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Neustadt Wie eine Fabrik zum Kulturtempel wurde
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15:02 13.02.2019
Olaf Krause holte auch schon Stars, wie Karl Dall nach Neustadt, der im März erneut kommen wird. Quelle: André Reichel
Neustadt

Auf das Comedy-Duo Podewitz aus Bremen freut sich Olaf Krause sehr. Mit ihrem Jubiläumsprogramm treten die Unterhaltungskünstler am Sonnabend bereits zum vierten Mal in Olafs Werkstatt auf. So heißt der etwas versteckt in der zweiten Reihe gelegene Unterhaltungs- und Kulturtempel in der Robert-Koch-Straße 47 in Neustadt.

Die Liste jener Künstler, die sich bei Olaf Krause die Klinke in die Hand geben, ist erstaunlich lang. Dabei konzentriert sich der Neustädter nicht allein nur auf Comedy. Auch in Sachen Kabarett ist Olafs Werkstatt angesagt.

Reichlich Livemusik

Zudem gibt es reichlich Livemusik, zumeist von Coverbands. All dies spielt sich entweder im Saal ab oder in den Sommermonaten auch draußen im Biergarten. Die Bühne im bis zu 90 Gäste fassenden Saal sei ein wenig klein geraten, meint Olaf Krause.

Seit über 20 Jahren ist Olafs Werkstatt in Neustadt (Dosse) Anziehungspunkt für jene, die sich für Musik, Kabarett und Comedy begeistern.

Eng wird dies jedoch erst dann, wenn eine Band mit mehr als sechs Leuten auftritt. Der guten Stimmung unter den Gästen, sowie den Künstlern, tat das bislang keinen Abbruch, versichert Olaf Krause.

Einen Lieblingskünstler hat der 52-jährige Neustädter nicht. „Von allen Künstlern, die bei mir auftreten, bin ich gleichermaßen begeistert“, so Olaf Krause. Und er hat sich im Laufe der Jahre so einiges einfallen lassen, um das Unterhaltungsprogramm so vielseitig wir möglich zu gestalten. „Für jeden soll etwas dabei sein“, sagt Olaf Krause.

Jeden Monat Comedymix

Besonders viel Herzblut investiert er in das Format Comedymix, bei dem jeden ersten Mittwoch im Monat je drei Künstler auftreten. „Wer genau, das wird vorab nicht verraten, denn es soll ja eine Überraschung für die Gäste werden“, sagt Olaf Krause.

Vorausschauend planen ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die der Neustädter auch blendend beherrscht. Dabei muss Olaf Krause sowohl den Geschmack der Gäste im Blick behalten, als auch daran denken, dass so manche Künstler schon über Jahre ausgebucht sind. „Da ist es wie überall: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“, erzählt Olaf Krause. Er hat jedenfalls vorgesorgt und so steht nicht nur für das laufende Jahr das komplette Programm in Sachen Comedy, Livemusik und auch beim Kabarett. „Sogar für 2020 habe ich schon alles in Sack und Tüten“, so Olaf Krause.

Als er kurz vor Weihnachten 1996 zum allerersten Mal ein Livekonzert mit einem Berliner Musiker organisierte, war noch nicht abzusehen, dass das Ganze vom Publikum so gut angenommen wird und dass schon bald jede Woche Konzerte im meist voll besetzten Saal stattfinden werden. „Damals fing ich an, hier in der Werkstatt viele neue Sachen zu etablieren.

Zuerst Eisengießerei und Emaillegeschirrmaufaktur

Seinen Ursprung hat die Werkstatt schon vor beinahe 150 Jahren. Im Jahr 1862 wurde sie als Eisengießerei und Maschinenfabrik erbaut, die später bis zum zweiten Weltkrieg auch als Emaillegeschirrmanufaktur genutzt wurde.

Danach wurde das Gebäude wieder in eine Maschinenfabrik umgewandelt. Aus diesem Grund bekam die Gaststätte auch den Namen Olafs Werkstatt. Das Objekt befindet sich bereits in der 3. Generation im Besitz von Olaf Krauses Familie: „Mein Großvater setzte hier Landmaschinen instand und später übergab er das Geschäft an meinen Vater, der Zäune und Tore herstellte.“

Jedoch starb der Vater recht jung im Jahr 1974 und das Gebäude wurde danach von der Wohnungsbaugesellschaft übernommen und genutzt. Nach der Wende hat Olaf Krause das Grundstück mit dem total heruntergekommenen Gebäude zurückerhalten und es nach und nach ausgebaut.

Die Videothek gibt es noch immer

Noch zu DDR-Zeiten, im Mai 1990, eröffnete er dort eine Videothek, die es heute noch gibt. Das war die Keimzelle von Olafs Werkstatt, die bei treuen Fans von Wittenberge bis Neuruppin bekannt und beliebt ist. Ein Jahr später folgte eine Spielothek. 1996 wurde die Werkstatt um einen Gastraum erweitert. 1999 wurde aus der großen Werkhalle der Saal und die Bowlingbahn.

Auch Sportfans kommen auf ihre Kosten

Ein weiterer Raum ist bis heute Anziehungspunkt für Sportfans. „Hier schauen wir auf großer Leinwand Fußball“, berichtet Olaf Krause. Im selben Zug wurde auch der Biergarten geschaffen. Mit seiner Werkstatt hat sich der gelernte Tischler einen Traum erfüllt. „Ohne meine 15-köpfige Mannschaft ginge all das nicht, für ihr Engagement bin ich total dankbar“, so Olaf Krause.

Von André Reichel

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