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Neustadt Seltene Schwarzstörche auf Durchreise
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Seltene Schwarzstörche auf Durchreise
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18:57 11.09.2018
Ein Schwarzstorch im Luch mit einem Frosch im Schnabel. Quelle: Joachim Ribbe
Dreetz

Die Störche sind weg. So hieß es schon vor Wochen. Doch nicht alle sind weg. Die Schwarzstörche, die nicht ganz so weit südwärts fliegen, um zu überwintern, ziehen als letzte von dannen. Und so konnte Lothar Schnick aus Wusterhausen dieser Tage südwestlich von Dreetz eine bemerkenswerte Beobachtung machen: Gleich fünf Schwarzstörche ließen sich von ihm fotografieren – aus sicherem Abstand. „Das waren beide Elterntiere mit ihren drei Jungen“, berichtet Schnick, der in der Region als Naturschutzgebietsbetreuer bekannt ist, über die Begegnung mit den seltenen und äußert scheuen Vögeln. Ihre Besonderheit neben der Farbe: Sie nisten in Wäldern.

Doch bei Schnick selbst, im „NSG Bärenbusch“ zwischen Wusterhausen und Plänitz, kehrt der Schwarzstorch seit Jahren nicht mehr zurück. Der Fachmann sieht im erhöhten Flugverkehr von Heinrichsfelde einen möglichen Grund. Umso erfreuter sei er angesichts dieser Begegnung bei Dreetz nun gewesen.

Die fünf Schwarzstörche rasteten dieser Tage südwestlich von Dreetz. Quelle: Lothar Schnick

Laut Storchenexperte Anselm Ewert von der Unteren Naturschutzbehörde in Neuruppin könne es sich nur um Durchzügler handeln. Womöglich stammen die fünf Schwarzstörche aus Mecklenburg, da ein Foto eine Beringung erkennen lässt. Und in Brandenburg wurde wohl schon zu lange kein Schwarzstorch mehr beringt.

Die Tiere sollen in Ruhe gelassen werden. Sie gelten als so scheu, dass sie bei geringsten Störungen ihr Brutgebiet verlassen. Zwar sind Horste bekannt, etwa nahe Wulfersdorf bei Wittstock, bei Babe im Südwesten von Ostprignitz-Ruppin oder bei Kuhbier in der Prignitz, doch sie sind nur selten besetzt.

Störche als Indikator für eine intakte Umwelt

Selbst Weißstörche gelten laut Ewert als ein Indikator, ob die Natur noch in Ordnung ist. „Mit dem Schwinden des Nahrungsangebotes geht die Storchenzahl zurück“, sagte er kürzlich der MAZ. Im Altkreis Kyritz gebe es aktuell noch 50 Brutpaare. Jedoch haben meist rund 25 Prozent von ihnen keinen Bruterfolg. Und die Anzahl der Schwarzstörche ist den Weißstörchen gegenüber auch noch verschwindend gering.

Schwarzstorch, fotografiert vor einige Jahren im Luch bei Dreetz. Quelle: Joachim Ribbe

So freute sich vor Jahren ganz besonders Joachim Ribbe aus Dreetz, als er im Luch einem Schwarzstorch zufällig so nahe kam, dass Fotoaufnahmen gelangen. „Damals gab es bei Joachimshof Schwarzstörche, die im Wald versteckt brüteten“, erzählt der 67-Jährige, der sich im Nabu engagiert und ansonsten für die Umweltstation in Zippelsförde als ehrenamtlicher Biber-Fachmann fungiert. Große Hoffnung hegen nun er wie auch Schnick und all die anderen Storchenfreunde aus der Region, dass es im nächsten Jahr ein Wiedersehen gibt. Schnick: „Das sind richtig imposante Vögel.“

Von Matthias Anke

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