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Neustadt Seniorenbeiräte wollen Druck machen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Seniorenbeiräte wollen Druck machen
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13:30 12.10.2018
Die Kreisseniorenbeiräte von Havelland und Ostprignitz-Ruppin entdeckten beim Treffen in Neustadt vor allem Gemeinsamkeiten. Quelle: privat
Neustadt

Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin rückt näher ans Havelland – zumindest, was die ehrenamtliche Seniorenarbeit angeht. Mitte der Woche hatten sich die Kreisseniorenbeiräte beider Landkreise in Neustadt getroffen. „Da war eine der besten Veranstaltungen, die wir bisher hatten“, schätzt Hans-Peter Dageroth vom Rheinsberger Seniorenbeirat ein.

„Wir wollten uns einfach mal austauschen“, berichtet die Vorsitzende des OPR-Beirates Sigrid-Schumacher aus Lohm. Schon vorher habe es Begegnungen gegeben, beispielsweise bei der Regionalkonferenz Mitte September in Neuruppin. „Aber das war da einfach zu groß.“

Seniorenvertreter im Austausch

In Neustadt suchten 28 Vertreter der beiden Beiräte in lockerer Runde das Gespräch und stießen offenbar auf einige Gemeinsamkeiten. „Wir sind uns von der Arbeitsweise her ziemlich ähnlich“, findet Sigrid Schumacher. Beiden Gremien gehe es vor allem darum, örtliche Seniorenvertretungen aufzubauen und zu unterstützen. Man halte den Kontakt zu den Trägern der Altenhilfe und zu Heimbeiräten, organisiere Veranstaltungen wie die jährlichen Seniorenwochen, betreibe im Sinne der Senioren Öffentlichkeitsarbeit und versuche, die Kreispolitik beratend zu unterstützen.

„Die Havelländer haben dabei die gleichen Probleme wie wir“, konstatiert die OPR-Beiratsvorsitzende. „Dass die Seniorenarbeit für den Landkreis freiwillig ist.“ Es bestehe keine Verpflichtung, die besonderen Bedürfnisse von Bürgern im fortgeschrittenen Alter zu berücksichtigen. Dabei machten die Über-65-Jährigen inzwischen rund ein Viertel der Bevölkerung aus.

Gesetzliche Grundlage gefordert

Für Ostprignitz-Ruppin fordert der Seniorenbeirat daher unter anderem, dass die Sozialplanung des Kreises um einen Altenhilfeplan ergänzt wird. So, wie beispielsweise die Ausstattung mit Kitas und Schulen geplant werde, müsse es auch bei Altenhilfe laufen.

Seit März arbeite zwar eine eigens eingestellte Mitarbeiterin der Kreisverwaltung OPR an einem solchen Altenhilfeplan, doch ihre Stelle sei auf ein Jahr befristet. Der Seniorenbeirat fordert vom Kreistag, die Fertigstellung des Altenhilfeplans abzusichern.

Mit den Havelländern war man sich einig, dass die ehrenamtliche Seniorenarbeit landesweit einer besseren Unterstützung bedarf. Die Berufung von Behindertenbeauftragten, Gleichstellungsbeauftragten, Biber- oder Wolfsbeauftragten sei gesetzlich geregelt, doch für Seniorenbeauftragte gelte das nicht. Während viele Bundesländer die Seniorenarbeit auf eine gesetzliche Grundlage gestellt hätte, habe Brandenburg dies bisher versäumt. Zwar unterstütze das Land seinen Seniorenrat mit jährlich 85 000 Euro, doch das entspreche gerade einmal 15 Cent pro Bürger über 65. Das stelle keine solide Basis für die ehrenamtliche Arbeit dar.

,Ehrenamt’ heißt nicht ,umsonst’

„Die Senioren fordern mehr Anerkennung für ihre Lebensleistung und den Respekt vor dem Ehrenamt“, fasst Sigrid Schumacher den Tenor des Neustädter Treffen zusammen. Dazu gehöre auch die finanzielle Unterstützung von ehrenamtlich tätigen Senioren. „,Ehrenamtlich’ heißt nicht ,umsonst’“, sagt sie. Fahrtkosten zu erstatten, sollte zur Pflicht werden. Gleiches gelte für Altenhilfepläne. „Wir gehen zwar nicht demonstrieren“, sagt Sigrid Schumacher, „aber lass doch mal alle Senioren ihre Ehrenämter niederlegen. Mal sehen, was dann ist.“

Von Alexander Beckmann

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