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Neustadt Keine Schulsanierung ohne Kreiszuschuss
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Keine Schulsanierung ohne Kreiszuschuss
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14:58 09.10.2018
Das Neustädter Schulgebäude gilt als dringend sanierungsbedürftig. Quelle: Alexander Beckmann
Neustadt

Das Amt Neustadt setzt als voraussichtlich erster Antragsteller seine Hoffnung auf den neuen Hilfefonds des Landkreises Ostprignitz-Ruppin für Bildungsinvestitionen. Erst Ende September hatte der Kreistag die Schaffung eines solchen Budgets beschlossen, mit dem kreisweit dringende Investitionen in Bildungseinrichtungen vorangebracht werden sollen.

Mit seinem Finanzierungsbeschluss für die Sanierung der Neustädter Prinz-von-Homburg-Schule lehnte sich der Amtsausschuss Neustadt am Montag schon mal ein Stück weit aus dem Fenster. Denn noch hat der neue Fonds nicht alle Hürden genommen. Zum einen muss der Kreishaushalt im nächsten Jahr die Mittel dafür bereitstellen. Der entsprechende Beschluss des Kreistages wird im Dezember erwartet. Zum anderen fehlt es auch noch an einer Richtlinie für die Zuwendung.

Architekt Hubertus Eilers aus Gröben stellte dem Neustädter Amtsausschuss am Montag seine Pläne für die Sanierung der Prinz-von-Homburg-Schule vor. Quelle: Alexander Beckmann

„Ob die rechtzeitig auf den Weg kommen wird, kann ich nicht einschätzen“, sagte Neustadts Amtsdirektor. Allerdings dränge die Zeit. Die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) fordere für die Bereitstellung von Fördergeld bis Ende Oktober die Bestätigung, dass das Vorhaben durchfinanziert ist. „Die Mittel stehen nur noch in diesem Monat bereit.“

Das Gebäude entstand in den 1970er Jahren

Seit den 90er Jahren steckten die Stadt und später das Amt Neustadt als Schulträger regelmäßig Geld in den Erhalt und die Modernisierung des Schulgebäudes in der Lindenstraße. Eine Reihe grundsätzlicher Defizite des Gebäudes, das in den 70er Jahren entstand und in den 90ern erweitert wurde, konnten aber bis heute nicht beseitigt werden.

Akute Sorgen bereiten der Brandschutz und der Mangel an Fluchtwegen. Auf den einzelnen Etagen gibt es keine durchgehenden Flure, was lange Umwege mit sich bringt. Sanitäranlagen finden sich nur im Erdgeschoss. Weitgehend ungenutzte Innenhöfe vergrößern die Fassadenfläche und damit den Energieverbrauch. Es fehlt an Raum für größere Veranstaltungen. Insgesamt ist das Platzangebot für die rund 750 Schüler eher knapp.

Architekt Hubertus Eilers stellte ein Konzept vor

Seit zweieinhalb Jahren sucht man nun nach Auswegen. Verschiedene Entwürfe wurden vorgelegt. Den aktuellsten, der nun auch Grundlage für das Finanzierungskonzept ist, stellte Architekt Hubertus Eilers dem Amtsausschuss am Montag vor.

Die deutlichste Veränderung im Gebäude betrifft demnach die Zugänglichkeit aller Räume über zentral entlang der Längsachse angeordnete Flure auf allen Etagen, die über Treppen miteinander verbunden sind. Dafür werden die beiden Innenhöfe im ältesten Teil des Hauses etwas verkleinert, erklärte Eilers. „Die vorhanden Treppenhäuser bleiben und sind sozusagen zweiter Fluchtweg.“ Der dritte Innenhof am Neubau wird für die Erweiterung des jetzigen Foyers zur Aula genutzt.

Zweischalige Fassade – beispielsweise aus Keramikplatten

Äußerlich bleibt die Gebäudeform weitgehend unverändert. Allerdings rät der Architekt dringend zu Veränderungen an der Fassade, da die aktuelle Lösung sich nicht bewährt habe. „Dämmsysteme leben davon, dass sie alle zehn bis 15 Jahre einen neuen Anstrich erhalten.“ Was passiert, wenn man den Aufwand spart, sei in Neustadt deutlich zu sehen. Eilers schlägt als dauerhaftere Lösung eine zweischalige Fassade beispielsweise aus Keramikplatten vor. 50 bis 60 Jahre hätte man damit Ruhe.

Der Architekt geht von einem Bau in zwei Abschnitten aus: Während in der einen Hälfte des Gebäudes die Handwerker arbeiten, kann in der anderen weiter unterrichtet werden. Trotzdem werde man auf Ausweichquartiere angewiesen sein. Im Gespräch sind momentan vor allem Containerräume – trotz aller damit verbundenen Nachteile.

Kosten von knapp 12 Millionen Euro

„Wir haben Kosten von etwa 11,66 Millionen Euro errechnet“, fasste Hubertus Eilers die Arbeit seines und eines weiteren beauftragten Büros zusammen.

Die Summe liegt allerdings über dem Limit von zehn Millionen Euro, dass sich der Amtsausschuss vor rund einem Jahr selbst setzte. Schließlich müssen die amtsangehörigen Gemeinden zumindest einen Teil der Summe aus ihren Haushalten aufbringen.

Abstriche scheinen kaum möglich

Breddins Bürgermeister Reinhard Neumann, hatte das Limit damals selbst gefordert. Als Vorsitzender des neuen Bauausschusses für die Schulsanierung setzte er sich aber nachdrücklich für die vorliegenden Pläne ein. Schließlich sei schon viel Zeit und Geld in das Vorhaben gesteckt worden. „Wir haben es angefangen und müssen es gemeinsam durchstehen.“ Der Planer habe das Zehn-Millionen-Ziel durchaus vor Augen gehabt, aber: „Wir haben keine weiteren Möglichkeiten für Abstriche gefunden.“

Rund 5,3 Millionen Euro der Bausumme sollen aus dem kommunalen Infrastrukturprogramm des Landes (KIP) kommen, 2,5 Millionen aus dem Bildungsfonds des Landkreises. Das Amt muss zusätzlich zu seinen bisherigen Aufwendungen noch rund 3,5 Millionen Euro beisteuern und dafür Kredite aufnehmen. Das bringt eine jährliche Belastung von rund 126 000 Euro pro Jahr mit sich.

Von Alexander Beckmann

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