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Noch mehr Bewerber für den Bundestag

Neuruppin Noch mehr Bewerber für den Bundestag

Im Nordwesten Brandenburgs werden auch Vertreter der Freien Wähler, der Bündnisgrünen und der FDP um den Einzug in den Bundestag kämpfen. Allerdings haben bislang lediglich die Bündnisgrünen ihren Kandidaten bereits benannt: Martin Wandrey, Medizinstudent aus Friesack. Klar ist bereits, dass der Wahlkreis noch größer ist als bei den Wahlen 2013.

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Die drei großen Parteien haben ihre Kandidaten aus der Region für den Bundestag bereits gekürt.

Quelle: DPA

Neuruppin. Es steht zwar noch nicht fest, wann genau im Herbst nächsten Jahres der neue Bundestag gewählt wird. Doch das Vorgeplänkel für den anstehenden Wahlkampf hat bereits begonnen. „Wenn wir mit den schon feststehenden Kandidaten hundertprozentig einverstanden wären, bräuchten wir keinen eigenen“, sagt etwa Frank-Rudi Schwochow (30). Der Kreistagsabgeordnete von BVB/Freie Wähler aus Rheinsberg lässt keinen Zweifel daran, dass die Wählervereinigung ebenfalls einen Kandidaten nominieren wird. Schwochow schließt nicht aus, dass er selbst kandidieren wird. Doch möglicherweise gibt es weitere Bewerber.

Schwochow: Wir können uns mit den anderen messen

Eigentlich wollten die Freien Wähler bereits in dieser Woche über ihren regionalen Kandidaten für die Bundestagswahl reden, doch wegen vieler Krankheitsfälle wurde der Zeitplan auf Mitte November verschoben. Einen genauen Termin gibt es noch nicht. Klar ist lediglich, dass die Veranstaltung wohl in Rheinsberg stattfinden wird. Schwochow rechnet mit regem Interesse. „Wir können uns mit den anderen messen.“ Schließlich habe die Wählervereinigung in der Region mehr als 150 aktive Unterstützer. Zum Vergleich: Die SPD und die CDU haben in Ostprignitz-Ruppin jeweils gut 200 Mitglieder, die Linke 250, die Bündnisgrünen und die FDP jeweils gerade mal 30.

Bündnisgrüne wählen ihren Kandidaten in Heiligengrabe

Die Bündnisgrünen sind schon etwas weiter als die Freien Wähler. Sie wollen am 17. November im Klosterhof in Heiligengrabe ihren Kandidaten für die Bundestagswahl küren. Bisher gibt es einen Bewerber – Martin Wandrey aus Friesack (Havelland). Wandrey ist Vorsitzender der grünen Jugend im Land und studiert derzeit Medizin. Die Liberalen suchen hingegen ebenfalls noch nach einem Termin, an dem sie ihren Kandidaten küren. „Wir müssen uns dazu mit den Kreisverbänden von Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und dem Havelland abstimmen“, sagt Michael Hintz (54). Der selbstständige Lokführer aus Wittenberge ist seit zwei Jahren FDP-Kreischef in der Prignitz. Einen möglichen Bewerber haben die Liberalen, den Namen will Hintz aber noch nicht verraten.

Die großen Parteien sind da längst weiter: CDU, SPD und die Linken haben ihre Kandidaten bereits nominiert. Mit Sebastian Steineke (CDU), Dagmar Ziegler (SPD) und Kirsten Tackmann (Linke) stellen sich gestandene Politiker zur Wahl, alle drei sitzen im Bundestag. Der Neuruppiner Steineke gewann 2013 überraschend das Direktmandat, die Wittenbergerin Ziegler und Tackmann, die aus Tornow bei Kyritz stammt, hatten über die Landesliste ihrer Partei den Sprung ins höchste deutsche Parlament geschafft.

Wahlkreis wurde vergrößert: Nauen gehört jetzt dazu

Ob die drei Bundestagsabgeordneten erneut die Wahl unter sich ausmachen werden, ist aber völlig offen. Denn der Wahlkreis 56 ist um einiges größer geworden. 2013 umfasste er neben den Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin lediglich noch die Ämter Friesack und Rhinow im Havelland. Neu hinzugekommen sind nun die Stadt Nauen sowie das Amt Nennhausen (Havelland). Der Grund: Die Wahlkreise sollen im gesamten Bundesgebiet ungefähr gleich groß sein und ähnlich viele Wahlberechtigte haben. Das traf im Nordwesten Brandenburgs jedoch nicht zu. Deshalb wurden dem Wahlkreis 56 die amtsfreie Stadt Nauen, die bisher zum Wahlkreis 58 (Oberhavel) gehörte, und das Amt Nennhausen aus dem jetzigen Wahlkreis 60 (Brandenburg, Potsdam-Mittelmark, Havelland, Teltow-Fläming) zugeschlagen.

Damit können im Herbst 2017 rund 178 000 Wahlberechtigte im Wahlkreis 56 den Politiker wählen, der ihre Interessen im Bundestag vertreten soll. 2013 gab es lediglich 162 000 Wahlberechtigte. Wählen waren aber nur knapp 104 000.

Von Andreas Vogel

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