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Neustadt Windräder könnten Störche beeinträchtigen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Windräder könnten Störche beeinträchtigen
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17:09 26.07.2018
Von menschlichen Bauten lassen sich Weißstörche wenig beeindrucken. Ob das auch für Windräder gilt, ist aber unklar. Quelle: Alexander Beckmann
Neustadt

Die Neustädter Amtsverwaltung hat jetzt den Vorentwurf für den Bebauungsplan „Windfarm Neustadt, südliche Ergänzung“ zur öffentlichen Einsichtnahme vorgelegt – so, wie es die Stadtverordneten bei ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause mehrheitlich beschlossen hatten.

Die Planung soll die rechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung weiterer neun Windkraftanlagen in dem Gebiet zwischen ICE-Strecke und B 5 südlich von Neustadt schaffen. Anlagenbetreiber haben ihr Interesse an der Nutzung des als Windeignungsgebiet eingestuften Geländes signalisiert.

Bestandteil der Unterlagen ist die Untersuchung von Auswirkungen der Anlagen auf die Umwelt. Bereits seit 2014 hatten Experten dazu vorbereitende Untersuchungen vorgenommen. Dazu hatten sie in dem rund 255 Hektar großen Planungsgebiet und in seinem Umfeld unter anderem die Vorkommen von Pflanzen und Tieren erfasst. Besonderes Augenmerk galt seltenen und gefährdeten Arten.

Fünf Kröten- und Froscharten

Auf dem von Acker- und Weideflächen, mehrjährigen Brachen und kleinen Waldstücken geprägten Areal wurden mehrere Dutzend Arten von Tieren beobachtet. Bei den Reptilien und Amphibien waren das beispielsweise fünf Arten von Kröten und Fröschen sowie die Zauneidechse. In dieser Hinsicht gilt das Gebiet als vergleichsweise wenig besiedelt.

Anders bei den Vögeln: Die Experten zählten 44 Brutvogelarten und 26 Zug- und Rastvogelarten – darunter gefährdete Arten wie den Singschwan, den Kranich, diverse Gänse und Greifvögel, den Wiedehopf oder den Kiebitz.

Für Storch & Co ein Durchzugsgebiet

Gerade für Zugvögel gilt das Gebiet nach Einschätzung der Fachleute damit als bedeutsames Nahrungs-, Durchzugs- und Überwinterungsrevier. Auch Störche nutzen die Brachflächen regelmäßig zu Nahrungssuche. Vor allem für sie könnten „erhebliche betriebsbedingte Beeinträchtigungen nicht ausgeschlossen“ werden.

Auch für den Bestand diverser Fledermausarten werden spezielle Maßnahmen empfohlen. Dazu gehört unter anderem eine Regelung der Betriebszeit der Windräder.

Ausgleichsmaßnahmen gefordert

Zum Ausgleich der Beeinträchtigungen empfiehlt der Planentwurf unter anderem die Renaturierung des Koppelberger Teiches beziehungsweise der ehemaligen Löschteiche in Köritz, Gehölzpflanzungen auf ehemaligen Deponiegelände, Waldumbau im Kiefernforst, Aufforstungen.

Die kompletten Unterlagen sind auf der Internetseite des Amtes Neustadt www.neustadt-dosse.de zu finden.

Von Alexander Beckmann

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