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Nordbrandenburg gehen die Lehrer aus

Insgesamt 50 Stellen unbesetzt - kaum Interessenten Nordbrandenburg gehen die Lehrer aus

Der Norden Brandenburgs sucht händeringend nach Lehrern. In Ostprignitz-Ruppin und im Nachbarkreis Prignitz fehlen insgesamt 50 Lehrer. Doch es gibt kaum Interessenten. Darüber, warum das so ist, gibt es bei den Schulen vor Ort und beim Bildungsministerium höchst unterschiedliche Meinungen.

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In Ostprignitz-Ruppin und Prignitz werden Lehrer gesucht.

Quelle: dpa

Neuruppin. Exakt 31 Lehrer fehlten an den staatlichen Schulen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin zum Stichtag 21. April. In der Prignitz waren es 19 Pädagogen zu wenig. Interessenten für diese insgesamt 50 Stellen gibt es laut Bildungsministerium deutlich weniger, und zwar genau zwölf.

Unterschiedliche Meinungen über Gründe für Lehrermangel

Viele Schulen in der Region und auch Karl-Heinz Kowalzik, Leiter der Neuruppiner Regionalstelle des Landesamtes für Schule und Lehrerbildung, führen den Bewerbermangel unter anderem darauf zurück, dass es vor Ort keine theoretische Ausbildung für angehende Lehrkräfte gibt. „Selbstverständlich ist eine örtliche Nähe von Ausbildungsschule und Seminar vorteilhaft“, bestätigt Ministeriumssprecher Florian Engels. „Aber es ist schlicht nicht möglich, im ganzen Land Studienseminare zu unterhalten.“ Zudem sei es so, dass die Lehramtskandidaten an vier Tagen an den Schulen arbeiten und an nur einem Tag eine theoretische Ausbildung an einem der drei Studienseminarorte in Potsdam, Bernau oder Cottbus erhalten. Es sei daher für die Kandidaten zumutbar, ins Seminar von Wittenberge nach Bernau zu pendeln.

Auch zukünftig kein Lehrerseminar im Nordwesten Brandenburgs

Aus diesen Gründen werde es auch kein neues Lehrerseminar im Nordwesten Brandenburgs geben. Lediglich einzelne Fachseminare in nachgefragten Fächern könnten an einer zentral gelegenen Schule stattfinden. Von einer solchen Anlaufstelle, die in Neuruppin eingerichtet werden könnte, sprach vor Kurzem Bildungsminister Günter Baaske. Es sei dennoch kein Fehler gewesen, das Neuruppiner Studienseminar 2008 zu schließen, so Engels. „Dafür sprach eine eindeutige Faktenlage.“ Zum einen die Auslastung von nur 40 Prozent. Zum anderen, dass 74 Prozent der damaligen Referendare aus Berlin oder dem Speckgürtel in die Fontanestadt pendelten. Sie verursachten im Jahr 2007 Reisekosten von durchschnittlich 450 Euro pro Lehramtskandidat, also deutlich mehr als an den anderen Seminarorten.

Auch Quereinsteiger unter den Lehrern

Insgesamt werden derzeit in der Mark 833 Lehrer ausgebildet. Im kommenden Schuljahr soll die Zahl auf 900 steigen – damit wären die drei Lehrerseminare ausgelastet. In Ostprignitz-Ruppin werden derzeit 17 reguläre Lehramtskandidaten sowie zwölf Seiteneinsteiger an 13 Ausbildungsschulen für den Unterricht vorbereitet. In der Prignitz sind zwei Kandidaten mit geordneter Laufbahn und fünf Quereinsteiger an zwei Ausbildungsschulen untergebracht.

Von Celina Aniol

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Lehrerseminar

Bildungsminister Günter Baaske überlegt, in Neuruppin wieder ein Studienseminar für angehende Lehrer einzurichten. Jedoch sind dazu noch einige Überlegungen notwendig. Diese überraschende Aussage wurde am Donnerstag in der Fontanestadt bei einem Treffen zwischen Bettina Labahn, der stellvertretenden Leiterin der Evangelischen Schule Neuruppin und dem Bildungsminister getroffen.

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