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Neustadt Fachwerkhaus mit viel Geschichte
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Fachwerkhaus mit viel Geschichte
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16:33 28.07.2018
Vorsitzende Sibylle Badstübner-Gröger und Mitglieder des Freundeskreises Schlösser und Gärten der Mark im ständigen Ausstellungsraum. Quelle: Wolfgang Hörmann
Plänitz

Ein Reisebus aus Berlin ist am heißen Samstagvormittag in die Plänitzer Hofstraße eingebogen. Er steuerte das Gebäude Nummer 5 an – das alte Herrenhaus des ehemaligen Gutes.

Eigentümer Manfred Graf von Schwerin begrüßte 40 Mitglieder des Freundeskreises Schlösser und Gärten der Mark. Der Verein versteht sich als Unterstützer des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege. Die rund 500 Ehrenamtler sehen ihre Aufgabe ­darin, zum Erhalt von Gutshäusern, Schlössern und Parkanlagen ­beizutragen, die vom Verfall bedroht sind.

Spenden aus Benefiz­konzerten

Davon gibt es viele. Gutshaus und ehemalige Brauerei in Plänitz gehören dazu. „Wir sind regelmäßig zu solchen Exkursionen unterwegs, publizieren die Ergebnisse und tragen mit Spenden aus Benefiz­konzerten zu notwendigen ­Restaurierungsarbeiten bei“, sagt Sibylle Badstübner-Gröger, Vorsitzende des Freundeskreises. In Plänitz sei man nun schon das zweite Mal.

Plänitz wurde 1275 erstmals urkundlich erwähnt. Das Gutshaus stammt aus dem Jahre 1694. Quelle: Wolfgang Hörmann

Manfred Graf von Schwerin wies bei einem Rundgang auf die Besonderheiten des geschichtsträchtigen Ortes hin – in architektonischer, wie politischer Hinsicht. Das Herrenhaus, 1694 in der Tradition des niedersächsischen Fachwerkbaus errichtet, war wie Brauerei, Kirche und frühere Posthalterei, nicht nur Teil eines ganzen Dorfes in der schon seit der Antike beliebten und gängigen Bauweise.

Vom Haus mit der Nummer 5 ging im September 1945 die im nahen Kyritz für den Osten Deutschlands verkündete Bodenreform aus. Graf von Schwerin hat als Vorsitzender der Fördergemeinschaft Recht und Eigentum in den vergangenen sieben Jahren darüber in Plänitz ein Dokumentations- und Aufarbeitungszentrum eingerichtet. Es enthält Berichte von Zeitzeugen, Lebensgeschichten, Briefwechsel, Zeitungen und Fachzeitschriften. „Die Datenbank umfasst bereits etwa 3500 Seiten“, so Manfred Graf von Schwerin.

Exkursion führte auch nach Lohm und Demerthin

Eine Dauerausstellung thematisiert diesen Teil der deutschen ­Geschichte und wurde am ­Sonnabend von den Besuchern besichtigt. Nach kurzer Pause ging es dann zu Fuß zur Kirche, deren ­Wetterfahne die eingestanzte Zahl 1709 trägt – das Jahr der Erbauung.

Die Exkursion führte die Berliner von Plänitz aus dann im Laufe des Tages weiter nach Lohm, ­Grube, Demerthin und zur Plattenburg.

Ehemaliges Herrenhaus am Denkmaltag offen

Gutshaus und einstige Privatbrauerei sollen nach Restaurierungen in den ursprünglichen Zustand versetzt werden.

Für die Brauerei werden Paten gesucht. Unterstützung zugesagt hat die Internationale Jugendbauhütte mit Sitz in Nauen.

Das ehemalige Herrenhaus kann am Tag des offenen Denkmals, es ist der 9. September, von jedermann besichtigt werden.

Von Wolfgang Hörmann

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