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Neustädter Gestüte brauchen Geld wie Heu

Erhalt brandenburgischen Kulturerbes Neustädter Gestüte brauchen Geld wie Heu

Mit den Investitionen in das Haupt- und Landgestüt Neustadt, für das allein von 2002 bis 2008 rund 40 Millionen Euro aus Mitteln der EU, des Landes Brandenburg und der Gestüts-Stiftung flossen sowie in den vergangenen vier Jahren weitere fünf Millionen Euro, soll es schon 2017 weitergehen. Doch auch die neuen Vorhaben klingen nicht gerade billig.

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Das Landstallmeisterhaus des Hauptgestütes. Dieses Ensemble wurde im vorigen Jahr fertig saniert. Doch was ist mit der Instandhaltung?

Quelle: Matthias Anke

Neustadt. Das frühere Hotel „Preußenschänke“, ein historisches Gebäude auf dem Neustädter Landgestütsgelände, soll saniert werden. Wohnungen für Reitschüler und andere Gäste sind darin vorgesehen, aber auch die Gestütsbibliothek soll einziehen gemeinsam mit der noch in der Homburg-Schule untergebrachten Stadtbibliothek. Zudem soll das nebenan vor vielen Jahren abgebrannte Pendant zu diesem Gebäude wiederhergestellt werden, so dass der Vier-Seiten-Hofcharakter zurückgewonnen wird. Das angrenzende, frühere Verwaltungsgebäude ist für Büros vorgesehen und soll ebenso hergerichtet werden.

Bauwerke als Aufgabe neben Pferdezucht und Regionalentwicklung

Von diesen Vorhaben der Stiftung Brandenburgisches Haupt- und Landgestüt erfuhr Finanzminister Christian Görke (Linke) jetzt bei einem eineinhalb stündigen Gespräch mit anschließender Presserunde und Rundgang über das bereits sanierte Hauptgestütsgelände. Das Ensemble aus Landstallmeisterhaus, Reithalle, Junghengste- und Stutenstall wurde in den vergangenen vier Jahren für rund fünf Millionen Euro fertig restauriert. Nun also steht mit den Vorhaben im Landgestüt, diesem nördlichen Teil der Gesamtanlage, der nächste Kraftakt bevor.

Und nicht nur das: Für bereits erfolgte Sanierungen sprach Gestüte-Geschäftsführerin Regine Ebert von einem notwendigen Instandhaltungsfonds. Denn der Erhalt der Bausubstanz sei nun mal eine der wesentlichen Aufgaben dieser Landesstiftung, wenngleich an vorderster Stelle laut Ebert die Zucht stehe, „der Erhalt des Kulturguts Pferd und dessen Rassevielfalt“. Zwischen diesen Traditionen ist die Regionalentwicklung Aufgabenschwerpunkt. Denn Gestüte sind Arbeitgeber, Ausbildungsstandort, mit der Schule vernetzt und ein Touristenmagnet.

Auch alle Finanzminister der Länder sollen Neustadt bald kennenlernen

„Ich habe den Wunsch verstanden, ob wir ihn erfüllen können, weiß ich nicht“, sagte Görke mit Blick auf die Vorbereitungen für den nächsten Landeshaushalt 2017/18. Er verwies zugleich auf die Zuständigkeit seines Kollegen, des Landwirtschaftsministers Jörg Vogelsänger (SPD), für die Gestüte. Denn nach Neustadt kam Görke vielmehr, um seinen nächsten Besuch vorzubereiten: Er ist vom 1. bis 3. Juni Gastgeber der 2016er Konferenz der Finanzminister der Länder. Tagungsort wird Neuruppin sein, und neben Rheinsberg stehen eben die Neustädter Gestüte auf dem Ausflugsplan.

Uwe Müller (l), Brandenburgs amtierender Landstallmeister, erläuterte dem Finanzminister Christian Görke beim Rundgang  einige Abläufe aus de

Uwe Müller (l.), Brandenburgs amtierender Landstallmeister, erläuterte dem Finanzminister Christian Görke beim Rundgang einige Abläufe aus der Pferdezucht.

Quelle: Matthias Anke

Doch auch des Finanzministers Worte haben ihr Gewicht. Zum regelmäßig diskutierten, alljährlichen Landeszuschuss von zuletzt jeweils 2,1 Millionen Euro sagte er: „Wir werden um den Betriebskostenzuschuss nicht herumkommen, die Frage ist, in welcher Höhe.“

Die Personalkosten steigen auch bei den Neustädter Gestüten

Dass das Geld trotz aller Bemühungen weiter benötigt wird, rechnete Regine Ebert vor. Demnach sei die Einnahmenseite zwar ausgeglichen: Einbußen im züchterischen Bereich stünden Gewinne aus Veranstaltungen und Pferdeverkäufen gegenüber. Doch auf der Ausgabenseite schlagen Personalkosten zu Buche, so 2015 etwa allein 70 000 Euro nach der Tariferhöhung, deren nächste Stufe bald folgt. „Das ist auch Geld, das erstmal zu verdienen ist“, sagte Ebert. Angesichts keiner Stellenneubesetzungen und ihrer noch 66 Beschäftigten inklusive Teilzeitkräften sagte sie: „Die Schmerzgrenze nach unten ist erreicht.“

Der Finanzminister verstand: „Wir haben eine Verantwortung für das historische Erbe und damit Kostenblöcke, die da sind, um die wir uns nicht drumherum mogeln können.“ Im Landeshaushalt gilt es laut Görke zwar abzuwägen: „Die Gestüte werden aber eine Priorität haben. Davon gehe ich aus.“

Präsentation beim Brandenburgtag im September in Hoppegarten

Der Unterschied zwischen Haupt- und Landgestüt ist, dass nur auf dem Hauptgestüt eine Stutenherde gehalten wird.

Die Anlage in Neustadt wurde 1788 gegründet. Voriges Jahr besuchten sie rund 40 000 Gäste für Veranstaltungen, Tagungen, Besichtigungen, Kutschfahrten – private Gäste des öffentlich zugänglichen Areals nicht mitgerechnet.

Anfang September präsentiert das Gestüt eine kleine Hengstparade beim Brandenburgtag 2016 in Hoppegarten.

Von Matthias Anke

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