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Neustädter zahlen weiterhin ihren Zuschuss

Tourismusverein „Dosse-Seen-Land“ Neustädter zahlen weiterhin ihren Zuschuss

Nachdem die Gemeinde Wusterhausen ihren Zuschuss für den regionalen Tourismusverein strich und die Mitgliedschaft zum Jahresende kündigte, bleiben nur Kyritz und Neustadt als kommunale Geldgeber übrig. Hinsichtlich Kyritz war der Fall klar. In Neustadt aber wurde sich zu diesem Schritt jetzt erst durchgerungen. Doch inwiefern ist die Vereinsarbeit damit zu retten?

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Ein Neustädter Touristenmagnet sind die Gestüte an sich, aber auch die zahlreichen Veranstaltungen dort und drumherum.

Quelle: Matthias Anke

Neustadt. Das neue Urlaubsjournal des „Tourismusvereins Kyritz, Neustadt, Wusterhausen“, das sämtliche Sehenswürdigkeiten, Unterkünfte, Gaststätten und Veranstaltungen der Region für dieses Jahr zusammenfasst, ist erschienen. Doch es wird das letzte unter einem Verein mit diesem Titel sein. So viel steht fest. Denn nachdem Wusterhausen aus Haushaltsnot heraus seinen kommunalen Zuschuss für den Verein in Höhe von 18 000 Euro strich, wird mit diesem Jahr auch noch die Mitgliedschaft dieser Gemeinde an sich enden.

Damit bleiben nur zwei von vier „Kleeblättern“ – Gumtow machte von vornherein nicht mit bei diesem erst vor wenigen Jahren neu gegründeten Verein – nur Kyritz und Neustadt übrig als kommunale Geldgeber. Hinzu kommen etwa 80 Mitglieder aus der Tourismus- und Gastwirtschaftsbranche. Eine Krisensitzung im Januar brachte noch nicht die Lösung, wie es ohne Wusterhausen weitergeht (MAZ berichtete). Seit Montagabend aber gibt es nun zumindest die Gewissheit, dass den Wusterhausern nicht auch noch die Neustädter folgen. Sie hatten angesichts ihrer Haushaltslage den Zuschuss schon 2015 auf 1,50 Euro je Einwohner gesenkt und diese Ausgabe für dieses Jahr 2016 auch noch mit einem Sperrvermerk versehen. Doch den hoben die Mitglieder des Amtsausschusses am Montag auf. Das Geld, etwa 11 000 Euro, kann damit für die Vereinsarbeit fließen.

Kyritz hält ebenso an seiner Zahlung fest. Hier sind es 27 000 Euro. Offen ist trotzdem, was damit noch bewerkstelligt werden kann, vor allem hinsichtlich des kostenintensiven Touristeninformationsbüros in Kyritz und der Gehälter zweier Beschäftigter.

Die Entscheidung wurde nicht ohne Diskussion getroffen

Die Entscheidung fiel in Neustadt daher nicht ohne Diskussion. Es musste aber eine getroffen werden. „Am 23. Februar ist die nächste Versammlung, da will man wissen: Was ist denn nun mit Neustadt?“, sagte Amtsdirektor Dieter Fuchs. Er erklärte zudem aber auch noch, dass es im Neustädter Gebiet etwa 50 potenzielle Betriebe aus dem Tourismus- und Gastgewerbebereich gibt, von denen lediglich 13 im Verein Mitglied sind. Von ihnen folgten nur sechs der Einladung von Fuchs zu einem Gespräch in Vorbereitung auf ein Arbeitskreistreffen, bei dem es um die Lösungssuche für den Verein geht. „Was hat das für einen Sinn, angesichts dessen noch mitzumachen?“, fragte Breddins Bürgermeister Reinhard Neumann. Gerhard Wilke, Bürgermeister von Stüdenitz-Schönermark, mahnte indes: „Es ist schnell was erledigt.“ Sigrid Schumacher, Bürgermeisterin von Zernitz-Lohm, führte dazu aus: „Es sollte lieber noch zwei Jahre geguckt werden, so ein Verein braucht Zeit. Jetzt haben wir das kompetente Personal.“ Die erst aufgebaute Struktur solle also nicht verloren gehen. Ohne sie würde die Region in größeren Gebilden verschwinden, und zwar nicht nur im Tourismusverein des Ruppiner Landes, sondern auch in der Prignitz.

Sich dorthin zu orientieren, dafür warben zuletzt die Wusterhausener, die nun eigene Wege gehen. Thema war das dort auch am Montag im Aussschuss für Wirtschaft und Tourismus. Wusterhausens Bürgermeister Roman Blank betonte einmal mehr, dass die Mitgliedschaft für die Gemeinde uneffektiv gewesen sei. Deren Tourismusunternehmen gezielter zu unterstützen, solle lieber Aufgabe einer noch zu findenden „Fachkraft für Museum und Tourismus/Kultur“ sein. Die Stellenausschreibung stehe unmittelbar bevor.

Blank betonte erneut, dass er sich von einer Aktivierung der Zusammenarbeit mit dem Tourismusverein Prignitz deutlich mehr positive Ausstrahlung verspreche. Mitglied auch in diesem Gremium sei man ja schon seit 2008. Außerdem hält es Blank für positiv, dass künftig wieder ein möglichst lückenloses Gastgeberverzeichnis aus der Großgemeinde auf der eigenen Internetseite zu finden sein werde. Initiativen wie in Dessow etwa, wo Unentwegte die Tradition als Dorf der Bierbrauer im Gespräch halten, ließen sich gezielter fördern. Diesen Blank’schen Optimismus teilten jedoch nicht alle im Ratssitzungssaal. Zwar gab es keinen offenen Widerspruch, doch leise Bedenken waren unüberhörbar. So werde Wusterhausen „am Rande“ dieses künftigen Dachvereins liegen. Werbung zum Beispiel in Broschüren dürfte der sich ebenfalls bezahlen lassen. Vielleicht werde es also doch nichts mit dem Bunkern der 18 000 Euro, die bisher den Verein mit seiner neuen Marke „Dosse-See-Land“ stützten. Roman Blank schloss das nicht gänzlich aus, schon, weil ja auch noch das Museumsdepot aufgeräumt werden müsse, was auch Geld koste, das eigentlich gar nicht da sei. Im Entwurf des nächsten Haushaltsplanes „haben wir das Geld als Dummy verplant“, räumte der Bürgermeister ein. Ohne eigenen Schaden für alles einsetzbar, sollte das wohl heißen.

Von Matthias Anke und Wolfgang Hörmann

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