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Neustadt Wo eine Weltweihnachtswelt aus Papier wartet
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16:15 30.11.2018
Dietmar Miehlke, Geschäftsführer des Vereins Patent-Papierfabrik Hohenofen, vor dem Fantasieschloss aus Pappe. Quelle: Matthias Anke
Hohenofen

Auf dem Gelände der früheren Papierfabrik Hohenofen, einem international seltenen Industriedenkmal, erwartet die Gäste am zweiten Adventswochenende eine Weihnachtsmarktkulisse, die ein spezielles Thema hat – klar: Papier. Der Weihnachtsmarkt dürfte damit der wohl einzige dieser Art sein, der sich in diesem Jahr in ganz Nordwestbrandenburg finden lässt. Denn eine ganze Winterwelt ist seit September aus diesem Material entstanden, das seit Jahrzehnten das Leben in Hohenofen prägte.

Künstlerin Natascha K. Cronacher, viel eher bekannt als Hutmacherin aus dem Westhavelland, die ansonsten viel mit Filz arbeitet, ließ sich einiges einfallen. So zieren jetzt Sterne aus Papier sämtliche Fenster. An der Decke hängen Schneeflocken. Tannenbäume stehen vor uralten Maschinen. Weihnachtskugeln, Blumenvasen und ein ganzes Fantasieschloss zauberte sie aus Papier oder Pappe.

Verein zum Erhalt des Industriedenkmals setzt auf gute Veranstaltungen

„Wenn wir hier was organisieren, dann kracht es auch“, sagt Initiator Dietmar Miehlke, der Geschäftsführer des Vereins Patent-Papierfabrik Hohenofen, mit Blick auf die Angebote am Wochenende des 8. und 9. Dezembers. Der Verein bemüht sich seit Jahren darum, das Industriedenkmal zu erhalten und einer breiteren Öffentlichkeit mit allerhand Aktionen zugänglich zu machen.

Unzählige filigrane Papierschneeflocken schmücken eine Decke. Quelle: Matthias Anke

Einzigartigen Konzerten des Deutschlandfunks in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz oder auch Kinderaktionen zusammen mit der WDR-Reihe „Sendung mit der Maus“ folgt nun also dieser erste Weihnachtsmarkt in diesem altehrwürdigen Gemäuer, aber auch drumherum.

Ein außergewöhnlicher Weihnachtsmarkt lockt nach Hohenofen. Dort dreht sich alles um das Thema Papier. Eine Künstlerin hat für die entsprechende Deko gesorgt. Quelle: Matthias Anke

„Im Ambiente der alten Fabrik werden die Arbeiten von 30 Schafenden der Handwerkskünste und Designer zu sehen sein. Die Palette reicht von Kunsthandwerk, Schmuck, Keramik und Weihnachtsdeko über Fotokunst“, informiert Dietmar Miehlke. „Grünholzmöbel, Mode, Kunst und vorführendes Handwerk“ nennt er als weitere Stichworte. „Und bei Feuerschale und Schwedenfeuer werden die Gäste kulinarisch verwöhnt mit Bio-Bratwurst, vegetarischer Suppe, Lebkuchen, Stollen, Glühwein, Punsch und vielem mehr.“

Märchenerzähler, Zeichnerin und Hula-Hoop

Der im benachbarten Sieversdorf lebende Schauspieler Thom Nowotny erzählt mit seiner unverkennbare Stimme Weihnachtsmärchen. Die Hula-Hoop-Künstlerin Kristin Lahoop aus Berlin tritt auf. Und Portraitzeichnerin Marina Prüfer kann über die Schulter geschaut werden. Sie ist unter anderem als Gerichtspressezeichnerin bekannt, folgte mit ihrer Feder schon etlichen historischen Prozessen, darunter etwa jenem gegen Erich Honecker.

Abgerundet werden beide Tage, an denen sich das Programm jeweils von 11 bis 18 Uhr zieht, mit handgemachter Musik. Dazu kommt die Bläsergruppe aus Sieversdorf.

Komplettsanierung des Areals weiterhin als Ziel

Am Ende soll das Publikum vor allem eines mit nach Hause nehmen, so Dietmar Miehlke: den Gedanken, dass es sich zu jeder Jahreszeit lohnt, Hohenofen einen Besuch abzustatten. Denn schon im Frühjahr soll es dort weitergehen mit einem für diese Region ersten „Poetry Slam“.

Das große Ziel werde bei alledem nicht aus den Augen verloren. Der Verein strebt auch weiterhin die Komplettsanierung des Industriedenkmals an. Die Bemühungen um Fördergelder laufen laut Miehlke auf Hochtouren.

Von Matthias Anke

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