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Neustadt „O’zapft is“ auch an der Dosse
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt „O’zapft is“ auch an der Dosse
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00:20 10.10.2018
Beim Oktoberfest mit der "Holzband" in der Neustädter Lindenau-Halle hatte der Frontmann alles im Griff. Quelle: Matthias Anke
Neustadt

Der Publikumserfolg der Premiere vom vergangenen Jahr hat sich jetzt wiederholt, und das war lange im Voraus absehbar: Alle Karten für das zweite Oktoberfest mit der aus der Region stammenden „Holzband“ in der Neustädter Lindenau-Halle waren schon etliche Wochen zuvor ausverkauft.

Gut 1300 Gäste feierten nun am Sonnabend bei Hendl, Haxen, Leberkäs, Maß-Bier und Brezn sowie in den typischen Trachten. Damit alles klappt, hatte zuletzt ein Team aus rund 40 Leuten am Einheitsfeiertag in der Halle geholfen, wie Andreas Heidrich von der „Holzband“ dem Publikum erzählte. Fast 900 Bodenplatten mussten verlegt werden in dieser sonst hauptsächlich für den Reitsport genutzten Halle. Eine 60 Quadratmeter große Bühne war aufzubauen. Über 160 lange Biertischgarnituren wurden aufgestellt.

Zum Einmarsch bewiesen sich die Mitglieder der Band als echte Blasmusikanten. Quelle: Matthias Anke

Heidrichs Dank richtete sich neben den Helfern auch an die Agentur „Sound Edition“ aus Neuruppin als Veranstalter.

„4200 Liter Bier stehen bereit“, ließ er die Gäste wissen. Der obligatorische Fassanstich dazu ging Neustadts Bürgermeister Karl Tedsen (CDU) spielerischer von der Hand als noch 2017.

Geschafft: Neustadts Bürgermeister Karl Tedsen (l.) beim Fassanstich. Quelle: Matthias Anke
Beim Oktoberfest mit der "Holz-Band" in der Neustädter Lindenau-Halle. Quelle: Matthias Anke

Für den zünftigen Oktoberfestmusik-Auftakt sorgte dieses Mal auch der Neustädter Fanfarenzug. Und für ausgewählte Lieder hatte die Band passende Sänger parat. So gab es René Weiß aus dem nahen Goldbeck mit seiner Udo-Lindenberg-Stimme zu erleben und Lukas Heller von der Prignitzer Hip-Hop-Band „Kokas“. Wären da nicht auch die vielen aus der Region bekannten Gesichter im Publikum gewesen, hätte die Halle an diesem Abend locker nach Oberbayern verortet werden können.

Aus dem Süden hatte die Holzband einst die Idee mitgebracht. Ein Ausflug führte die Hobby-Musiker seinerzeit zum Münchener Oktoberfest. Am Ende war klar: Das kann man bei sich zu Hause auch selber machen.

Für den zünftigen Oktoberfestmusik-Auftakt sorgte dieses Mal auch der Neustädter Fanfarenzug. Quelle: Matthias Anke
Beim Oktoberfest mit der "Holz-Band" in der Neustädter Lindenau-Halle. Quelle: Matthias Anke
Beim Oktoberfest mit der "Holz-Band" in der Neustädter Lindenau-Halle. Quelle: Matthias Anke

Bis dahin ging es im Kyritzer Altkreis noch nicht ganz so bayerisch zu wie schon in den Nachbarregionen Pritzwalk und Wittstock etwa.

Oktoberfeste auch in Wusterhausen, Ganzer, Bantikow, Lellichow

Wer suchte, wurde aber immer auch im Kyritzer Umfeld fündig, so etwa in Wusterhausen: Derweil in der Lindenau-Halle am Sonnabend die Menge tobte, wurde zeitgleich Oktoberfest beim Schützenverein in der benachbarten Dossestadt gefeiert. Mit etwa 80 Gästen war dieses Fest um einige Nummern überschaubarer. „Das machen wir jetzt bestimmt schon seit zehn Jahren. Es ist immer die erste Veranstaltung unseres neuen Königshauses mit geladenen Gästen“, erklärte Vereinspräsident Raffael Eichmann. Bierkrugstemmen, Wetttrinken und Kartoffeldauerschälen gehörten dazu.

Oktoberfeststimmung soll nächstes Wochenende erstmals auch in Lellichow aufkommen. Weil der Platz im Festzelt begrenzt ist, richtet sich diese Veranstaltung laut Ortsvorsteher Axel Redepenning zunächst nur an die Lellichower, deren befreundetes Umfeld und den örtlichen Bikerclub samt Anhang.

Erst vor zwei Wochen war in Ganzer das Dorffest kurzerhand zum Oktoberfest erklärt worden. In Bantikow indes wurde am selben Abend zum bereits fünften Mal derart gefeiert. Monty Kurtzke vom Hotelrestaurant „Villa Meehr“ lud wieder in ein eigens aufgebautes Festzelt ein.

Beim Oktoberfest mit der "Holz-Band" in der Neustädter Lindenau-Halle. Quelle: Matthias Anke

Und in Neustadt? Dass dort eine dritte Auflage folgt, ist angesichts der riesigen Nachfrage wahrscheinlich. Andreas Heidrich und seine Band-Kollegen wollen ihre Eindrücke aber erstmal wieder sacken lassen. „Was 2019 ist, kann ich jetzt noch nicht sagen. Wir schließen natürlich nichts aus“, sagte Heidrich. Er gibt außerdem zu bedenken: „Wenn die Halle schon mal so hergerichtet ist, muss es doch möglich sein jemanden zu finden, der sie vorher oder nachher für was ganz anderes nutzt.“

Der Auslastung der Halle täte das nur gut. Sie wird seit 2017 vom Reitsportveranstalter Herbert Ulonska mit der Stadt Neustadt, dem Gestüt und dem Landespferdezuchtverband betrieben. Zuvor erschien die Zukunft der Halle als unsicher. Der Weiterbetrieb ist bis 2023 gesichert. Das wären noch ganze fünf Oktoberfeste. Mindestens.

Von Matthias Anke

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