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Niels Köpcke ist tot

Sänger in Berlin gestorben Niels Köpcke ist tot

Niels Köpcke wird vielen Kulturfreunden der Region im Gedächtnis bleiben. Der Sänger und Komponist hat jahrelang zusammen mit seiner Frau die Banzendorfer Kulturscheune betrieben. Aus gesundheitlichen Gründen musste er dann kürzer treten und zog zurück nach Berlin. Jetzt ist er im Alter von 67 Jahren gestorben.

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Niels Köpcke (4. v. r.) bei einem Auftritt mit seinem Ensemble.

Quelle: Buddecke

Banzendorf/Berlin. Niels Köpcke ist tot. Der Sänger und Komponist, der viele Jahre in Banzendorf lebte, verstarb am 17. Januar im Alter von 67 Jahren in Berlin an einem Herzinfarkt. Vielen Ruppinern wird er in Erinnerung bleiben. Zwölf Jahre lang betrieb der Vater dreier Kinder gemeinsam mit seiner Frau Ulrike von Soden-Köpcke die Banzendorfer Kulturscheune, bevor er sich als Kulturorganisator und auch aus dem Lindower Stadtparlament zurückzog und schlussendlich 2011 aus gesundheitlichen Gründen wieder nach Berlin umsiedelte.

Die von ihm organisierten Konzerte zogen stets viele Besucher nach Banzendorf – aus der Region aber auch aus Berlin. Zumal er selbst auch immer wieder auf der Bühne stand. Erst auf seiner eigenen – später in der Vielitzer Musikscheune bei seinem Sängerkollegen Reinhard Hagen. Erst vor wenigen Monaten sang er dort gemeinsam mit seinem Ensemble „Divertimento vocale“, dem auch seine beiden Töchter Antonia und Maria angehören, das von ihm arrangierte Programm „Sog nischt kejnmol“ – ein Mix aus jiddischen Liedern und Schlagern jüdischer Sänger oder Komponisten. Der Tenor und Countertenor hatte ein Händchen für spannende mehrstimmige Liedsätze. Im Jahr 2010 führte er in Lindow auf der „Waldbühne“ sein Singspiel „Die schöne Nonne“ auf. Auch in den Kirchen der Region sang er sich immer wieder in die Herzen des Publikums – mit Weihnachtsliedern oder weltlichen Programmen. Die polyphonen und sehr anspruchsvollen Gesänge waren immer eine Klasse für sich: mal witzig-überraschend, mal verstörend schön.

2009 war Niels Köpcke auch im Fernsehen zu sehen. Teil 4 der Langzeitdokumentation „Berlin – Ecke Bundesplatz“ von Detlef Gumm und Hans-Georg Ullrich hieß „Die Köpcke-Bande“. 90 Minuten widmeten die Filmemacher dem Leben der Familie in den Jahren zwischen 1986 und 2008: ein „Heile Welt-Porträt einer seltener werdenden Lebensform“ – so heißt es im Untertitel.

Im Internet findet sich ein Video: „Niels Köpcke spricht über den Tod“ – kaum einer weiß, dass der Sänger auch gleichzeitig Trauerredner war. Einer seiner Sätze darin: „… weil ganz offensichtlich ist, dass der Tod immer zu früh kommt …“, hat sich nunmehr bewahrheitet.

Auf der Homepage der Kulturscheune steht immer noch das Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse, das die Köpckes 2011 als Abschiedsworte auf der Seite hinterlassen haben – es gilt gleichwohl auch nach Niels Köpckes Tode weiter:

„Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde

Uns neuen Räumen jung entgegen senden.

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden ...

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde.“

– heißt es in der letzten Strophe.

Am 4. September ab 17 Uhr wird es in der Vielitzer Musikscheune ein Gedenkkonzert für Niels Köpcke geben: die besten Stücke aus der Feder des Musikers – gesungen von seinen Töchtern und musikalischen Freunden, seinem Ensemble „Divertimento vocale“ – sind dann zu hören.

Von Regine Buddeke

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