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Neustadt Kartoffelernte in Plänitz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Kartoffelernte in Plänitz
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10:39 29.09.2018
Die Plänitzer Agrargenossenschaft erntet Kartoffeln. Der trockene Sommer sorgt für Ernteergebnisse, die je nach Standort recht unterschiedlich ausfallen. Quelle: Thomas Schwabe
Plänitz

Die Kartoffelernte steht vor der Tür und dunkle Prognosen eilen ihr voraus. Die Sommer-Dürre trübt die Ernte-Bilanz der Bauern, auch im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Knappes Gut bedeutet höhere Preise – die Branche geht im Vergleich zum Vorjahr von Preissteigerungen um die 30 Prozent aus. Der Dreetzer Agrarbetrieb Rhinluch – Lieferant von Stärkekartoffeln an die Kyritzer Stärkefabrik – erntet bereits seit August, da dort viele frühe Sorten angebaut werden.

„Es sieht schlecht bis gut aus, je nach Standortbedingungen und Sorten“, sagt der Chef der Pflanzenproduktion Michael Opretzka. „Wer einen eigenen Brunnen hat, war in diesem Jahr deutlich besser dran.“ Das bestätigt Thomas Schwabe, der Geschäftsführer der Plänitzer Agrargenossenschaft, die über einen Tiefbrunnen verfügt. Aus den Kanälen dürfen die Landwirte nur Wasser entnehmen, wenn die Jäglitz ausreichend Wasser führt und am Messpunkt einen Mindestwasserstand von 1,20 Meter hat

Kartoffelbauern haben 2018 wegen der Dürre meist Ernte-Verluste

„Wo wir beregnen konnten, haben wir eine gute Ernte zu verzeichnen, etwa 43 bis 44 Tonnen pro Hektar“, sagt Thomas Schwabe. „Anders sieht es auf unbewässerten Flächen aus, dort liegt der Hektarertrag nur bei etwa 20 Tonnen.“

Mit großen Kartoffeln ist also in diesem Jahr eher nicht zu rechnen. Aufgrund der Dürre gerieten die Kartoffelpflanzen vermehrt unter Stress und stellten das Wachstum ein, so dass die Knollen klein blieben. So werden wohl auch die Pommes Frites in diesem Jahr kleiner ausfallen und teurer werden. Die Kartoffeln aus Plänitz sind für die Stärkefabrik in Kyritz bestimmt.

Die Knollen blieben oftmals viel zu klein

Auch der Erntevorgang ist in diesem Jahr knifflig, denn oft fallen die kleinen Kartoffeln durch die Siebe und landen nicht auf den Anhängern. Große Erdklumpen müssen von Hand vom Sortierband entfernt werden. „Als wir im Frühjahr Kartoffeln gelegt haben, war der Boden durch die späten Fröste und anhaltende Niederschläge noch sehr nass. Dann kam die Trockenheit und kein Regen mehr. Der Boden wurde steinhart und die festen Kluten landen nun auf den Rodern“, sagt Thomas Schwabe.

Er will allerdings nicht nur klagen, schließlich war das vergangenen Jahr ein besonders gutes Kartoffeljahr. „Die Knollen hatten einen Super-Stärkegehalt“, sagt er und der schlägt sich bei Stärkekartoffeln schließlich im gezahlten Preis nieder. Aber Kartoffel ist nicht gleich Kartoffel, auch die richtige Sortenwahl wird in trockenen Jahren eine immer größere Rolle spielen.

„Wir haben eine Sorte, die scheinbar besonders gut mit dem Trockenstress klar kommt, die Kuras“, sagt der Landwirt. „ Als wir vor sechs Wochen die erste Proberodung durchgeführt haben, habe ich mich gefragt, wie die Kartoffel das macht. Trotz des staubtrockenen Bodens zeigte sie kräftige Knollen.“

Die Firma Emsland-Stärke zahlt ihren Kartoffellieferanten in diesem Jahr 25 Euro mehr pro Tonne

Während sich viele Kartoffelbauern nun fragen ob sie weitermachen oder sich ein anderes Standbein suchen, bleibt der Plänitzer Agrarchef gelassen – aus gutem Grund, denn die Nachricht, die er vor kurzem von der Stärkefabrik erhielt, ließ ihn wieder optimistischer in die Zukunft blicken. Die Emsland-Stärke, die 1991 das Werk übernahm, hat beschlossen, ihren Landwirten in diesem Jahr 25 Euro mehr pro Tonne zu zahlen.

Im Landkreis OPR betrifft das 25 Landwirte und in der Prignitz 15. „Wir haben ja feste Verträge, an die sich jeder Partner hält, aber auf Grund der angespannten Situation in diesem Jahr haben wir beschlossen, einen Schritt vorwärts zu gehen“, sagt Rohstoffkoordinator Holger Hanke. „Den Dürrezuschuss bekommt jeder unserer festen Zulieferer, unabhängig vom Stärkegehalt der gelieferten Kartoffeln und besonders gute Betriebe erhalten noch einen Sonderbonus.“

Den Dürrezuschuss erhalten allerdings nur Landwirte, die auch 2019 ausschließlich an die Kyritzer Stärkefabrik liefern

Rund 40 Millionen Euro mehr zahlt der Stärkeproduzent den Landwirten damit in diesem Jahr. „Ich hoffe allerdings, dass es auch so schnell nicht wieder notwendig sein wird“, sagt Holger Hanke. „Das letzte Jahr war ja ein sehr gutes Jahr. Dass sich das so schnell wandelt, hat niemand gedacht.“ Den Dürrezuschuss erhalten allerdings nur Landwirte, die auch im kommenden Jahr Partner der Kyritzer Stärkefabrik bleiben und ihre Erträge von den Vertragsflächen nicht an andere Partner liefern.

Die Plänitzer Bauern haben dort, wo im nächsten Jahr Kartoffeln und Mais wachsen sollen, bereits Zwischenfrüchte gedrillt. „Wir wollen keinen Quadratmeter mehr schwarz liegen lassen“, sagt Thomas Schwabe. So sollen auf einer Fläche von 85 Hektar Unkräuter vermieden werden, das Wasser gehalten und der Boden vor Erosion geschützt werden. Bodenfreundliche Maßnahmen die sich trotz der hohen Kosten schließlich rechnen.

Von Cornelia Felsch

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