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Ostprignitz-Ruppin Neustädter geben jedem eine Chance
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustädter geben jedem eine Chance
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00:25 26.12.2015
Bei der Firma Hüffermann kriegt jeder seine Chance – unabhängig von der Herkunft. Auch Flüchtlinge. Quelle: André Reichel
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Neustadt

In Sachen Integration in den Arbeitsmarkt wurde es einem Teil der Flüchtlinge im Land in den vergangenen Monaten etwas leichter gemacht. Wartefristen wurden verkürzt, Zugangsbeschränkungen gelockert.

Nach und nach zeigt das bei den Arbeitgebern im Nordwesten Brandenburgs Wirkung. „Das Thema hat definitiv Fahrt aufgenommen“, sagt der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Neuruppin, Stefan Dirkes. Doch die Sache sei noch immer komplex. Der Aufenthaltsstatus bestimme, ob ein Flüchtling eine Arbeit aufnehmen darf und in welcher Form.

Doch Dirkes sieht neben der rechtlichen noch eine viel höhere Hürde: die Sprache. „Wenn jemand in Deutschland schweißen soll, aber kein Deutsch kann, dann geht das nicht.“ Das sei auch der Grund dafür, dass die Bundesagentur für Arbeit seit zwei Monaten Kurse für Deutschgrundkenntnisse mir Asylbewerbern finanziert – obwohl so etwas im Grunde nicht ihre Aufgabe ist. Allein im Bereich der Neuruppiner Agentur, also in den vier nordwestlichen Landkreisen Brandenburgs, haben diese Kurse rund 900 Teilnehmer. Das Projekt läuft nur noch bis zum Jahresende.

Auf jeden Fall, so Dirkes, bemühe man sich in dem Zuge um eine erste Kontaktaufnahme. Unter Umständen kommt der eine oder andere für das Programm „Perspektiven für Flüchtlinge“ in Frage, das neben spezifischen Sprachkenntnissen beispielsweise auch Praktikumsplätze vermitteln will, bei denen die beruflichen Fähigkeiten der Teilnehmer ermittelt werden. Eine Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt könnte sich anschließen.

Das Fahrzeugbauunternehmen Hüffermann Transportsysteme in Neustadt würde all dies gern abkürzen. Es beschäftigt aktuell einen ersten Praktikanten aus Syrien in der Lackiererei. Mit einem weiteren hat die Firma einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen. „Gesellschaftliche Verantwortung“ nennt Hüffermann-Geschäftsführer Stephan von Schwander als seinen Beweggrund dafür, Flüchtlinge zu beschäftigen. Zugleich betont er, dass dies im selben Maße auch für Hartz-IV-Empfänger, Jugendliche oder Arbeitslose gelte. „Jeder Mensch hat ein Recht auf Arbeit und Wohnen und auf gesellschaftliche Aufnahme – nicht nur durch Behörden, sondern auch durch Unternehmen, die dazu in der Lage sind.“ Die Neustädter suchen sowieso dringend Arbeitskräfte. Für von Schwander gilt dabei der Grundsatz : „Jeder soll die gleiche Chance erhalten. Auf die Motivation und auf Ehrlichkeit kommt es an.“

Allerdings habe man im Fall der Flüchtlinge einige Hürden nehmen müssen. Angefangen habe es damit, überhaupt einen Ansprechpartner zu finden. „Unsere Sozialarbeiterin hier in Neustadt leistet ganz tolle Arbeit“, sagt der Hüffermann-Geschäftsführer. In Johanna Fechner, die die in der Stadt untergebrachten Flüchtlinge betreut, fand er die Ansprechpartnerin, die ihm einen groben Überblick über potenzielle Mitarbeiter verschaffen konnte. „Da hab ich ausgewählt nach Sprach- und Fachkenntnissen“, berichtet von Schwander. Im aktuellen Fall erwiesen sich der berufliche Werdegang und Englischkenntnisse des Bewerbers als vielversprechend.

Bei aller Motivation, die Stephan von Schwander seinem syrischen Praktikanten inzwischen bescheinigt, sieht er sich doch gezwungen, hinsichtlich des Einsatzes klare Grenzen zu ziehen. „Für die nächsten Jahre ist maximal eine Hilfstätigkeit möglich.“ Noch bestehe zwischen den Sprachkenntnissen und der beruflichen Qualifikation auf der einen Seite sowie den Qualitätsanforderungen im Unternehmen auf der anderen eine zu große Kluft. „Wir können Flüchtlinge sicherlich nicht so bald in sicherheitsrelevanten Bereichen einsetzen.“ Beim Schweißen von Fahrgestellen oder bei der Kfz-Elektrik seien nun mal hohe Anforderungen zu erfüllen. Dass er diese Einschätzung bei entsprechender Ausbildung der Bewerber irgendwann revidiert, das hält der Hüffermann-Geschäftsführer aber für durchaus denkbar. „Wir werden uns bei den Flüchtlingen genauso wie bei allen anderen Bedürftigen weiter bemühen.“

Von Alexander Beckmann

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