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Ostprignitz-Ruppin Nico (12) seit Wochen vermisst
Lokales Ostprignitz-Ruppin Nico (12) seit Wochen vermisst
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16:53 18.11.2015
Nach dem 12 Jahre alten Jungen wird nun gefahndet.  Quelle: dpa
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Neuruppin

 Die Polizei fahndet seit Dienstag öffentlich nach dem zwölfjährigen Nico Hamann aus Wittstock. Der etwa 1,50 Meter große Junge wird bereits seit mehr als sieben Wochen vermisst. Er soll am 24. September aus einer Einrichtung in Wittstock geflohen sein, in der er auf Anweisung des Jugendamtes seit Mitte Juni untergebracht war. Grund: Die Mutter des Jungen ist medikamentenabhängig, der Sohn soll schon Drogen konsumiert und außerdem gestohlen haben.

Der vermisste Nico. Quelle: Polizei

Die Polizei geht davon aus, dass sich der Junge entweder im Stadtgebiet von Wittstock oder in Neuruppin aufhält. Möglicherweise, so Neuruppins Polizeisprecherin Dörte Röhrs, ist der Zwölfjährige mit der 15-jährigen Jennifer Deluweit unterwegs. Sie war ebenfalls in einer speziellen Einrichtung für Jugendliche untergebracht. Aus dieser soll sie am 2. Oktober verschwunden sein. Die Ermittler wissen, dass die beiden Jugendlichen befreundet sind. Eine heiße Spur gibt es nicht.

Die Mutter von Nico, Stefanie Hamann, hat indes am Dienstag heftige Vorwürfe gegen die Polizei und das Jugendamt in Neuruppin erhoben. „Nico ist noch nie von zu Hause abgehauen, noch nie“, sagte die 31-Jährige. Sie hat das Jugendamt bei der Polizei angezeigt, weil die Behörde aus ihrer Sicht die Fürsorgepflicht für ihren Jungen verletzt habe. „Das Jugendamt weist jede Schuld von sich. Das ist eine bodenlose Frechheit“, so Hamann.

Auch über die Arbeit der Polizei ist die Wittstockerin mächtig sauer – weil die Ermittler bis Dienstag auf eine öffentliche Fahndung nach ihrem Sohn verzichtet haben. Polizeisprecherin Röhrs begründete das damit, dass es sich bei Nico um einen der Polizei bekannten „Dauerausreißer“ handele, der bisher stets zurückgekommen sei.

Zudem vermuten die Ermittler, dass die Mutter durchaus weiß, wo sich ihr ältester Sohn aufhält – es aber der Polizei nicht sagen will. Das bestreitet Stefanie Hamann. „Ich weiß nur, dass er lebt und dass es ihm gut geht.“ Das habe Nico in der vergangenen Woche der Oma telefonisch mitgeteilt, nicht jedoch, wo er sich aufhalte. Der Zwölfjährige soll zudem gesagt haben, dass er sich nicht stellen werde. Die Mutter glaubt, den Grund dafür zu kennen: Ihr Sohn will weder in das bisherige Heim zurückkehren noch in einem anderen untergebracht werden. Genau das soll aber passieren: Vor dem Amtsgericht Neuruppin hat Stefanie Hamann mit ihrem Anwalt Torge Vogelsang am Dienstag zugestimmt, dass Nico vorerst in einer stationären Einrichtung unterkommen soll – sobald er denn gefunden wird.

Mutter begibt sich in Therapie

Das Amtsgericht entschied zudem, der Mutter das Sorgerecht für Nico zu entziehen. Sie tritt am Mittwoch eine viermonatige Reha in einer Spezialklinik an, um endlich von ihrer Medikamentensucht loszukommen. Hamann wollte mit Nico und ihrem zwei Jahre jüngeren Sohn eigentlich in eine Einrichtung für betreutes Wohnen einziehen. „Dafür würde ich auch den Wohnort wechseln.“ Diesem Wunsch soll aber das Jugendamt nicht zugestimmt haben.

Hinweis: Wer Nico oder Jennifer gesehen hat, sollte sich bei der Polizei melden unter 03391/35 40.

Von Andreas Vogel

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