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Neustadt Für Behinderte ein schwieriges Pflaster
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00:24 01.02.2019
Experten empfehlen den Bau eines Fußgängerüberwegs am Neustädter Kirchplatz – möglichst sogar mit Ampel. Quelle: Alexander Beckmann
Neustadt

Das Prädikat „barrierefrei“ verdient der öffentliche Raum in Neustadt derzeit kaum. Zu diesem Schluss kommt Burkhard Schulze vom Sieversdorfer Ingenieurbüro Ellmann/Schulze. Im Auftrag der Kommune hatte er in den vergangenen Wochen die Situation analysiert. Am Montag stellte er die Resultate dem Ausschuss für Stadtentwicklung der Stadtverordneten vor.

Schulze betonte, dass es sich um eine vorläufige Einschätzung handle, die längst nicht alle Aspekte berücksichtige. „Es war ein ziemlicher Schnellschuss, schon heute damit in den Ausschuss zu kommen.“

Fachmann nahm 35 Punkte unter die Lupe

Die Bestandsaufnahme beschränkte sich vorerst auf den öffentlichen Raum. Schulze begutachtete 35 Einrichtungen wie Fußgängerübergänge über Straßen, Zugänge zu öffentlichen Gebäuden, auch Treppen, Bushaltestellen, Parkplätze. Sein Schluss: Nichts davon erfüllt noch aktuelle Standards für Barrierefreiheit.

Denn diese Standards haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich weiterentwickelt. Maß der Dinge ist laut Schulze jetzt das „Design für alle“. Das bedeute, dass sich auch körperlich eingeschränkte Menschen ohne ständige fremde Hilfe in der Öffentlichkeit bewegen können sollen.

Fußgängerampeln mit akustischen Signalen

So sollen beispielsweise Fußgängerampeln mit akustischen Signalen für Sehbehinderte ausgestattet sein. Markierungen im Pflaster sollen ihnen die Orientierung an Übergängen oder Bushaltestellen ermöglichen. All dies gibt es in Neustadt bisher gar nicht.

Bordsteine und Anstiege sollen so gestaltet sein, dass beispielsweise auch Rollstuhlfahrer sie aus eigener Kraft bewältigen können. Das fordert die aktuelle Baunorm und macht dazu ganz detaillierte Vorgaben. Erfüllt werden die momentan allerdings nirgends im Stadtgebiet.

Rampe am Leddiner Gemeindehaus

„Wir haben eine neu gebaute Rampe am Leddiner Gemeindehaus“, nennt Burkhard Schulze ein Beispiel. „Die ist nicht richtig Din-gerecht. Sie ist ein bisschen zu kurz und zu steil. Aber sie lässt sich mit ein bisschen Hilfe nutzen.“

Es gibt viele Punkte. „Wir brauchen wesentlich größere Behindertenparkplätze. Auch der Taxi-Stand ist nicht barrierefrei.“ Gleiches gelte für den Zugang zum Bahnsteig. „Irgendwann muss auch mal eine Straßenquerung vom Bahnhof zum Amtsgebäude kommen.“

Fußgängerübergang für die Robert-Koch-Straße

Über 30 Punkte hat Schulze auf eine Prioritätenliste gesetzt. Die Kosten für deren komplette Umsetzung schätzt er auf über 600.000 Euro. Etwa ein Drittel davon hält er für wirklich dringend.

Ganz an den Anfang der Liste für mehr Barrierefreiheit setzt der Planer einen Fußgängerübergang über die Robert-Koch-Straße im Bereich des Kirchplatzes. Den Bedarf dort schätzt er als besonders hoch ein: Altenpflegeheim, Arztpraxen, Physiotherapie, Gaststätte, Friedhof und Kirche säumen das Gelände. „Wir würden auch eine Ampelanlage vorschlagen, weil die Autos da ganz schön schnell ran sind.“

Amtsverwaltung ist nicht behindertengerecht

Ein anderer dringender Punkt ist das Gebäude der Amtsverwaltung, das für gehbehinderte Menschen derzeit schwer bis gar nicht zugänglich ist.

Die Liste soll den Stadtverordneten eine Art Richtschnur bieten. „Einfach mal, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was auf uns zukommt“, sagt Burkhard Schulze. „In den öffentlichen Gebäuden selbst haben wir uns das noch gar nicht angeguckt.“ Es gehe um mittel- bis langfristige Planungen, die man aber im Auge behalten sollte. „Wir altern alle. Irgendwann ist es auch für uns so weit.“

Von Alexander Beckmann

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