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Ostprignitz-Ruppin Noch kein Saisonende für die Fischerei
Lokales Ostprignitz-Ruppin Noch kein Saisonende für die Fischerei
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00:17 09.11.2016
Nancy Mielke sorgt für den Verkauf. Quelle: Alexander Beckmann
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Kampehl

Bauleute und Landwirte stehen kurz vor dem Saisonende. Arbeit unterm freien Himmel gibt es aber trotzdem noch. „Bis Eis auf dem See ist, ist bei uns Saison“, sagt der Fischer Dirk Mielke. Gemeinsam mit seiner Frau Nancy betreibt er von Kampehl aus den einzigen Fischereibetrieb weit und breit.

Normalerweise ist jetzt um diese Jahreszeit für den Fischer sogar am meisten los. Zum einen liegt das an der Kundschaft: Wenn es richtig warm ist, verkauft Fisch sich nicht gut. Zum anderen sind es natürliche Zyklen. Dirk Mielke spricht von der Frühjahrs- und Herbstzirkulation: Wenn sich das Wetter umstellt, ändern sich auch die Bedingungen in den Gewässern. „Das läuft jetzt noch auf vollen Touren“, sagt Mielke. Der Herbst sei lange Zeit einfach zu warm gewesen. Momentan machten Mengen von abgestorbenen Algen seinen Netzen zu schaffen. Das schmälere die Fänge.

Alles in allem sei die Saison bislang mittelprächtig gelaufen: „Ich hab nicht ganz schlecht gefangen, aber auch nicht sehr gut.“ Auf das langfristige Ergebnis komme es an. „Das ist wie beim Bauern: Der hat auch gute und schlechte Jahre.“

„Der Fischer lebt von dem, was die Natur hervorbringt“, erklärt Dirk Mielke. So richtig funktioniert das auf dem Untersee aber schon seit langem nicht mehr: Ohne regelmäßigen Neubesatz wären Aale dort kaum noch zu finden. Der extrem wanderlustigen Art machen Wasserbauten zu schaffen: „Der Aal steht unten vorm Wehr und kommt nicht in den See. Allein wenn an der Seemühle in Wusterhausen eine Fischtreppe wäre, würde jeder Besatz unnötig.“

Das meiste, was der Kampehler Fischereibetrieb auf seinem Hof und auf den Wochenmärkten der Region verkauft, stammt sowieso längst aus anderen Gewässern. Die Silvesterkarpfen, die die Kampehler demnächst wieder unters Volk bringen, kommen beispielsweise aus Teichen bei Forst. Noch schwimmen sie dort munter umher. Ihr Transport, die Hälterung und teilweise küchenfertige Vorbereitung werden für Nancy und Dirk Mielke noch einmal ein richtiger Kraftakt. „Aber am 31. Dezember um 13 Uhr ist Schicht im Schacht“, sagt Dirk Mielke. Dann ist auch für den Fischer diese Saison gelaufen.

Von Alexander Beckmann

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