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Ostprignitz-Ruppin OPR: Zoff um Biotonnen-Pflicht
Lokales Ostprignitz-Ruppin OPR: Zoff um Biotonnen-Pflicht
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00:25 12.09.2015
Diese Mustertonne hat die Kreisverwaltung im Juli vorgestellt. Quelle: Andreas Vogel
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Neuruppin

Die Erhöhung der Müllgebühr wegen der kreisweiten Einführung der Biotonne auf freiwilliger Basis ab dem nächsten Jahr ist zwar vom Tisch. Dennoch gibt es neuen Zoff um den braunen Behälter – und das, obwohl die Müllgebühren im nächsten Jahr sogar leicht sinken. Grund für den Streit: Mehrere Kreistagsabgeordnete befürchten, dass ab 2019 alle Haushalte eine Biotonne haben müssen. Denn das Land will, dass – rein rechnerisch – pro Einwohner und Jahr 30 Kilo Bioabfall entsorgt werden. Derzeit liegt der Wert in Ostprignitz-Ruppin bei rechnerisch 6,6 Kilo. Das ist kaum verwunderlich. Denn Biotonnen, insgesamt 1500, stehen derzeit nur in Neuruppin, Rheinsberg, Fehrbellin, Lindow und drei weiteren Orten im Altkreis Neuruppin – auf freiwilliger Basis.

Amtsleiterin hofft aus 30 Kilo Bioabfall je Einwohner und Jahr

Die Abfallbehörde hofft, dass die 30 Kilo Bioabfall je Einwohner und Jahr erreicht werden, wenn die Biotonnen ab Januar ebenfalls in den Bereichen Kyritz und Wittstock auf freiwilliger Basis angeboten werden. 1500 dieser Behälter, die mit einem speziellen Filter und einer Gummilippe gegen Geruchsbelästigung ausgestattet sind, hat der Kreis deshalb angeschafft. „Wir werden für die Biotonne noch kräftig die Werbetrommel rühren“, versprach Sachgebietsleiterin Myga Chrzanowski am Dienstag beim Umweltausschuss. Schließlich könnten in der 120 Liter fassenden Tonne, die alle zwei Wochen geleert werden kann, auch Fallobst, Rasenmahd und Strauchwerk entsorgt werden. Zudem muss nur eine Leerungsgebühr gezahlt werden, keine Anschlussgebühr.

Gerade auf dem Land wird lieber kompostiert

„Die Realitäten auf dem Land sind aber andere“, sagte Kirsten Tackmann (Linke). Die Tornowerin verwies darauf, dass viele Leute ihre Abfälle lieber kompostieren und sich die Biotonne damit sparen. „Das Gesetz ist für die Städte geschrieben“, so Tackmann. Dennoch gelte es für alle, sagte der Abfallexperte Ralf Gruner. Brandenburg sei dabei noch human. Andere Bundesländer verlangten, das bis zu 70 Kilo Bioabfall je Einwohner und Jahr gesammelt werden. Anja Wolff (Grüne) zeigte sich überrascht. Die Fehrbellinerin hatte bisher gedacht, dass die Biotonne nur für Haushalte verpflichtend werden könnte, die keine Möglichkeit haben, ihre Abfälle zu kompostieren.

Sachgebietsleiterin Chrzanowski geht indes davon aus, dass sich die Werbekampagne für die Biotonne auszahlt – und sich damit die geforderte Kilozahl an Bioabfall erzielen lässt. Axel Gutschmidt (SPD) aus Fehrbellin vermutet sogar, dass die Tonne gar nicht reichen wird, um den Bioabfall überhaupt aufnehmen zu können.

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Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin wird ab 2019 möglicherweise eine Biotonnen-Pflicht für alle gelten. Doch der Plan der Abfallbehörde ist umstritten.

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Von Andreas Vogel

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