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Noch zwei Wohnungen mit Ausblick zu haben

Wittstock Noch zwei Wohnungen mit Ausblick zu haben

Die einstige Tuchfabrik im Rosenwinkel in Wittstock ist am Mittwoch zum Denkmal des Monats erklärt worden. Damit ehrt die Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen den Umbau zum Wohnstandort. Die ersten Mieter bekamen den Schlüssel.

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Schlüsselübergabe durch GWV-Geschäftsführer Hans-Jörg Löther an die erste Mieterin Renate Dahm.

Quelle: Gerd-Peter Diederich

Wittstock. Der Dank an alle Beteiligten von Bürgermeister Jörg Gehrmann zur Einweihung des Denkmals des Monats April 2017 im Rosenwinkel war Balsam für stressgeplagte Seelen. Nach über zweijähriger Umbau- und Sanierungszeit im ehemaligen Fabrikgebäude der alten Wegenerschen Tuchfabrik in der Heiligegeiststraße/Rosenwinkel konnte GWV-Geschäftsführer Hans-Jörg Löther den Wohnungsschlüssel an Renate Dahm als erste neue Mieterin überreichen. Die Lehrerin im Ruhestand hatte sich bereits im Dezember 2011 für eine neue Wohnung in diesem zwischenzeitlich ganz entkerntem alten Fabrikgebäude mit dann anschließend ganz neuem Wohnflächenzuschnitt in allen Etagen und eingebautem Fahrstuhl beworben. Eine gute Entscheidung für sie und die anderen neuen Mieter, die gestern ihre eigenen Wohnungen selbst zum ersten Mal fertiggestellt besichtigen konnten und nun den schnellen Umzug darin planen. Zuvor hatten gestern auch Interessenten Gelegenheit, sich das vollendete Umbauwerk in einem historischen und denkmalgeschützten Gemäuer selbst anzusehen. Vielleicht meldeten sich davon auch noch kurzentschlossene bewerber für die zwei letzten noch nicht vergebenen Wohnungen in diesem Häuserensemble. Insgesamt 21 Wohnungen, jede mit eigenem Flächenzuschnitt und variierend in Größen zwischen 60 und bis 90 Quadratmetern Wohnflächen, als Zwei-, Drei- und Vierraumwohnungen, sind in dem Haus mit Fabrikfassade entstanden. 15 dieser Wohnungen über drei Etagen gelten als barrierefrei, da sie stufenfrei und per neu gebautem Fahrstuhl für jeden zu erreichen sind. Zwar wurde die geplante Bauzeit um Monate überschritten, angesichts der baulichen, planerischen und finanziellen Herausforderungen wurde das jedoch von dem Architekten Ulli Krieg und auch von Infrastrukturministeriums-Staatssekretärin Ines Jesse als sehenswerte Bauleistung gewürdigt.

Vorstand Jens-Peter Golde von der AG Städte mit Historischem Stadtkern Land Brandenburg, Bürgermeister in Neuruppin, überreichte an seinen Amtskollegen in Wittstock die Plakette für das nun schon zweite zum Denkmal des Monats gekürte GWV-Hausensemble. Zugleich ist es das 13.Denkmal des Monats in der 25-jährigen Landes-AG-Geschichte für die Stadt Wittstock, wodurch sich die Stadt auch im Land wieder mit einer Führungsposition behauptet. Golde würdigt diese Gesamtleistung beim Erhalt bewahrenswerter alter stadtprägender Architektur in Wittstock und sprach gar „von der guten Stube des Landkreises Ostprignitz-Ruppin“. Anerkennend hob er hervor, dass der kostentreibende denkmalschutz als „schon schwierige Nummer“ nicht abgeschreckt hatte und räumt ein, dass dieser komplexe Umbau und die Sanierung der großen Hüllenarchitektur „ohne Fördermittel nicht zu machen“ sei.

Blick vom obersten Geschoss auf den neugestalteten Innenhof mit Grün, Sitzgelegenheit, Pkw-Stellplätzen und Nebengelass für Mieter

Blick vom obersten Geschoss auf den neugestalteten Innenhof mit Grün, Sitzgelegenheit, Pkw-Stellplätzen und Nebengelass für Mieter.

Quelle: Gerd-Peter Diederich

Staatssekretärin Ines Jesse bestärkt die GWV, den Bürgermeister und die Stadtverordneten, „Sie haben den richtigen Weg beschritten. Wittstock hat die Innenstadtentwicklung richtig angefasst und für ein attraktives Wohnumfeld gesorgt.“ Trotz der beträchtlichen investiton von zirka fünf Million Euro „finde ich, dass Wittstock ein gutes Beispiel für eine zukunftsweisende Stadtentwicklung und ein gutes beispiel für das ganze Land Brandenburg ist“, sagt Ines Jesse.

Staatssekretärin Ines Jesse legt selbst Hand beim Anschrauben der Ehrenplakette „Denkmal des Monats der AG Städte mit Historischem Stadtkern

Staatssekretärin Ines Jesse legt selbst Hand beim Anschrauben der Ehrenplakette „Denkmal des Monats der AG Städte mit Historischem Stadtkern am Hauseingang an.

Quelle: Gerd-Peter Diederich

GWV-Geschäftsführer Hans-Jörg Löther lobt dafür die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten, in dem Denkmalschutzvorhaben, dem Entkernungsprojekt, den Planern, dem Architekten, Statikern und Bauleuten bis hin zu den geldgebern von der Investitionsbank Land Brandenburg, die alle ihren Anteil am Gelingen und die Fertigstellung haben. Dass diese neuen Wohnungen zu einem aus der Sicht der mit Potsdamer Wohnungspreisen vertrauten Staatssekretärin attraktiv günstigen Quadratmeterpreis vermietet werden, relativiert der GWV-Geschäftsführer mit dem Hinweis, dass hier die niedrigsten Realeinkommen im Landesvergleich auch zum Maßhalten bei der Mietpreisentwicklung zwingen.Deshalb wurde auch die großzügige Landesbauförderung über 2,8 Mio Euro und das vergünstigte Darlehen über weitere 1,6 mio Euro beansprucht, wobei die GWV bereits mit 600000 Euro Eigenmittel die Finanzierungsvoraussetzung geschaffen hatte. Dafür sind die Wohnungen nun sehr hell, auf höchstem Niveau wärmegedämmt und mit neuster Hinterwand-Raumluftbeheizung sowie ganzen Wand-Steckdosenpaketen in jedem Raum und individuellen Fliesen in jeder Wohnung sehr exclusiv ausgestattet, um trotzdem noch bei den Betriebskosten einzusparen. Das aber muss sich erst mit der erstmalig in einem Mehrfamilienhaus dieser größe angewendetem Hypocousten-Raumheizsystem im Alltag erweisen.

Weil von all diesen modernen Systemen äußerlich dem Fabrikgebäude nichts anzusehen ist und eine tadellos gereinigte und beschichtete ursprüngliche Fabrikhallenfassade das bestehende Denkmal erkennen lässt, wurde das Bauwerk jetzt als 212.Denkmal des Monats seit Bestehen der AG Städte mit historischem Stadtkern im Land Brandenburg, und der dazu gehörenden Plakette für die Fassade ausgezeichnet. Der dazu herausgegebene Wandkalender der AG erscheint zum Jahresende und das Aprilblatt 2018 wird dann mit dem Bild dieser ehemaligen Tuchfabrik im Rosenwinkel in Wittstock bedruckt sein.

Von Gerd-Peter Diederich

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