Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin OPR: Situation der Feuerwehren bedenklich
Lokales Ostprignitz-Ruppin OPR: Situation der Feuerwehren bedenklich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:56 21.01.2016
220 Brände mussten 2015 von der Feuerwehr gelöscht werden. Quelle: Peter Geisler
Anzeige
Neuruppin

Die Feuerwehren im Landkreis mussten im vergangenen Jahr zu 1344 Einsätzen ausrücken – so viele gab es noch nie innerhalb eines Jahres. „2005 hatten wir 800 Einsätze“, sagte am Mittwoch Kreisbrandmeister Wolfgang Hohenwald in Neuruppin. Erschwerend kommt hinzu, dass die Zahl der aktiven Feuerwehrleute im Landkreis von Jahr zu Jahr um fast 100 sinkt. So gab es 2004 noch 3000 Brandschützer, jetzt sind es nicht einmal mehr 1900. „Die Situation ist bedenklich“, betonte Hohenwald.

Das gilt insbesondere für die Wehren in Kyritz und Wus­terhausen. Die Feuerwehr in der Knatterstadt besteht nur noch aus 104 aktiven Brandschützern, die in Wusterhausen aus 114. Zum Vergleich: In Neuruppin gibt es 225 aktive Feuerwehrleute, in Wittstock 254, in Rheinsberg 234. „Wenn der Rückgang in Kyritz und Wusterhausen anhält, dann sind die Wehren dort kaum noch einsatzfähig“, sagte Hohenwald.

Kreisfeuerwehrschule reduziert Lehrgänge

Der Rückgang der Feuerwehrleute spiegelt sich auch bei der Kreisfeuerwehrschule wider. Die Schule mit Sitz in Kyritz hat ihr Ausbildungsprogramm bereits zurückgefahren. „Wir hatten mal fünf Lehrgänge für Atemschutzgeräteträger im Angebot“, sagte Ralf Leppin, Chef der Schule. Jetzt sind es nur noch zwei. Grund: Die Plätze wurden einfach nicht nachgefragt. „Das ist schon erschreckend“, so Leppin, der zugleich stellvertretender Kreisbrandmeister ist. Immerhin sind die Feuerwehren auf Atemschutzgeräteträger angewiesen, wenn es darum geht, Brände zu löschen.

Anforderungen an Atemschutzgeräteträger besonders hoch

Allerdings sind die Anforderungen für diese Feuerwehrleute auch besonders hoch: Sie müssen nicht allein 40 Übungsstunden im Jahr absolvieren, wie alle anderen Brandschützer. Zusätzlich muss ein Arzt regelmäßig bescheinigen, dass die Atemschutzgeräteträger körperlich fit sind. Immerhin wiegt ihre Ausrüstung zwischen 15 und 17 Kilo. Hinzu kommt die hohe physische und psychische Belastung beim Einsatz unter hohen Temperaturen, bei der sie durch die Maske oft nur wenig sehen können. Auch deshalb müssen sie einmal im Jahr einen knapp 30-minütigen Test an der Feuerwehrschule in Kyritz bestehen, um zu beweisen, dass sie den hohen Anforderungen auch wirklich gewachsen sind.

Wer einen Bart hat, kann kein Atemschutzgeräteträger werden. Durch den Bart könnte giftiger Rauch in die Maske dringen und den Brandschützer gefährden. 740 der 1876 aktiven Feuerwehrleute im Landkreis sind Atemschutzgeräteträger, doch nur 505 sind derzeit auch einsatzbereit. In Kyritz sind es lediglich 36 – und damit weniger, als die Neuruppiner Feuerwehr beispielsweise einsetzen musste, um den Brand in der Gaststätte im einstigen Puschkinhaus unter Kontrolle zu bekommen. Seinerzeit waren mehr als 40 Brandschützer mit Atemschutzgeräten im Einsatz.

Von Andreas Vogel

In Kyritz wurde vor zwei Jahren von einer Aktionsgruppe ein Häuschen aufgestellt, in das allerlei Dinge gelegt werden können. Sie lassen sich kostenlos mitnehmen oder eintauschen. Jetzt aber beschäftigt diese Tauschhütte auch Politik und Verwaltung. Denn aus der Bretterbude im Herzen der Stadt wurde unlängst ein kleines Bauwerk – von dem auch Pflichten ausgehen.

23.01.2016
Prignitz Pritzwalk: Windkraftgegner suchten das Gespräch - Unterstützung aus den Kommunen

Das Volksbegehren Windkraft läuft. Die Bölzker Windkraftgegnerin Fariba Nilchian bemühte sich nun um die Unterstützung der Gemeinde Heiligengrabe und der Stadt Pritzwalk. Dort traf sie mit ihrem Anliegen auf offene Ohren und kann auf direkte oder indirekte Hilfe hoffen.

23.01.2016
Prignitz Prignitz lag 2015 am Ende etwas über dem Soll - Weniger Flüchtlinge zu Jahresbeginn

Der Prignitzer Landrat Torsten Uhe will weiter an der Wohnungsunterbringung von Flüchtlingen festhalten. Im Moment ist der Andrang deutlich verhaltener – für Uhe ist dies aber nur eine „Momentaufnahme“. Für 2015 wurden Soll- und Ist-Zahlen nach unten korrigiert – aus Eisenhüttenstadt waren weit weniger Leute als zunächst registriert auf die Kreise verteilt worden.

23.01.2016
Anzeige