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Neustadt Blitzeinschlag als Brandursache
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Blitzeinschlag als Brandursache
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00:22 03.08.2018
Ein Traktor zog am Dienstag mit Hilfe eine Pfluges eine Brandschutzschneise um das gesamte betroffene Areal herum. Quelle: Matthias Anke
Dreetz

Um das 2,2 Hektar große Areal im Dreetzer Wald, auf dem sich in der Nacht zum Sonnabend ein Feuer ausbreitete, wurde am Dienstag eine Brandschutzschneise gezogen. Falls Glutnester aufflammen sollten, wird damit ein Übergreifen auf die benachbarten Flächen erschwert.

Die Sorge ist in dieser Hinsicht weiterhin groß, wie der für das Gebiet zuständige Förster Roland Protz sagt. Auch am Montag habe es an etlichen Stellen gequalmt. „Wir können selbst jetzt nicht sagen, dass das Feuer aus ist“, erklärte Protz mit Blick auf Stellen im Boden, die selbst am Dienstag noch qualmten.

Auch drei Tage nach dem Waldbrand bei Dreetz werden noch immer Glutnester gefunden. Am Dienstag stieg hier und da Rauch auf. Quelle: Matthias Anke

„Zum Glück hatten wir wenigstens am Samstagabend das Gewitter voll abgekriegt“, sagt Protz. Die Dusche kühlte den Wald wenigstens etwas herunter.

Blitz wurde um 21.23 Uhr im Dreetzer Wald geortet

Auch am Freitagabend hatte es gewittert. Der Regen ergoss sich jedoch mehr in Richtung Neustadt. Anwohner berichteten von einem besonders heftigen Blitz über dem Dreetzer Wald. „Das soll noch vor 21 Uhr gewesen sein. Von da an muss es schon geschwelt haben.“

Förster Roland Protz zeigt frische Spuren an einer Kiefer, die von einem Blitz stammen. Quelle: Matthias Anke

In der Tat: Mehrere Internetseiten zum Thema Blitzortung zeigen exakt um 21.23 Uhr auf einer Karte drei Einschläge in einem Gebiet, das dem betroffenen Waldstück entspricht. Wenig später wurde in Dreetz Brandgeruch wahrgenommen. Auch die gegen 1.45 Uhr alarmierten Feuerwehrleute vernahmen den Geruch, benötigten dann jedoch gute drei Stunden, um das Feuer in dem riesigen Areal zu finden.

Landwirte halfen mit 10.000 Liter fasenden Wassertanks

Den Wehren aus dem Amtsgebiet mit Neustadt selbst und Dreetz sowie den Feuerwehrleuten aus Giesenhorst, Sieversdorf, Roddahn, Breddin und auch aus Kyritz und Wusterhausen gelang es unter Führung von Amtsbrandmeister Heino Arndt, den Brand zu löschen. Roland Protz als Leiter dieses Reviers Schäferberg in der Landeswaldoberförsterei Grünaue stand ihm koordinierend zur Seite.

Vor allem aber Mitarbeiter der Agrargenossenschaft „Rhinluch“ aus Dreetz waren es am Ende, die zusätzlich zu den Tanklöschfahrzeugen ausreichend Wasser mitbrachten. Vier Traktoren schafften jeweils 10 000 Liter fassende Wassertanks ins Brandgebiet.

Einwohner versorgten die Feuerwehrleute mit Getränken und Kekse

Neben Landeswald erfasste das Feuer private Flächen. Rund um die Uhr hieß es noch das ganze Wochenende über, Glutnester zu finden. „So einige Dreetzer Einwohner halfen, die Feuerwehrleute zu versorgen. Da gab es Wasser, Cola und Kekse. Das war schon beeindruckend“, erzählt Roland Protz, der einen so großen Waldbrand in seiner gesamten Dienstzeit dort noch nicht erlebte.

Waldarbeiter Mario Baumgart sorgte vor dem Traktor für freie Fahrt. Quelle: Matthias Anke

Die gerade mal zwei Tage alten Bilder des verheerenden Waldbrandes bei Fichtenwalde nahe der A 9 dürften bei dem Einsatz allen Beteiligten präsent gewesen sein. Dass der Brand bei Dreetz aber nicht außer Kontrolle geriet, sei laut Roland Protz auch der jüngsten Durchforstung zu verdanken. Nach dem letzten Herbststurm sei viel Holz aus dem Wald geholt worden. Und auch mit Wind hätte sich die Lage womöglich anders dargestellt.

Kiefern müssen nach dem Brand gefällt werden

Die Kiefern müssen wegen ihrer beschädigten Kronen nun gefällt werden – darunter auch die, in die der Blitz einschlug. Frische Spuren zeigen es deutlich: Der Strom zog sich durch den Stamm in die Erde und ließ rissartig Rinde abplatzen.

Wie leicht derzeit etwas Feuer fängt, darauf weist Wusterhausens Gemeindebrandmeister Ralf Hohmann eindringlich hin: „Es ist unverantwortlich, Zigarette rauchend mit offenem Fenster Auto zu fahren“, sagt er, der beim Einsatz in Dreetz dabei war und im unweit vom Brandort entfernten Segeletz lebt. „Allein wir Wusterhausener waren seit Freitag und bis Dienstagmittag zehn Mal im Einsatz.“

Von Matthias Anke

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