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Ostprignitz-Ruppin Neustart einer Tradition
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustart einer Tradition
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00:16 07.06.2017
Wie immer begeisterten die Kinder der Dorfkita die Festgäste mit ihrem Programm. Quelle: Matthias Anke
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Zernitz

Es war so etwas wie der Neustart einer Tradition am Sonnabend auf dem Sportplatz des Zernitzer SV. Denn wie immer begann mit der Feier in Zernitz am Pfingstwochenende die Dorffestsaison im Neustädter Amtsgebiet überhaupt. Doch dieses Mal war es ein ausdrückliches Zernitz-Lohmer Gemeindefest. „Es ist das erste große gemeinsame Fest“, wie Bürgermeisterin Sigrid Schumacher zur Begrüßung betonte. Und so soll es, sofern es angenommen wird, auch in den nächsten Jahren bleiben, allerdings im Wechsel mit Lohm. In diesem Dorf wurde die Festsaison im Amtsgebiet traditionell immer beendet. Dieser Termin werde auch beibehalten. Doch im aktuellen Jahr feiere man dort eben etwas kleiner als sonst und dafür nächstes Jahr größer – wenn dann also im „Auftaktort“ Zernitz weniger los sein werde.

Hintergrund dessen war ein in beiden Fällen rückläufiges Interesse an der jeweiligen Feier trotz der zuletzt insgesamt wieder auf über 900 gestiegenen Einwohnerzahl. Der Plan zur gemeinsamen Sache vom Sonnabend indes schien nun aufgegangen zu sein. Augenscheinlich mehr Gäste als in den Vorjahren waren zu dieser Zeit schon da. Viele Lohmer waren gekommen, ebenso Neuendorfer, Goldbecker und Koppenbrücker. Die Gemeinde hatte extra einen Bus organisiert. Zudem ließ sich der Großteil der zehnköpfigen Gemeindevertretung blicken, die zur Hälfe jeweils Lohm und Zernitz bilden.

Gut gefüllt war am Sonnabend das Festzelt. Quelle: Matthias Anke

Neben diesem Hintergrund hatte es aber auch noch einen willkommenen Anlass gegeben: Vor genau 20 Jahren wurde beschlossen, die Doppelgemeinde zu bilden. Damals waren zunächst Zwangsfusionen für Orte angekündigt worden, deren Einwohnerzahl unter 500 lag. Alternativ sollten alle, die sich freiwillig zusammenschließen, einen finanziellen Vorteil davon haben.

„Kopfgeldprämie nannten wir das damals“, wie sich der langjährige Bürgermeister Jörg Kusserow am Rande des Festes erinnerte. Und beide Vertretungen in Lohm wie auch Zernitz wurden sich jeweils einig darüber. „Das war ja das beste, was wir machen konnten“, sagte Kusserow. Denn zu hoch sei die Gefahr gewesen, dass das kleinere Lohm jemand anderem – und als angrenzende Gemeinde womöglich der Stadt Neustadt – zugeschlagen worden wäre. Um ähnliches zu verhindern, ging seinerzeit auch Hohenofen mit Sieversdorf zusammen.

„Zwischen Zernitz und Lohm gab und gibt es ja auch viele familiäre Verbindungen, so ist das auch bei mir“, verriet Kusserow, der als Lohmer das Bürgermeisteramt übernahm. Der vormalige Zernitzer Bürgermeister Raimund Heidrich wurde im ersten gemeinsamen Jahr 1998 zum Stellvertreter.

Andreas Heidrich von Zernitzer SV begrüßte die Gäste. Quelle: Matthias Anke

Sigrid Schumacher, gleichfalls aus Lohm, löste Kusserow dann 2014 ab. Von den Gemeindevertretern der ersten Stunde im Januar 1998 sind noch heute Wilfried Bork, Günter Kopka und Andreas Heidrich ununterbrochen und Michael Bernek erneut dabei. Schon seit Herbst 1998 machen zudem Matthias Rossa, Helmut Pauly und Reinhard Heller mit.

Heidrich, der zugleich Vorsitzender des Zernitzer SV ist, begrüßte die Gäste am Sonnabend auch im Namen der Feuerwehr. Von deren Drehleiterkorb aus genossen viele eine herrliche Aussicht in die Region. Darunter spielten Teams aus allen Gemeindeteilen wie immer Fußball gegeneinander. Andere ließen sich derweil den Kaffee und Kuchen schmecken, der von etlichen fleißigen Frauenhänden gebacken wurde, oder man holte sich etwas vom Angebot der Gaststätte Fritz. Neben der Volkssolidarität beteiligte sich auch der Anglerverein. Der „singende Polizist, Herr O.“, trat auf. Wer wollte, konnte kegeln oder auch schlicht nur würfeln. In jedem Fall wurde für die Teilnahme stets ein Tombola-Los ausgegeben. Zu gewinnen gab es allerhand Gutscheine. Und dann war es bis zum Höhepunkt am Abend auch nicht mehr lange hin: der Auftritt der aus der Region stammenden „Holzband“.

Von Matthias Anke

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