt werden soll, ungewiss. Neustadt ist zumindest momentan auf sich allein gestellt.

Noch ist die Nachfrage eher gering

Dass die Infrastruktur für Elektroautos überhaupt auf öffentliches Geld angewiesen ist, hält der Vertriebsleiter der Stadtwerke Neuruppin, Guido Gerlach, für kaum vermeidbar: „Durch die noch recht geringe Nachfrage lässt sich so ein Projekt immer noch nicht wirtschaftlich betreiben.“ Trotzdem müsse man die Aufgabe angehen, wenn man alternative Antriebe voranbringen will. „Die Privatwirtschaft wird momentan nicht in die Ladenetzinfrastruktur investieren“, glaubt Guido Gerlach.

Guido Gerlach von den Stadtwerken Neuruppin erwartet eine steigende Nachfrage. Quelle: Peter Geisler

Das mit der geringen Anzahl von E-Mobilen könne sich aber schon in wenigen Jahren ändern. „Wir gehen schon mit der Erwartung heran, dass sich die Nachfrage auch in anderen Orten ergeben wird. Das ist eine Investition in die Zukunft.“

Diese Zukunft liegt nach Auffassung von Gerlach aber keineswegs ausschließlich im Elektroantrieb. „Die Elektromobilität wird ein Baustein von mehreren sein.“ Man habe auch die Energieträger Bio-Erdgas und Wasserstoff im Blick.

In Neustadt will man sich die Sache durch den Kopf gehen lassen, auch wenn die Kommune mit jedem Euro haushalten muss. „Das ist sicher ein Projekt, das Unterstützung bekommen sollte“, fand der Bauausschussvorsitzende Alexander Bleick (CDU) am Montag. Schließlich handle es sich um einen „Service für die Bürger, die hier leben“.

Von Alexander Beckmann

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