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Neustadt „Sondermobilfunkversorgung“ abgelehnt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt „Sondermobilfunkversorgung“ abgelehnt
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16:32 27.07.2018
Mobiles Telefonieren an sich ist in Sieversdorf kein Problem. Nur bei der Datenverbindung hakt es. Quelle: Peter Geisler
Sieversdorf

Die Pläne der Deutschen Telekom, einen Mini-Funkmast für die „Sondermobilfunkversorgung“ in Sieversdorf aufzustellen, stoßen in der Gemeinde auf Widerstand. Der ehrenamtliche Bürgermeister Hermann Haacke macht keinen Hehl daraus, wie wenig er von der Idee mit dem Zehn-Meter-Holzmast hält.

Handyempfang an sich ist in Sieversdorf nicht das Problem. Das Telefonieren funktioniert gut. Bloß der mobile Datenempfang lässt deutlich zu wünschen übrig.

Telekom bittet um Gemeindeland

Die Gemeinde sei bereits seit einiger Zeit darüber informiert, dass die Telekom das Datennetz ausbauen will, berichtet Hermann Haacke. „Dafür sollen wir kostenlos eine Fläche zur Verfügung stellen. Das finde ich nicht in Ordnung. Andere zahlen für so was Pacht.“

Außerdem brächte die neue Mini-Antenne nur eine Teillösung. „Der Mast hätte eine Reichweite von ungefähr 500 Metern“, sagt Haacke. Als Straßendorf erstrecke sich Sieversdorf aber über rund 2,2 Kilometer. „Wir bekommen damit das Dorf nicht abgedeckt. Das gibt doch wieder Ärger.“

Sieversdorf hat einen Funkmast

Dass man im Ort überhaupt mobil telefonieren kann, ist einem recht zentral gelegenen, 50 Meter hohen Funkmast zu verdanken, den der Netzbetreiber E-Plus vor zehn Jahren errichten ließ.

Die Anlage sei damals im Dorf auf erhebliche Skepsis gestoßen, erinnert sich der Bürgermeister. Am Ende sei der Funkturm im Sinne des Gemeinwohls aber gebaut worden – „unter der Maßgabe, dass jeder Anbieter den Mast mitnutzen kann“, betont Haacke. „Aber das hat bisher keiner gemacht.“

Dabei sei es doch allemal sinnvoller, die vorhandene Anlage auszunutzen, als neue zu errichten. „So eine Kleckerei ist für uns nicht akzeptabel.“ Bevor die Telekom in Sieversdorf neu baut, solle sie erst einmal erklären, warum sich die vorhandenen Anlagen technisch nicht für ihr Vorhaben eignen. „Der Konkurrenzkampf zwischen den Anbietern kann nicht auf unsere Kosten ausgetragen werden.“

Kein Mangel an Bandbreite

Im übrigen stehe ja allen Haushalten im Dorf seit einigen Jahren schnelles, kabelgebundenes Internet zur Verfügung. „Wir haben für den Ausbau damals richtig Geld in die Hand genommen.“

Der Bürgermeister ist überzeugt, dass diese Versorgung ausreicht, und rechnet damit, dass auch andere Sieversdorfer wenig von der Telekom-Idee halten. „Wir sind nicht gegen den Fortschritt. Aber er muss vernünftig und durchdacht sein.“

Von Alexander Beckmann

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