Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Noch mehr Fernwärme für die Stadt

Neuruppin Noch mehr Fernwärme für die Stadt

Neuruppin will den Anschlusszwang ans Heizungsnetz der Stadtwerke weiter ausbauen und hoffen auf mehr Sicherheit bei der Energieversorgung. Das Fernwärmenetz soll der Stadt helfen, mehr Strom zu erzeugen – um weniger einkaufen zu müssen

Voriger Artikel
Wieder Hoffnung für die Kakaofabrik
Nächster Artikel
Jeanette Lehmann führt durch die Natur

Die Stadtwerke haben seit 2012 etliche Kilometer neue Fernwärmerohre legen und mehrere neue Heizkraftwerke bauen lassen.

Quelle: Peter Geisler (Archiv)

Neuruppin. Vor fünf Jahren hatten die Stadtverordneten einen Fernwärmezwang für den größten Teil der Neuruppiner Innenstadt beschlossen. Jetzt soll der Anschlusszwang ans Netz der Neuruppiner Stadtwerke noch einmal ausgeweitet werden. Die Stadtverordneten sollen beschließen, dass er für weitere zehn Straßen gilt. Betroffen sind vor allem Flächen rund um den ehemaligen Bahnhof, die Heinrich-Heine-Straße (die B 167 in Höhe des Tempelgartens) und die Straße Zur Mesche.

Für Neuruppins Vize-Bürgermeister ist es wichtig, das Netz aus Leitungen in der Stadt weiter auszubauen. „Aus meiner Sicht haben wir mit unserer Fernwärmesatzung und unserer Fernwärmepolitik gemeinsam mit den Stadtwerken ein Erfolgsmodell erfunden“, sagt er. „Damit haben wir für die zukünftige Energiepolitik alle Fäden in der Hand, uns möglichst autark um die Fragen der Energieversorgung zu kümmern.“ Tatsächlich geht es Neuruppin und den Stadtwerken beim Ausbau der Fernwärme um weit mehr als um das reine Heizen.

Neuruppin will möglichst viel Strom selbst erzeugen

Stadt und Energieversorger arbeiten eigentlich an einem Konzept, wie Neuruppin in absehbarer Zeit möglichst viel Energie selbst erzeugen kann. Das ist zum einen eine Frage der Sicherheit: Woher soll der Strom kommen, sollte das überregionale Stromnetz durch ein Unglück einmal ausfallen? Zum anderen ist es eine Frage des Geldes: Wenn die Stadtwerke selbst viel Strom produzieren, müssen sie weniger woanders kaufen und dafür teure Leitungsgebühren bezahlen – und die Kunden sparen drastisch steigende Netznutzungsentgelte ebenfalls. Und schließlich gehe es auch noch um den Umweltschutz, argumentieren die Stadtwerke.

Das Unternehmen hat in den vergangen Jahren überall in der Stadt Blockheizkraftwerke bauen lassen. Die erzeugen aus Erdgas Strom. Das lohnt sich aber nur, wenn auch die Wärme, die dabei entsteht, sinnvoll genutzt wird – eben über das Fernwärmenetz. Je mehr Leute Wärme verbrauchen, desto mehr Strom kann erzeugt werden.

Vor fünf Jahren sorgte der Plan für viel Skepsis in Neuruppin. Grundstücksbesitzer wollten sich nicht ans Fernwärmenetz zwingen lassen und lieber frei entscheiden, welche Art der Heizung sie wählen, wenn sie eine neue in ihr Haus einbauen müssen. Die Stadtverordneten räumten daher ein Recht, eine Ausnahme vom Anschlusszwang ein.

Bauausschuss stimmt für eine Erweiterung des Netzes

Ganze 16 Grundstückseigentümer haben das in den vergangenen Jahren getan, sagt Neuruppins Bauamtsleiterin Marga Reinus. In acht Fällen habe die Stadtverwaltung dem Ausnahmeantrag zugestimmt, die anderen acht wurden abgelehnt. Im selben Zeitraum haben die Stadtwerke mehr als 500 weitere Wohnungen ans Fernwärmenetz angeschlossen. Für Arne Krohn ein Zeichen, dass sich der tatsächliche Widerstand nach anfänglicher Skepsis in Grenzen hält.

Der Bauausschuss sah dann am Donnerstag auch keinen Grund, den Ausbau des Fernwärmezwangs abzulehnen. Zumal auch der von einigen befürchtete Preisanstieg ausgeblieben ist. „Der Fernwärmepreis ist erheblich gesenkt worden“, bemerkte der Stadtverordnete Siegfried Wittkopf (Linke).

Der Hauptausschuss berät über das Thema voraussichtlich am Montag, 20. März, die Stadtverordnetenversammlung endgültig am 3. April.

Von Reyk Grunow

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
123c76c4-dff8-11e7-a15f-f363db308704
Fontanestadt Neuruppin „damals und heute“

Neuruppin ist die Kreisstadt des Landkreises Ostprignitz-Ruppn. Der Ort erhielt 1256 das Stadtrecht und ist bekannt als Geburtsstadt von Schriftsteller Theodor Fontane und Baumeister Karl Friedrich Schinkel.

c001ffb8-fc5e-11e7-90a2-a388f9eff187
Kyritz damals und heute

Über ihre mittelalterlichen Grenzen wuchs die Knatterstadt erst im 19. Jahrhundert hinaus. Aber dann richtig: Die Stadt ist im steten Wandel begriffen. Viele alte Bauten mussten bis in die jüngste Zeit hinein neuen Ideen und Bedürfnissen weichen.

7d84d8be-fb68-11e7-b11f-9a7b802e86ee
Lindow damals und heute

Die MAZ lädt ein zu einer Zeitreise. Wir haben historische Ansichten von Lindow zusammengestellt und vom gleichen Ort aus wie damals heute noch einmal eine Aufnahme gemacht. Die Ergebnisse zeigt diese Bildergalerie. Die historischen Karten stammen aus dem Privatarchiv des Lindowers Udo Rönnefahrt.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg