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Noch mehr Straftaten in Neuruppin

Polizei legt Statistik für 2015 vor Noch mehr Straftaten in Neuruppin

Die Zahl der Diebstähle und Körperverletzungen st in Ostprignitz-Ruppin zwar im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2014 zurückgegangen. Doch in der Kreisstadt Neuruppin registrierte die Polizei im vergangen Jahr gut sieben Prozent mehr Straftaten. Auch in Rheinsberg gab es einen Anstieg. Hingegen sank die Zahl der Delikte in Fehrbellin, Lindow, Kyritz und Wittstock.

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In Kyritz entdeckte die Polizei auch schon Cannabis-Pflanzen in einer Wohnung mitten in der Altstadt.

Quelle: Matthias Anke

Neuruppin. Die Zahl der Straftaten, die in Neuruppin und den Ortsteilen begangen wurden, ist im vergangenen Jahr um gut sieben Prozent auf 3127 gestiegen. Gleichwohl warnte Lutz Jaenicke, Leiter der Polizeiinspektion Neuruppin, am Montag davor, diesen Anstieg überzubewerten. Grund: Im gesamten Landkreis gab es im Vorjahr fast 400 Straftaten weniger als 2014. Denn außer in Neuruppin registrierte die Polizei lediglich in Rheinsberg noch mehr Diebstähle, Übergriffe und andere Delikte, in allen anderen Gemeinden sank die Zahl der Straftaten. Allein in Wittstock ging deren Zahl um gut 150 zurück, in Kyritz um knapp 150. Die Aufklärungsquote in Ostprignitz-Ruppin liegt mit 60,3 Prozent deutlich über dem Landesdurchschnitt von gut 52 Prozent.

Immer mehr Schüler greifen zu Cannabis

Die Polizei stellte die Daten für Ostprignitz-Ruppin am Montag den Amtsdirektoren und Bürgermeistern bei einem sogenannten Sicherheitsgespräch bei Landrat Ralf Reinhardt (SPD) in Neuruppin vor. Demnach geht das Gros der Straftaten im Landkreis weiterhin auf Diebstahldelikte zurück. Deren Zahl sank jedoch ebenso wie die Fälle von Körperverletzungen, Brandstiftungen und Betrügereien. Lediglich die Zahl der Sachbeschädigungen (+98) und Rauschgiftdelikte (+113) nahm zu. Laut Jaenicke sinkt dabei das Alter der Jugendlichen, die Cannabis konsumieren. Häufig handelt es sich dabei um 13- und 14-Jährige, die das Rauschgift probieren.

Vielfach wird die Polizei von Schulen informiert, weil sich Schüler auffällig verhalten. Die Beamten konnten im vergangenen Jahr zwar keinen Rauschgiftring auffliegen lassen. Doch hätten sich gerade die jüngeren Rauschgiftkonsumenten oft geständig gezeigt, so dass häufig gleich mehrere Fälle aufgeklärt werden konnten, so Jaenicke.

Langfristiges und tragfähiges Konzept für die Polizei vermisst

Ohne langfristige und tragfähige Konzepte vom Land könne die Polizei ihre Arbeit auf diesem hohen Niveau nicht halten, warnte indes Wilfried Lehmann, der Leitende Oberstaatsanwalt. „Diese Konzepte fehlen noch.“ Zwar hat das Land schon vor Längerem angekündigt, dass der eigentlich beschlossene Abbau der Polizei gestoppt wird und die Beamten auch angesichts der Flüchtlingskrise wieder verstärkt werden. Doch davon ist vor Ort noch nichts zu merken. So gehen allein in diesem Jahr 59 Beamte der Polizeidirektion Neuruppin in den Ruhestand. Bisher gibt es lediglich zehn Neueinstellungen. Ob im Herbst weitere folgen, ist offen.

Am gefährlichsten lebt es sich in Neuruppin

Das größte Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, besteht in Ostprignitz-Ruppin weiterhin in der Kreisstadt Neuruppin. Dort gab es im vergangenen Jahr 3127 Straftaten, das sind 213 mehr als 2014.

Mehr Straftaten als 2014 registrierte die Polizei im vergangenen Jahr ebenfalls in Rheinsberg. Allerdings fiel der Anstieg von 530 auf 561 nicht ganz so drastisch aus.

Am sichersten leben die Einwohner von Heiligengrabe (182 Straftaten, Vorjahr: 226) und Lindow (203, Vorjahr: 276). Im Amt Temnitz wurden 428 Delikte registriert (Vorjahr: 436), in Fehrbellin 516 (Vorjahr: 651).

Sorge bereitet der Polizei, dass bereits drei Verkehrstote im Landkreis zu beklagen sind. Im vergangenen Jahr hatte es vier Tote bei Unfällen in Ostprignitz-Ruppin gegeben.

Von Andreas Vogel

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