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OPR: Bürger sehnen sich nach mehr Mobilität

Neuruppin OPR: Bürger sehnen sich nach mehr Mobilität

„Wie komme ich von A nach B?“ – diese Frage beschäftigt offenbar viele Menschen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Im Rahmen von drei Workshops äußerten 120 Bürger Lob und Kritik an der Nahversorgung und der Erreichbarkeit in der Region. Am Mittwoch wurden in Neuruppin erste Ergebnisse der Befragung vorgestellt.

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Nicola Krettek (l.) von der Regionalentwicklungsgesellschaft REG erklärte das Projekt unter anderem im Mai in Neuruppin.

Quelle: Mischa Karth

Neuruppin. Rund 120 Bürgerinnen und Bürger haben sich in Neuruppin, Wittstock und Kyritz in den vergangenen Wochen an einer Erhebung zur „Mobilität“ und „Daseinsvorsorge“ beteiligt. Erste Ergebnisse der drei Workshops stellte Nicola Krettek von der Regionalentwicklungsgesellschaft REG am Mittwochnachmittag in Neuruppin vor. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin möchte durch das Projekt unter dem Titel „Mobil.Dasein.OPR!“ in Erfahrung bringen, an welchen Stellen Nahversorgungs- und Verkehrsangebote ausreichend sind – und an welchen nicht. Die drei Veranstaltungen fanden hierzu gezielt in den Zentren des Freiraums Ruppiner Land, der Kleeblattregion und des Wachstumskerns Autobahndreieck Wittstock (Dosse) statt.

Demografischer Wandel könnte Situation verschärfen

Wichtiger als die eigentlichen Angebote in den Städten und Dörfern sei für viele Workshop-Teilnehmer, wie sie andernorts vorhandene Angebote erreichen können, nannte Nicola Krettek als ein erstes Zwischenergebnis der Befragung. Was bei der Fahrt zum Arzt beginne, gehe über Einkaufsmöglichkeiten in größeren Städten bis hin zu Ausflügen nach Berlin und Rostock. Die Frage nach dem „Wie komme ich an mein Ziel?“ stelle sich vor allem für Jugendliche, Ältere und Familien. Angesichts des demografischen Wandels werde dieser Aspekt in zehn bis fünfzehn Jahren eine wohl noch wichtigere Rolle spielen, prognostizierte Krettek.

Fifty-Fifty-Ticket auch für Senioren?

Werner Nüse, stellvertretender Landrat von Ostprignitz-Ruppin, sagte, die Verfügbarkeit von Pkws sei zwar sehr hoch – so würden 60 bis 70 Prozent des Verkehrs in der Region mit dem Auto abgewickelt –, doch komme dieses Angebot nicht allen Menschen zugute. Mitfahr- oder Mitbringgelegenheiten wurden entsprechend auch vonseiten der Bürger als Verbesserungsvorschläge eingebracht – ebenso wie ein Ausbau des Radwegenetzes und eine Verdichtung auf bestimmten Nahverkehrslinien. Die finanziellen Mittel – 100 000 Euro sind zunächst für „investive Maßnahmen“ vorgesehen – reichen dabei lediglich für „kurzfristige, pragmatische Lösungen“, so Nicola Krettek. Eine solche könnte ein „Fifty-Fifty-Ticket“ für Senioren sein. Bislang gibt es die Vergünstigung für Taxifahrten nur für Jugendliche. Hierbei übernimmt die AOK 50 Prozent der Fahrtkosten. „Vielleicht finden sich weitere Sponsoren“, sagte Krettek. Mittel- und langfristig könnten auch größere Pilotprojekte auf die Beine gestellt werden – wenn zusätzliches Geld zur Verfügung gestellt wird. So zeigte sich Werner Nüse aufgeschlossen gegenüber der Idee, autonomes Fahren auch im ländlichen Raum zu erproben. Dabei wird der Fahrer durch einen Autopiloten ersetzt. „Bislang gibt es so etwas nur auf Autobahnen und in Städten – warum nicht auch auf dem Land?“, so Nüse. Es sei durchaus eine Überlegung wert, den Landkreis als Testregion ins Spiel zu bringen – allerdings langfristig.

Wittstocker fühlen sich zu Mecklenburg-Vorpommern hingezogen

Neben dem allgemeinen Wunsch nach mehr Mobilität gab es für die drei Räume auch spezifische Anliegen. Hierzu zählten im Freiraum Ruppiner Land Busverbindungen zwischen Rheinsberg und Wittstock, eine bessere Anbindung an den Bahnhof Gransee zur Weiterfahrt nach Berlin und eine Radwegeanbindung zwischen Wustrau und Radensleben. Für die Teilnehmer in Wittstock spielten die Beziehungen nach Pritzwalk und Neuruppin eine geringere Rolle, als von den Projektplanern erwartet. Die Anbindung nach Mecklenburg-Vorpommern sowie nach Berlin war ihnen hingegen wichtiger. An beiden Orten wurden verbesserte Verbindungen des RE 6 in den Abendstunden gefordert. Die Kleeblattregion fühlt sich der Umfrage zufolge „zusammengewachsen“, als Probleme wurden Abstimmungsprobleme bei den Verkehrsträgern genannt. Als nächster Schritt des Projekts soll in Kürze eine kleinräumige Bevölkerungsprognose ausgewertet werden. Auch die Ergebnisse der drei Auftaktwerkstätten werden demnach noch eingehender aufgearbeitet und ab September in weiteren Veranstaltungen vertiefend behandelt.

Von Mischa Karth

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