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Niemand will Neuruppins Ehrenämter

Die Stadt sucht seit Jahren vergeblich Ausländer- und Behindertenbeauftragte Niemand will Neuruppins Ehrenämter

Mehr als 200 Flüchtlinge leben zurzeit in Neuruppin. In keiner anderen Stadt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin wohnen mehr Menschen aus anderen Ländern. Doch einen Ausländerbeauftragten hat die Stadt nicht. Laut Hauptsatzung müsste es zwar eine Integrationsbeauftragte oder einen -beauftragten geben. Doch seit zwei Jahren will niemand dieses Amt übernehmen.

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Wer soll’s werden?

Quelle: Fotolia

Neuruppin.
Die Fontanestadt Neuruppin hat Probleme, zwei wichtige Ehrenämter zu besetzen. Laut Hauptsatzung müsste es in Neuruppin einen Integrationsbeauftragten geben, der sich um Probleme und Belange von Ausländern kümmert, außerdem einen Behindertenbeauftragten. Bisher ist es nicht gelungen, die beiden Ämter zu besetzen.

Bei der SPD-Stadtverordneten Hannelore Gußmann sorgt das für zunehmende Verärgerung. Immer wieder hat sie in den vergangenen Monaten nachgehakt, wann die Stadt endlich gedenkt, jemanden für die beiden Ämter zu benennen. Meist wurde sie vertröstet. Inzwischen ist Hannelore Gußmann sauer: „Ich habe den Eindruck, dass die Stadtverwaltung das Thema nicht ernst nimmt.“

Allerdings ist die Frage, wer Kandidaten für das Amt eines Integrations- und Behindertenbeauftragten benennen muss. Ist das allein die Aufgabe der Stadtverwaltung? Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde sieht das anders und forderte jetzt auch die Stadtverordneten auf, sich Gedanken zu machen.

Die letzte Ausländerbeauftragte zog weg

Eine Ausländerbeauftragte hatte Neuruppin zuletzt vor zwei Jahren. Die Stadtverordnete Doris Rogmann hatte sich bis 2013 für die Belange von Flüchtlingen und Asylbewerbern stark gemacht. 2013 ist Doris Rogmann weggezogen. Seitdem ist ihr Amt unbesetzt.

Hannelore Gußmann findet das fatal – gerade jetzt, in einer Zeit, in der immer mehr Menschen aus anderen Ländern nach Neuruppin kommen. Für die Unterbringung der Flüchtlinge ist zwar laut Gesetzt der Landkreis zuständig. Aber auch die Fontanestadt sei in Ausländerbelangen in der Verantwortung, zumindest in der moralischen, findet SPD-Frau Hannelore Gußmann: „Wenn es um Integration geht, ist ganz klar auch Neuruppin gefragt.“

Auch für einen Beirat fehlen Leute

Das sieht nicht nur sie so. Mehrere Stadtverordnete hatten in der Vergangenheit schon angeregt, einen Ausländerbeirat für Neuruppin zu gründen. Aber woher soll die Stadt mehrere ehrenamtliche Mitglieder für einen solchen Beirat nehmen, wenn sich nicht einmal ein einziger Ausländerbefragter findet?

Weshalb niemand die Ehrenämter übernehmen will, kann Hannelore Gußmann nur mutmaßen. Vielleicht liegt es daran, wie die Stadt bisher mit den Ämtern umging? Neuruppins frühere Behindertenbeauftragte Brigitte Heinrich hatte sich – berechtigt oder nicht – immer wieder über mangelnde Unterstützung aus dem Rathaus beklagt. Vor einem Jahr hatte sie das Amt schließlich abgegeben. Seitdem hat sich auch dafür niemand gefunden.

Immerhin seien seit dieser Woche mögliche Kandidaten im Gespräch, stellte Rathauschef Golde jetzt in Aussicht. Namen nannte er aber noch nicht.

Von Reyk Grunow

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